Community / / Zypries warnt vor Lufthansa-Bashing

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Beitrag vom 07.12.2017 - 08:46 Uhr
UserpaulTU154
User (66 Beiträge)
"Es geht manchmal schlicht unter, dass es das Management von Air Berlin in den vergangenen Jahren, ja fast Jahrzehnten, war, das es nicht geschafft hat, das Unternehmen positiv zu entwickeln. Das ist nicht die Schuld von Lufthansa." wo Sie Recht hat Sie Recht!
Aber, es geht manchmal schlicht unter, dass sich die Bundesregierung massiv in die "Insolvenz in Eigenverantwortung" eingemischt hat und alles dafür getan hat, dass die LH, so preiswert wie möglich, die besten Stücke (zu denen das "überteuerte Personal natürlich nicht gehört) von AB zugeschüttet bekommt.
Beitrag vom 07.12.2017 - 10:32 Uhr
UserFRAHAM
User (40 Beiträge)
Ich stimme in der Beziehung zu, dass die Bundesregierung ein Interesse hat, vor einer Bundestagswahl keine schlechte Werbung zu haben und hier schon alles getan wurde, damit Air Berlin nicht von einem auf den anderen Tag den Betrieb einstellen hätte müssen. Ebenso ist es ihr Interesse einen Käufer zu haben, der den dafür notwendigen gegebenen Kredit ablösen kann. Das alles wäre ohne die Eigenverwaltung nicht mögich gewesen, denn ein eingesetzter Insolvenzverwalter hätte evtl. viel drastischere Maßnahmen unternehmen müssen. Ein Insolvenzverwalter hat die Interessen aller Gläubiger zu vertreten. Davon ganz abgesehen, dass er sicherlich nicht die Exertise gehabt hätte, sich im Luftfahrt-Sektor in dem Maß auszukennen um ohne Gefahr in die eigene Haftung zu kommen, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Was die angeblich so preiswerten Filet-Stücke angeht. Man sollte hier die Fakten nicht unberücksichtigt lassen, dass kein anderer Bieter als die Lufthansa Willens war mehr dafür zu bezahlen. Da - wie anfangs geschrieben - die Insolvenz sich hauptsächlich mit den Interessen der Gläubiger beschäftigen muss, ist es hier fast schon Pflicht, das höchste Gebot zu verwerten. Ob das wirklich ein so gute Deal für Lufthansa war, ist nicht unwahrscheinlich, sonst hätten sie nicht geboten. Aber durch das Ausbleiben von anderen adäquaten Angeboten kann man auch davon ausgehen, dass hier wirklich nichts mehr auch, was zu übernehmen wäre. Und es wurde ja auch schon in den letzten Jahren gemeldet, dass Air Berlin so ziemlich alle Aktiva veräußert hat. D.h. hier sind im Endeffekt nur ein paar Zertifikate in Form zweier nicht insolventer Töchter und ein paar Leasingverträge übernommen worden. Die Slots sind größtenteils in der Schwebe und das durfte einer Lufthansa auch im Vorfeld klar gewesen sein. Dafür ist 210 Mi. € ein stolzer Preis.
Beitrag vom 07.12.2017 - 10:40 Uhr
UserEin_Fliegereiint..
User (158 Beiträge)
Aber, es geht manchmal schlicht unter, dass sich die Bundesregierung massiv in die "Insolvenz in Eigenverantwortung" eingemischt hat und alles dafür getan hat, dass die LH, so preiswert wie möglich, die besten Stücke (zu denen das "überteuerte Personal natürlich nicht gehört) von AB zugeschüttet bekommt.

Aber, es geht manchmal schlicht unter, das keiner außer LH ein anständiges Angebot für AB/Niki abgegeben hat.

Wo sind denn die ganzen Bieter, die alle die Chance hatten sich was zu sichern? Wer zahlt denn pro Woche 10Mio um Niki in der Luft zu halten?

Wer hatte denn wirkliche Kaufabsichten für AB Teile? Wöhrl? Lauda? Oder gar die Lachtaube von MOL mit FR? Außer viel heißer Luft nix dahinter.

Luftschlosskonzepte die kein tragfähiges Modell hatten.

Selbst Easyjet hat nochmal ordentlich gepokert, den Deal so lange in die Warteschleife geparkt, bis man mit genug Druck den Preis nochmal drücken konnte um sich seine eigenen Filetstücke zu sichern.

Und ansonsten, wo sind die ganzen vielen großen Bieter? (Ich höre nur Stille und einen leisen Wind).

In einem sind sie aber alle ganz groß, im Klappe aufreißen und nun über die böse böse Lufthansa herziehen, die als einzige pauschal 210Mio € für Niki etc. auf den Tisch gepackt hat.

Pläne hätten im Übrigen auch alle schon lange lange selbst auf dem Tisch haben können, auch schon vor 1 Jahr war absehbar, dass es mit AB zu Ende geht. Wer hatte fertige Pläne und Konzepte in der Schublade? (wieder Stille und leiser Wind).

Und jetzt wird rumgejammert. Typisch Deutsch.

Ansonsten kann ich dem Artikel an sich einfach nur beipflichten.

Dieser Beitrag wurde am 07.12.2017 10:42 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.12.2017 - 10:58 Uhr
Userbevol
User (33 Beiträge)
"Es geht manchmal schlicht unter, dass es das Management von Air Berlin in den vergangenen Jahren, ja fast Jahrzehnten, war, das es nicht geschafft hat, das Unternehmen positiv zu entwickeln. Das ist nicht die Schuld von Lufthansa." wo Sie Recht hat Sie Recht!
Aber, es geht manchmal schlicht unter, dass sich die Bundesregierung massiv in die "Insolvenz in Eigenverantwortung" eingemischt hat und alles dafür getan hat, dass die LH, so preiswert wie möglich, die besten Stücke (zu denen das "überteuerte Personal natürlich nicht gehört) von AB zugeschüttet bekommt.


Weder geht es unter, noch ist es richtig. Viele ernsthafte Bieter waren nie da, die meisten wollten ohnehin nur NIKI oder einzelne Slots. DAS sind die "besten Stücke". Und Wöhrl, der sich am lautesten bei jeder Gelegenheit über das "abgekartete Spiel" beschwert, hat dem Vernehmen nach für das gesamte Unternehmen weniger geboten, als die Lufthansa für einzelne Teile. Und selbst das wollte er nur im Erfolgsfall zahlen... Die Lufthansa hat einfach früher als alle anderen, vermutlich sogar früher als AirBerlin, die Zeichen der Zeit erkannt und eine Übernahme vorbereitet. Oder glauben sie Spohr war zusammen mit Bundeskanzlerin Merkel zum Vergnügen in Arabien um mit Vertretern von Ethihad zu sprechen? Lufthansa hatte zum Zeitpunkt der Insolvenz ein ausgearbeitetes Konzept, während alle Konkurrenten kalt erwischt wurden und in der Kürze der Zeit schlicht kein konkurrenzfähiges Angebot mehr unterbreiten konnten. Natürlich war das lange vorbereitet. Aber ist das verwerflich? Die Konkurrenz hätte es doch auch machen können. Aber die hat halt geschlafen. Zugeben kann man das natürlich nicht öffentlich, also schimpft man lieber auf den Großkonzern und dessen "Dreistigkeit", langfristig zu planen.
Beitrag vom 07.12.2017 - 11:53 Uhr
UserLuftfahrtfanMH
User (39 Beiträge)
Vor einiger Zeit war hier im Forum schonmal von jemandem geschrieben worden, dass diejenigen, die sich über höhere Preise aufregen, auf der anderen Seite auch diejenigen sind, die sich über die vermeindlich schlechte Bezahlung der Mitarbeiter beklagen. Das passt doch in der Tat nicht zusammen! Unzweifelhaft dürfte festzustellen sein, dass viele Flugpreise in der Vergangenheit nicht zu einem kostendeckenden Flugbetrieb bei den Airlines geführt haben können.
Beitrag vom 07.12.2017 - 12:58 Uhr
UserFordsens
User (51 Beiträge)
Und um das Ganze zu komplettieren: Easyjet zahlt für 25 Flugzeuge 40 Mio. Euro, LH für 80 Flugzeuge aber 210 Mio. statt -Dreisatz zum Kaufpreis Easyjet- 128 Mio. Also hat LH noch eine ordentliche Schippe draufgelegt, die Übergangsfinanzierung noch gar nicht eingerechnet!
Beitrag vom 07.12.2017 - 18:19 Uhr
UserNur_ein_Y_PAX
User (133 Beiträge)
Und um das Ganze zu komplettieren: Easyjet zahlt für 25 Flugzeuge 40 Mio. Euro, LH für 80 Flugzeuge aber 210 Mio. statt -Dreisatz zum Kaufpreis Easyjet- 128 Mio. Also hat LH noch eine ordentliche Schippe draufgelegt, die Übergangsfinanzierung noch gar nicht eingerechnet!

Das ist kein Dreisatz sondern Milchmädchenrechnng.

Weder berücksichtigt diese Rechnung das Alter der Maschinen, die Leasingkonditionen und das LH im Gegensatz nicht nur Flugzeuge und Slots übernimmt, sondern auch 2 Gesellschaften. Luftfahrtgesellschaft Walter und Niki. Letzte bestehen aus mehr als nur geleasten Maschinen.


Dieser Beitrag wurde am 07.12.2017 18:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.12.2017 - 02:08 Uhr
UserpaulTU154
User (66 Beiträge)
Nur so am Rande: war es nicht so, als vor ein paar Tagen die EU Wettbewerbshüter sich "erdreisten" leise Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Übernahme von Niki durch LH / EW anzumelden und weitere, genauere Untersuchungen ankündigte, sofort die "Drohung" aus dem Hause Spohr kam, die 210 Mio. nicht zu zahlen!? Kann es sein, dass Frau Zypries nun ein wenig die Muffe geht, das die 150 Mio. Staatsknete dann doch nicht zurück gezahlt werden? Davon ist im übrigen ja auch eigentlich überhaupt keine Rede mehr... warum wohl?
Beitrag vom 08.12.2017 - 06:01 Uhr
Usergordon
User (1336 Beiträge)
Nur so am Rande: war es nicht so, als vor ein paar Tagen die EU Wettbewerbshüter sich "erdreisten" leise Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Übernahme von Niki durch LH / EW anzumelden und weitere, genauere Untersuchungen ankündigte, sofort die "Drohung" aus dem Hause Spohr kam, die 210 Mio. nicht zu zahlen!? Kann es sein, dass Frau Zypries nun ein wenig die Muffe geht, das die 150 Mio. Staatsknete dann doch nicht zurück gezahlt werden? Davon ist im übrigen ja auch eigentlich überhaupt keine Rede mehr... warum wohl?

Das ist von Spohr keine Drohung, das ist die Konsequenz.
Beitrag vom 08.12.2017 - 06:40 Uhr
UserA320Fam
User (18 Beiträge)
Warum sollte LH dass dann auch noch tun ?
Beitrag vom 08.12.2017 - 09:54 Uhr
UserParaho
User (9 Beiträge)
Und da ist sie wieder die Schützende Hand von B.Zypries über LH.
Beitrag vom 08.12.2017 - 10:32 Uhr
UserFordsens
User (51 Beiträge)
Und um das Ganze zu komplettieren: Easyjet zahlt für 25 Flugzeuge 40 Mio. Euro, LH für 80 Flugzeuge aber 210 Mio. statt -Dreisatz zum Kaufpreis Easyjet- 128 Mio. Also hat LH noch eine ordentliche Schippe draufgelegt, die Übergangsfinanzierung noch gar nicht eingerechnet!

Das ist kein Dreisatz sondern Milchmädchenrechnng.

Weder berücksichtigt diese Rechnung das Alter der Maschinen, die Leasingkonditionen und das LH im Gegensatz nicht nur Flugzeuge und Slots übernimmt, sondern auch 2 Gesellschaften. Luftfahrtgesellschaft Walter und Niki. Letzte bestehen aus mehr als nur geleasten Maschinen.
So, aus was außer Personalkosten besteht denn die Niki? Alles außerhalb des AOC liegt/lag bei AB. Die Slots? "Wir übernehmen praktisch eine Niki ohne Slots" Und LGW ist auch nur ein AOC.
Und die Flugzeuge hat sich ja, wie man hört, die LH auch ohne Niki gesichert.
Bleibt letztlich vielleicht, was an Verträgen mit Reiseveranstaltern geschlossen wurde, gut, das rechtfertigt auf jeden Fall einen Aufschlag von 65% ;-)

Dieser Beitrag wurde am 08.12.2017 10:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.12.2017 - 10:54 Uhr
UserRunway
User (2424 Beiträge)
Nur so am Rande: war es nicht so, als vor ein paar Tagen die EU Wettbewerbshüter sich "erdreisten" leise Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Übernahme von Niki durch LH / EW anzumelden und weitere, genauere Untersuchungen ankündigte, sofort die "Drohung" aus dem Hause Spohr kam, die 210 Mio. nicht zu zahlen!? Kann es sein, dass Frau Zypries nun ein wenig die Muffe geht, das die 150 Mio. Staatsknete dann doch nicht zurück gezahlt werden? Davon ist im übrigen ja auch eigentlich überhaupt keine Rede mehr... warum wohl?

Das ist von Spohr keine Drohung, das ist die Konsequenz.

Absolut. Wenn man etwas kaufen will und dafür etwas bietet sollte klar umrissen sein was man eigentlich erwirbt. Es gibt Käufe bei denen das Objekt den Wert zeitunabhängig behällt und es gibt Objekte die verlieren mit fortschreitender Zeit erheblich an Wert. Das ist bei Niki absolut der Fall. Durch die Unsicherheit brechen die Buchungszahlen schon ein. Das erhöht einerseits die Verluste und verringert damit andereseits den Objektwert erheblich.

Sollte die EU-Kommission nochmals 90 Tage Bedenkzeit drausatteln müßte LH bekloppt sein dann noch denselben ursprünglich gebotenen Preis zu bezahlen. Wahrscheinlich geht NIKI dann sogar pleite und weitere 1000 Arbeitsplätze gehen flöten. Dafür hätte ich nicht das geringste Verstandnis. Das Problem liegt also nicht bei LH oder Frau Zypries sondern ausschließlich bei der EU-Wettbewerbskommission. Dort sollte man endlich in die Puschen kommen.
Beitrag vom 08.12.2017 - 11:19 Uhr
UserpaulTU154
User (66 Beiträge)
Das finde ich jetzt schon irgendwie lustig, dass plötzlich die EU Wettbewerbshüter den "schwarzen Peter" haben, weil sie das machen, wofür sie da sind, nämlich fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Schon erstaunlich, wieviele diesen (aus meiner Sicht) faulen, zum Himmel stinkenden Deal zugunsten der LH, gut finden.

@Rundway: "Wenn man etwas kaufen will und dafür etwas bietet sollte klar umrissen sein was man eigentlich erwirbt." Richtig, und es war dabei von Anfang an klar, dass sich die Wettbewerbshüter den Deal anschauen werden! Jetzt zu drohen, wir zahlen nicht, wenn nicht das Ergebnis rauskommt, was wir haben wollen, das ist klare Erpressung!!! Es wird doch immer für freien Wettbewerb die Trommel gerührt!? Wieso plötzlich nicht? Bitte kommen Sie jetzt nicht mit dem Argument "wo sind denn die anderen Interessenten, es gab ja keine etc." - das ist Quatsch, es gab welche, durchaus auch Hasadeure, aber auch ernst zu nehmende, aber die wurden ja von Anfang an von dieser "Allianz" LH/EW, Winkelmann, Dobrint, Zypries und Insoverwalter sofort lächerlich gemacht und für unfähig erklärt. Einzig der weiße Ritter LH war würdig... . Ein verlogenes Spiel! Und nochmal meine Frage: was wird jetzt aus den 150 Mio.? Das sich die EU Wettbewerbshüter das anschauen werden, war doch klar! Hat man sich da eventuell verzockt? Ps. Keiner spricht ja auch noch von den 80 % Arbeitsplätzen die durch die Insolvenz in Eigenverantwortung gerettet werden (können), wie Herr Winkelmann vollmundig versprochen hat.
Beitrag vom 08.12.2017 - 11:28 Uhr
Userrasch
User (72 Beiträge)
Das Interesse von LH an NIKI liegt mmN. hauptsächlich in den Mitarbeitern die in (günstig?!) tarifierten Verträgen en bloc übernommen werden könnten. Wenn keine Slots übernommen werden gibt es ja auch sonst nix. Die Firma als Ganzes (AOC) bräuchte man eigentlich nicht, weil mit EWE ja schon eine in Österreich am Start ist.

Bei LGW sieht es etwas anders aus. Zusätzlich zu den (zum Teil tarifierten) Mitarbeitern hat man mit dem AOC auch gleich ein Vehikel um eine Operation neben EWD zu installieren.
LH hat mit den Flugzeugen (die durch das Insolvenzverfahren frei verfügbar wurden) bereits die Produktionsmittel in der Hand. Wenn jetzt der Übergang des Personals verhindert würde, wäre das eine loose/loose/loose (Mitarbeiter/LH/Insolvenzverwalter) Situation.

Und noch ein „loose“: Die Kunden würden weiterhin mit der Engpasssituation zu tun haben.


Dieser Beitrag wurde am 08.12.2017 11:33 Uhr bearbeitet.
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