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Bundesamt bestätigt Berliner Flugrouten

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BBI Nordbahn, © Berliner Flughäfen
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BERLIN - Gut vier Monate vor der Eröffnung des neuen Berliner Flughafens stehen nach langem Hickhack die Flugrouten fest. Bürger wollen sich nun aber juristisch gegen den Fluglärm wehren. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung entschied, dass die Maschinen über den Müggelsee - ein Naherholungsgebiet im Südosten der Hauptstadt - fliegen sollen. Auch über den Südwesten werden Flugzeuge abheben, wie die Behörde am Donnerstag bekanntgab.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mahnte zur Ruhe, doch die Fluglärmgegner werden weiter protestieren. Sie wollen sich jetzt an die EU-Kommission wenden. Der 2,5 Milliarden Euro teure Flughafen an der Stadtgrenze in Schönefeld soll am 3. Juni in Betrieb gehen.

Eine Beschwerde bei der EU-Kommission sei bereits vorbereitet, sagte der Rechtsanwalt der Bürgerinitiativen, Wolfgang Baumann. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative und die «Grüne Liga» erwarten, dass die EU-Kommission die Routenentscheidung bei der Bundesregierung beanstandet, weil die Umweltverträglichkeit der Flüge über das Naherholungsgebiet nicht geprüft wurde.

«Wo ein Flughafen ist, ist auch Fluglärm», sagte der Direktor des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, Nikolaus Herrmann. Er sagte zu, nach Inbetriebnahme des Flughafens den tatsächlichen Flugbetrieb sorgfältig auszuwerten und zu überprüfen. Die brandenburgische Gemeinde Blankenfelde-Mahlow wird besonders stark durch den Lärm vom neuen Hauptstadtflughafen belastet.

Für Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ist klar, dass nicht alle Anwohner zufriedengestellt werden. «Umso wichtiger ist jetzt, den Lärmschutz in voller Kraft unbürokratisch und auch in Grenzfällen im Sinne der Betroffenen umzusetzen», betonte er. Sollten sich nach der Eröffnung am 3. Juni neue Erkenntnisse ergeben, sollten diese in der Fluglärmkommission diskutiert werden.

Wowereit (SPD) rief die Bürger auf, die Flugrouten als Kompromiss zu akzeptieren. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) habe zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen und Kriterien abgewogen, erklärte er.

«Dass alle Betroffenen jetzt wissen, mit welchen Flugrouten sie zu rechnen haben, ermöglicht es, nach vorne zu schauen und verlässlich in die Zukunft zu planen», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch. Angesichts der Auseinandersetzungen um die Routen mahnte er für künftige Planungen aber mehr Transparenz an. Bürger müssten früher informiert sein.

Der Filmregisseur Leander Haußmann («Sonnenallee») kritisierte die schlechte Kommunikation im Vorfeld der Flughafenplanungen. «Man hatte die ganze Zeit das Gefühl, da wird etwas unter dem Tisch gehalten», sagte er. Der Regisseur, der lange gegen Fluglärm protestierte, will aber nicht aus der betroffenen Region am Müggelsee wegziehen. Er lebt in dem Naherholungsgebiet in einer Wohnung zur Miete.

Am Donnerstagabend wollten Fluglärmgegner erneut auf dem Marktplatz in Berlin-Friedrichshagen demonstrieren. Erwartet wurden mehrere tausend Teilnehmer. Zuletzt hatten die Betroffenen am Montag protestiert.

© dpa | Abb.: Marion Schmieding, Alexander Obst / Berliner Flughäfen | 26.01.2012 06:17




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