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Falscher Pilot flog wohl häufiger mit Air Dolomiti

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Air Dolomiti Embraer E195, © Deutsche Lufthansa AG
MÜNCHEN / TURIN - Ein falscher Pilot im Flugzeug einer Lufthansa-Tochter hat Kritik des europäischen Pilotenverbandes ECA ausgelöst. Die Kontrollen für das Bordpersonal seien zu lasch, rügte die European Cockpit Association am Montag. Der Hochstapler war im Cockpit einer Air-Dolomiti-Maschine von München nach Turin gefolgen. Es gebe Hinweise, dass der Mann schon häufiger im Führerstand mitgeflogen sei, räumte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt ein.

Am Freitag war der 32-Jährige in Italien verhaftet worden. Der arbeitslose Italiener Andrea P. war bereits im April mit Pilotenuniform und gefälschtem Ausweis bis ins Cockpit einer Maschine der Lufthansa-Tochter Air Dolomiti gekommen. Als "dritter Pilot" nahm er auf dem sogenannten Jump Seat hinter den Piloten Platz. Air Dolomiti bestätigte entsprechende Medienberichte.

An den Sicherheitskontrollen soll der Hochstapler auf legalem Weg vorbeigekommen sein. "Gehen Sie davon aus, dass er sich ein Ticket gekauft hat", sagte der Münchner Flughafensprecher Peter Prümm. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Mann erst an Bord als Kapitän ausgab und die Crew täuschte. Die Geschichte erinnert an den Hollywood-Streifen "Catch me if you can", in dem Leonardo DiCaprio den Hochstapler und Pseudo-Piloten Frank Abagnale spielt.

Auf Facebook gab sich Andrea P. als Lufthansa-Pilot Andrea Sirlo aus und prahlte mit seinen Reisen. Ermittler hatten den Hochstapler im Internet schon Monate im Visier. Am Freitag alarmierte ein wirklicher Pilot dann die Polizei, weil der 32-Jährige ihm als Flug-Kapitän zu jung vorkam.

Die European Cockpit Association (ECA), die nach eigenen Angaben mehr als 38 000 Piloten aus 37 Ländern vertritt, nannte die Sicherheitskontrollen für Bordpersonal unzureichend. Die Sicherheitsstandards der Crew-Ausweise genügten nicht, um solche Vorfälle zu verhindern, sagte ECA-Generalsekretär Philip von Schöppenthau dem Fernsehsender N24.

Bezüglich möglicher Sicherheitsmängel an Bord der Flugzeuge verwies Lufthansa-Sprecher Christoph Meier auf strenge Regeln, die an Bord von Lufthansa-Maschinen und Tochter-Airlines gälten. Allerdings habe ein Fluggast auch eine gewisse Bewegungsfreiheit: "Was der an Bord macht, ist nicht unter allen Umständen kontrollierbar." Im aktuellen Fall verwies der Sprecher auf die laufenden Ermittlungen in Italien: "Das ist Behördensache".

© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa, Archiv | 24.09.2012 16:44




Leser-Kommentare (2)

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25.09.2012 12:10
Als 32-jähriger zu jung, um Kapitän zu sein.... - nunja, das find ich jetzt nicht wirklich verdächtig.
25.09.2012 08:54
"Es gebe Hinweise, dass der Mann schon häufiger im Führerstand mitgeflogen sei, räumte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt ein. "

Ich dachte es handelt sich um ein Flugzeug und keine Lokomotive... ;-)


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