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Land sieht kaum Chancen für weniger Flüge auf neuer Landebahn

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Lufthansa Airbus A340, © Deutsche Lufthansa AG
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WIESBADEN - Hessens Landesregierung sieht kaum Spielraum, weniger Flüge auf der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen abzuwickeln. Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch äußerte sich am Donnerstag skeptisch über die Möglichkeit, in den Randstunden frühmorgens und abends andere Bahnen zu nutzen. Dann könne das strikte Nachtflugverbot von 23.00 bis 5.00 Uhr nicht eingehalten werden.

Der Vorschlag werde aber noch geprüft, sagte der FDP-Politiker. Auch die Frankfurter CDU hatte verlangt, die Nordwest-Landebahn nur im Bedarfsfall zu nutzen.

Ebenfalls wenig Unterstützung findet im Ministerium der Vorschlag,die bei Ostwind genutzte Abflugroute 07-kurz über die Frankfurter Innenstadt zu reduzieren und die Route 07-lang über den Frankfurter Osten zu nehmen. Messungen hätten ergeben, dass dies keine Verringerung der Lärmbelastung bringe, meinte Saebisch.

Die Grünen werteten die Worte des Staatssekretärs als Beweis dafür, dass die versprochene Lärmentlastung in immer weitere Ferne rückt. Bei der von Regierungschef Volker Bouffier (CDU) Ende Februar beschlossenen «Allianz für den Lärmschutz» gehe es vor allem darum, das politische Überleben der Landesregierung zu sichern, erklärte der Abgeordnete Frank Kaufmann. Die Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm sprachen von Hilflosigkeit. Nach mehreren Monaten komme die Regierungnun auch zur Einsicht, dass eine Verlagerung von Flugrouten nur eine Verschiebung des Lärms bringe.

Saebisch verweist dagegen auf erste Fortschritte beim Lärmschutz. Der weniger Lärm verursachende kontinuierliche Sinkflug werde - wenn es der Betrieb erlaube - bereits umgesetzt. Am 18. Oktober sollen die Gegenanflüge im Norden und Süden um rund 300 auf etwa 1500 Meter angehoben werden. Die Routen waren im März vergangenen Jahres im Vorfeld der Eröffnung der neuen Landebahn geändert worden. Das hatte vor allem zu starken Protesten in den Regionen Wiesbaden und Rheinhessen geführt, die bisher wenig vom Fluglärm belastet waren.

Geprüft werde auch - wie in der «Allianz» vereinbart - das Umfliegen von Mainz und Offenbach. Die schwarz-gelbe Landesregierung baut außerdem auf das von der Deutschen Flugsicherung (DFS) geprüfte Point-Merge-Verfahren, bei dem die Flieger in einer Art Reißverschluss-System in größerer Höhe zum Endanflug einfädeln. Das wird aber nicht vor dem Jahr 2015 kommen.

Die Opposition aus Grünen und Linkspartei sowie die Bürgerinitiativen wollen solange nicht warten. Sie forderten am Donnerstag erneute eine Deckelung der Flugbewegungen und eine Lärmobergrenze. Außerdem müsse das Nachtflugverbot auf die Zeit zwischen 22.00 und 6.00 Uhr ausgeweitet werden. Die CDU wiederum bezeichnete die Grünen als «selbstgerechte Reichenpartei», die die Menschen im Rhein-Main-Gebiet bewusst belüge.

© Thomas Maier, dpa | 20.07.2012 07:43




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