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Landesminister wirft Regierung Wettbewerbsverzerrung vor

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Air Berlin Flugzeuge, © Air Berlin

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STUTTGART - Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wirft der Bundesregierung nach dem Verbot gemeinsamer Flüge von Air Berlin und Etihad Airways Wettbewerbsverzerrung vor. Er beobachte seit Jahren, dass der jeweilige Bundesverkehrsminister hartnäckig die Interessen der Lufthansa vertrete.

Die Lufthansa wolle ihre Drehkreuze in Frankfurt und München vor Wettbewerb schützen, sagte Hermann der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstag).

"Wir werden mit den anderen benachteiligten Ländern diese wettbewerbswidrige Politik nicht hinnehmen." Er habe sich wiederholt dafür stark gemacht, dass die erforderlichen Verkehrsrechte für Direktflüge von Golf-Airlines zwischen Stuttgart und arabischen Zielen eingeräumt werden, sagte der Minister, der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft ist.

Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad sind von Mitte Januar an verboten, weil sie nicht von einem internationalen Abkommen gedeckt sind. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hatte die vom Luftfahrtbundesamt getroffene Entscheidung im Dezember bestätigt. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg steht noch aus.
© dpa-AFX | 13.01.2016 21:01

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Beitrag vom 14.01.2016 - 17:09 Uhr
Auch die Industrie und die lokalen Dienstleister in Stuttgart werden durch Fraport am Wachstum gehindert.
Die Industrie usw. in Stuttgart werde "durch Fraport am Wachstum gehindert"? Ist das nicht etwas übertrieben?

 http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.baden-wuerttemberg-arbeitslosenzahlen-sinken-weiter.d13e7c8f-06e5-4d15-ad90-d6e016483d64.html
"Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg geht weiter zurück. Im November [2015] ... lag die Quote bei 3,6 Prozent ... Seit August (3,9 Prozent) ist die Quote um je 0,1 Prozentpunkte gefallen. Hauptgrund für die Entwicklung sei die weiterhin brummende Konjunktur."

BW hat traditionell die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in D hinter Bayern; die aktuelle Quote von nur 3,6% ist sehr nahe an der Grenze von praktisch erzielbarer Vollbeschäftigung.
Im Lichte dieser "weiterhin brummenden Konjunktur", welches wirtschaftliche Wachstum wird denn derzeit im Wirtschaftssuperstandort BW vermeintlich verhindert, behindert oder gehindert?

Dieser Wirtschaftsboom in BW soll nun aktuell (noch mehr) ausgebremst werden (?), weil die AB-EY Flüge, und damit auch die für STR als allerkritischter Flug (?) von AB geflogene Strecke STR-AUH, durch Wegfall der EY Codeshares in Zukunft nicht mehr als Teilstrecke eines Etihad e-tickets gebucht werden kann?

Es wurden bzw. werden doch durch die Gerichtsentscheidung gar keine Flüge als solche verboten. Sondern es wurde nur die Art, wie einige Flüge in Zukunft vermarktet werden können, nach den neuen Regelungen gegenüber der bisherigen Situation eingeschränkt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser rechtlichen Situation (wenn sie in höherer Instanz bestätigt wird) betreffen dann auch erst einmal nur AB und EY. (Die AB-EY Situation, und in dem Zusammenhang auch die weitere wirtschftliche Zukunft von AB, sind auch entsprechend erst einmal ein eigenständiger Themenkomplex.)

Codeshares sind natürlich derzeit weltweit sehr "in", insbesondere innerhalb jeder der drei weltweiten Airline Alliances, aber auch zwischen großen internationalen Airlines und spezifischen Regionalairlines in verschiedenen Ecken der Welt.
(Z.B.: PG944 VTE-BKK, auf dem ich 2015 flog (A319), hat inzwischen sechs (!) Codeshare Flugnummern:
AF8043, EY7715, GA9703, JL5970, MH5828, QR4496.
Ich hatte jedoch auf dem Flug ein one-way Ticket auf der Operating Airline PG, ohne Codeshare. Nebenbei: Was ist denn derzeit der Weltrekord in Multi-Codesharing in der Anzahl der parallel-laufenden Flugnummern? Und viel Spass beim Auseinanderhalten solcher 7+ Codeshare-Flugnummern und Airline-Logos an den Großbildschirmen in der Liste der laufenden Departures!)

Zur aktuellen AB-EY "mit-oder-ohne-Codeshare" Situation:
Eerstens bleiben die betreffenden AB Flüge inkl. alle von und nach STR doch auch unter der neuen rechtlichen Situation bis auf weiteres erhalten... oder habe ich da was verpasst?
Zweitens sind Umsteigeverbindungen mit Codeshares auf internationalen Flügen zwar in vielen Situationen eine Erleichterung (und sie sind reiserechtlich besser abgesichert). Jedoch ist diese spezifische Art der Vermarktung von Flugverbindungen keine a priori Vorraussetzung, eine beabsichtigte Sequenz von Flügen als Umsteigeverbindung nur auf diese Weise (durch Codeshares auf einem einzigen e-ticket vereint) zu buchen und zu absolvieren.
Drittens ist bezüglich der auch zukünftig noch vorhandenen internationalen Anbindung von STR die betroffene AB (laut ihrer Webseite) auch abgesehen von EY sehr gut durch Codeshare Agreements vernetzt: "The airline ... operates codeshare flights worldwide with 22 airlines."

Man erinnere sich: Es gab noch Zeiten, da flogen viele von D, d.h. historisch fast immmer FRA, international primär in westliche Richtung. (Ich selber erinnere mich gerne noch an FRA-JFK mit PanAm B747 in der Era vor etwa 30 Jahren.)
Hinsichtlich unserer aktuellen AB-EY Situation, und spezifisch deren vermeintlichen Konsequenzen im Gesamtumfeld von STR, gilt doch ganz klar: Das Marktsegment von und nach USA, Canada und Südamerika usw., sowie auch anderen internationalen Regionen wie innernalb Europas, ist von einem Wegfall der EY-Codeshares sowieso zum einem Teil gar nicht, und zu anderen Teilen nur sehr begrenzt betroffen.
Insbesondere: Die in D bisher praktisch unbegrenzt agierende TK hat STR in ihrem weitreichenden internationalen Hub-Streckennetz plus Codesharenetzwerk; damit bestehen von STR auch weiterhin Verbindunden zu allen wichtigen Destinations insbesondere in Asien, die auch von AB-EY als Codeshares von STR aus erreichbar sind bzw. es bisher waren.
Das bedeutet aber ganz explizit, dass durch die aktuelle Gerichtsentscheidung das gesamte "multiairlinecodeshare-ticketologisch" (!) von STR fliegbare weltweite Streckennetz gar nicht merklich eingeschränkt wird! Eingeschränkt wird gegebenenfalls nur die Auswahl der von STR buchbaren Codeshares.
(Hausaufgabe: Welche internationalen Destinations wären denn zukünftig ohne AB-EY Codeshares nicht mehr als andersartige Codeshare-Verbindungen von STR buchbar?)

So schließt sich auch wieder der Kreis: Es geht ja aktuell genau darum, dass Etihad bisher virtuell über Codeshares als Ziele in D auch STR und TXL anflog - und es nun sehr wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr tun kann, gemäß der nunmehr sehr strikten Auslegung im Vollzug des bilateralen Luftverkehrsabkommens zwischen D und den VAE. Ab jetzt werden die Festlegungen des Abkommens offenbar auch auf die "virtuellen Etihad Flüge" von und nach STR und TXL angewandt.
Dieser Umstand wiederum sollte aber ganz pragmatisch eigentlich gar kein großes Problem sein: Denn echte, reale EY Flüge von und nach STR und TXL gab es ja auch in der Verangenheit nicht - und dementsprechend wurden hier ja aktuell auch keine realen Flüge verboten. (TXL wird übrigens weiterhin von QR angeflogen... nicht virtuell, sondern real.)

Vermeintliche weiterreichende Kontroversen der derzeitigen Luftfahrtpolitik und luftfahrt-unternehmenswirtschaftlicher Politik in D bezüglich STR - und ich will nicht den Eindruck erwecken, ich sei als interkontinentaler Frequent Flyer von FRA solchen gegenüber ignorant - richten sich da aber sicher nicht primär an die Fraport, sondern eher an die Lufthansa und das Lufthansabundesamt.
Wenn viele dann meinen, all diese drei "stecken politisch unter einer Decke" usw., dann kann man das insbesondere vom regionalpolitischen Standpunkt von STR und BW aus durchaus so sehen.

Im weiteren Umfeld der derzeitigen luftfahrtpolitischen Diskussionen in D würde ich es aber figurativ eher so beschreiben: Bezüglich der (vermeintlichen) schleichenden Eroberung des Weltpassagierluftverkehrs (auch von und nach D) durch die Golfairlines EK, QR und EY arrangieren sich derzeit die Fraport, die LH und das Lufthansabundesamt in vielerlei Hinsicht so, als würden sie (und damit auch überwiegende Bereiche der Luftverkehrsbranche in D) "alle im selben - und vermeintlich langsam sinkenden - Boot sitzen".

Nun ist in dieser figurativen Sichtweise eben dieses "Boot" für uns nicht völlig von außen einsehbar: Schon alleine die Detailvereinbarungen innerhalb der bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen D und den VAE bzw. Qatar - sowie alle aktuell hinter verschlossenen Türen stattfindenden Verhandlungen - sind nicht öffentlich zugänglich.
Ich persönlich habe bisher den Eindruck, die beteiligten Players in D rudern in ihrem "gemeinsamen Boot" auch nicht unbedingt in einem gemeinsamen Rhythmus in die gleiche Richtung. Denn bisher sind alle Big Players in D bezüglich des enormen andauernden Wachstums der Golfairlines erst einmal sichtlich nervös (und in den USA ebenso).
Das tiefere Problem ist und bleibt jedoch hier weiterhin bestehen: Solche (auch in D z.T. bereits ganz offen bzw. öffentlich ausgetragene) kollektive Nervösität von beteiligten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern war noch nie ein guter Motor für strategisch sensible, kooperative internationale Wirtschaftspolitik.

Von diesen paar nun sehr wahrscheinlich zukünftig wegfallenden Codeshares jedenfalls wird die globale Welt des fleißig wachsenden internationalen Passagierluftverkehrs kaum Notiz nehmen; und die lokale Welt von STR und dem Wirtschaftsstandort BW wird kaum einen real messbaren Schaden davontragen.

"Wer auch kann ohne Codeshares fliegen -
An Tickets kommt er immer dran;
Den kann kein Airlinebund besiegen -
Er ist und bleibt sein eig'ner Mann!"
Greetings aus NBO
Beitrag vom 14.01.2016 - 16:46 Uhr
LH mag durchaus effektiv Lobbyismus in Berlin betreiben.

Aber ausgerechnet Etihad zum Thema Wttbewerbsverzehrung heranzuziehen hat mehr als ein Geschmäckle. Nachdem dieser Typ schon mehrmals bewiesen hat dass er von Eisenbahn keine Ahnung hat zeigt er es auch beim Thema Fliegen.
Beitrag vom 14.01.2016 - 13:55 Uhr
Das sind ja wieder schöne Weisheiten hier. Stuttgart wird gedeckelt, damit in FRA oder MUC umgestiegen wird? Dann bring man gleich AMS (3xtäglich), CDG (3xtäglich), LHR (2xtäglich),
CPH (3x täglich) und IST (5xtäglich) mit ins Spiel. Diese Hubs mit ihren Homecarriern saugen ebenso die PAXE ab, wie FRA und MUC by LH.
Die BWler Grünen sind Realos und Wirtschaftsfreundlicher? Mag sein. Vor allem für die Araberlobby ist der Herr Minister zugänglich, sonst hätte er sich seinen Spruch verkneifen können.
Es gibt nun mal ein Abkommen bezüglich der Landerechte und das ist noch gültig auch wenn EY/AB
ständig versuchen dieses Abkommen zu unterwandern. Man kann sich schliesslich genausogut fragen, warum wurden die Code-Shares erst genehmigt. Arabischer Lobbyismus?
Desweiteren steht es EY offen nach STR zu fliegen und dort auch per Code-Share mit AB zu kooperieren. Sie müssen halt nur einen anderen Flughafen opfern. Frankfurt wär ne Möglichkeit, da hat EY keinen Partner und LH hätt bestimmt nix dagegen...


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