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Konzernumbau reißt Air France-KLM tief in die roten Zahlen

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Air France Boeing 777-300ER, © Air France
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PARIS - Der teure Konzernumbau und hohe Treibstoffpreise haben die Fluggesellschaft Air France-KLM im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Trotz höherer Erlöse stand unter dem Strich ein Verlust von 895 Millionen Euro. Das Minus fiel damit rund viereinhalbmal so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Im eigentlichen Geschäft lief es allerdings besser als erwartet, das operative Minus schrumpfte um mehr als die Hälfte.

Verwaltungsratschef Jean-Cyril Spinetta setzt nun weiter auf den eingeleiteten Sparkurs, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Im zweiten Halbjahr sollen die Kostensenkungen schon stärker Wirkung zeigen.

Die Aktie des Lufthansa-Konkurrenten reagierte mit einem Kurssprung auf die Geschäftsentwicklung. Zu Handelsbeginn in Amsterdam sprangen die Aktien um 8,50 Prozent auf 4,226 Euro an die Spitze des Index AEX. Die Verbesserungen im operativen Geschäft hatten die Analysten positiv überrascht.

Air France-KLM steht angesichts anhaltend roter Zahlen unter Druck. Vor allem im Europa-Geschäft verdient das Unternehmen kein Geld. Das Sparprogramm soll die Kosten bis Ende 2014 drastisch reduzieren. Bis Ende 2013 sollen alleine bei der französischen Sparte 5.100 Arbeitsplätze wegfallen - möglichst ohne Kündigungen. Für den Konzernumbau stellte das Unternehmen nun 368 Millionen Euro zurück. Zusammen mit Abschreibungen auf Finanzgeschäfte belastete dieser Schritt die Konzernzahlen mit mehr als 700 Millionen Euro.

Zwischen April und Juni steigerte der Lufthansa-Konkurrent seinen Umsatz um 4,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Der operative Verlust sank überraschend um 55 Prozent auf 66 Millionen Euro. Bei der Verbesserung halfen höhere Ticketpreise: Im Schnitt nahm Air France-KLM von ihren Passagieren je geflogenem Kilometer vier Prozent mehr ein. Die Stückkosten je angebotenem Passagierkilometer legten dabei nur um 3,5 Prozent zu, während die Kosten für Treibstoff insgesamt um fast 13 Prozent stiegen.

"Obwohl die Ergebnisse des zweiten Quartals im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Verbesserung darstellen, bleiben sie im negativen Bereich", sagte Spinetta. Dies zeige, welche entscheidende Bedeutung der ausgegebene Sanierungskurs für die Gesellschaft habe.

Hoffen aufs zweite Halbjahr

Im zweiten Halbjahr soll sich das Sparprogramm bereits stärker auszahlen. Im operativen Geschäft erwartet die Konzernspitze dann einen Gewinn von über 195 Millionen Euro und damit mehr als ein Jahr zuvor. Angesichts schwankender Treibstoffpreise und des unsicheren Eurokurses bleibe eine Prognose allerdings schwierig, hieß es.

Für das erste Halbjahr steht unter dem Strich ein Verlust von fast 1,3 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Allerdings steht das reisestarke dritte Quartal noch aus, in dem Fluggesellschaften üblicherweise die größten Gewinne einfliegen. Im gesamten Vorjahr hatte Air France-KLM unter dem Strich mehr als 800 Millionen Euro verloren.

Der irische Billigflieger Ryanair rechnet nach einem Gewinnrückgang zwischen April und Juni zwar auch mit weniger Profit im laufenden Geschäftsjahr, zweifelt aber nicht an schwarzen Zahlen. Die Deutsche Lufthansa, Europas größte Fluggesellschaft, will ihre Quartalszahlen am Donnerstag (2. August) veröffentlichen.

© dpa-AFX | Abb.: Air France-KLM | 30.07.2012 09:26




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