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Niki Lauda - Zum Abschied kein bißchen leise

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Niki Lauda, © Ingo Lang, edition airside

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WIEN - Nach Ende seiner Airlinerkarriere knöpft sich Niki Lauda nochmal seinen  Lieblingsgegner vor. Der "Presse am Sonntag" gegenüber meint Lauda gar, er wäre bei der AUA der bessere Chef gewesen. Zurück ins Fluggeschäft will der heutige Mercedes-Formel 1 Chef nicht mehr. Aus heutiger Sicht, sagt Lauda.

Harsche Worte fand Lauda zu der "ewigen Ausrede" die Übernahme der hochverschuldeten Lauda Air hätte die AUA seinerzeit in die Bretoullie gebracht. Durch den Verkauf von zwei Langstreckenmaschinen und deren Backlease seien die Lauda-Verluste viel niedriger gewesen als kolportiert (Anm. rund 38 Mio EUR). 

Dazu habe die AUA auch die Chance verpasst, mit den viel günstiger produzierenden Zukäufen von Lauda Air und Tyrolean ihre alte Kultur aufzubrechen, um künftig auf der Langstrecke (Lauda Air) als auch auf der Kurzstrecke (Tyrolean) deutlich billiger zu fliegen. Das wäre  zukunftsweisend gewesen. Stattdessen habe sie beide  "ver-auert", so Lauda.

Hätte er es besser gemacht? Verglichen mit den AUA-Chefs, von Prammer/Rehulka bis Bierwirth/Malanik, von Lauda ein lautes "Ja", ohne Angeberei, "denn aufgrund dieser Manager war ja ich in der Lage, zweimal eine Airline zu gründen und auch zu verkaufen. Und man kann ja nur dann etwas verkaufen, wenn es auch einen Wert hat."

Lob hingegen gab es für den neuen  AUA-Chef Jaan Albrecht. Der Betriebsübergang zu Tyrolean wäre der richtige Weg gewesen. "Das war eine absolute Meisterleistung, so die alten Strukturen aufzubrechen. Dennoch muss man sich auch heute noch bei der AUA fragen: Reicht das? Ich sage, es reicht noch nicht", meint Lauda.

Gefragt zur Ursache der Probleme, die heute viele Airlines haben, kritisiert Lauda, dass zwar alle versuchen, die Kosten zu senken, dabei aber ganz vergessen, warum sie überhaupt fliegen: "für die Passagiere".  Die Einzigen, die auf die Kunden schauen, seien Emirates und Turkish.

In einem Resumée, ob sich Lauda als erfolgreicher Unternehmer sieht, meint er, anders als bei Lauda Air, die ja tatsächlich Verluste einflog, habe er bei NIKI alles richtig gemacht. Und mit sich selbst versöhnlich: "mit allen Ups and Downs, die jeder Unternehmer hat, bin ich im Rückblick mit meinen Leistungen zufrieden."
© aero.at | 14.01.2013 15:08

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Beitrag vom 15.01.2013 - 17:26 Uhr
Lauda ist und bleibt einfach ein Motorsportler und hat im Management eines Unternehmens nie was zu suchen gehabt.
Verhält sich ähnlich wie mit einem Bürgermeister der einen Flughafen bauen möchte.

Oder wie Verwaltungsjuristen und Physiker die Finanzminister und Kanzler abgeben sollen - aber er ist im Ernst ein überzeugender Motorsportler.
Beitrag vom 15.01.2013 - 16:06 Uhr
Lauda ist und bleibt einfach ein Motorsportler und hat im Management eines Unternehmens nie was zu suchen gehabt.
Verhält sich ähnlich wie mit einem Bürgermeister der einen Flughafen bauen möchte.
Beitrag vom 15.01.2013 - 11:28 Uhr
Ob sich sein Ego jemals erholen wird?

Ich glaube, nein.


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