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McCall: Air France und Lufthansa leichte Beute

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Easyjet-Chefin Carolyn McCall, © Easyjet

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VENEDIG - Auch erfolgsverwöhnte Billigflieger sind vor Rückschlägen nicht gefeit. Easyjet erlebte in neuen Märkten außerhalb der EU 2015 herbe Enttäuschungen und will sich nun auf Kontinentaleuropa konzentrieren. Hier gibt es für Easyjet schließlich noch viel zu holen, meint Airlinechefin Carolyn McCall.

Auf Europas Kurzstrecken "gewinnen wir", sagte McCall am Montag in Venedig. Easyjet werde der "strampelnden" Air France und Lufthansa weitere Marktanteile abnehmen. Die großen Flugkonzerne "suchen ein neues Geschäftsmodell", würden aber "nie die Günstigkultur und Kosteneffizienz" von Easyjet erreichen.

Gleichwohl steht auch Easyjet vor großen Hausaufgaben. Die Strecke London - Moskau gab Easyjet im Sog der russischen Wirtschaftsschwäche schon im September auf. Die angespannte Sicherheitslage in Nordafrika sorgte für einen holprigen Start ins neue Geschäftsjahr.

Auch in Italien hat es Europas zweitgrößter Günstigfluganbieter dieser Tage nicht leicht - Ryanair und die IAG-Tochter Vueling verdrängten Easyjet mit aggressivem Preiswettbewerb nach sechs Jahren aus ihrer Basis Rom Fiumicino. Nun versucht Easyjet unter anderem in Venedig ihr Glück.

Vor drei Jahren erhielt Easyjet die Streckenrechte für London - Moskau und Rom - Mailand in der selben Woche. McCall pries die Flüge als Treiber einer stärkeren Ausrichtung des Angebots auf Geschäftskunden. Die für dieses Klientel interessanten Flughäfen hat inzwischen auch Ryanair für sich entdeckt.

Zumindest nach Meinung der Börse macht Ryanair zur Zeit einen besseren Job als Easyjet. Aktien des irischen Günstiggianten verteuerten sich in den letzten beiden Jahren um 50 Prozent, der Easyjet-Kurs legte zeitgleich um lediglich zehn Prozent nach zu.

Immer häufiger begegnen sich Ryanair und Easyjet nun an größeren Flughäfen, was laut McCall die Kosten von Ryanair erhöhen wird. Davon zeigt sich McCalls Gegenüber Michael O`Leary bisher allerdings wenig beeindruckt. Erst am Montag kündigte Ryanair eine weitere Senkung der Ticketpreise an.

Easyjet will den irischen Konkurrenten nicht ganz enteilen lassen und setzt auf eine Skalierung ihres Geschäftsmodells. Die Effizienz werde mit dem Eintreffen neuer Airbus A320 und A320neo steigen, die jeweils 30 Sitze mehr an Bord haben als die heute vorwiegend von Easyjet eingesetzten A319, sagte McCall.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Airbus | 02.02.2016 10:46

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Beitrag vom 03.02.2016 - 21:24 Uhr
RYR war denen bisher immer einen oder zwei Schritte voraus.
Sehe ich auch so, auch wenn ich gewisse Praktiken von Ryanair als grenzwertig erachte (z.B. die Ein-Mann-Firmen für Piloten). Aber die Strategie von Ryanair scheint bisher sehr gut zu funktionieren. Wenn sie sich allerdings von den Provinzflughäfen weg zu den großen Hubs hin orientieren, werden sie dieselben Probleme wie easyJet bekommen.

Was ich bei easyJet nicht verstehe, ist, wieso sie nicht gleich auf A321 setzen. Die wären noch effizienter und auf vielen Strecken wären sie auch zu füllen. WizzAir hat das schon erkannt und 110 A321NEO geordert.
Beitrag vom 03.02.2016 - 16:44 Uhr
Erfrischender Artikel - auch bei LCC ist nicht alles Gold was glänzt. Easyjet hat sicher immer noch Kostenvorteile gegenüber Lufthansa und Co. Nur als Passagier merke ich davon auf vielen Strecken nichts mehr. RYR war denen bisher immer einen oder zwei Schritte voraus.
Beitrag vom 02.02.2016 - 12:45 Uhr
Bei den aktuellen Preisen im "Light"-Tarif z.B. von Swiss sollte man die Konkurrenz der "Legacy-Carriers" nicht unterschätzen. Wenn ich für praktisch das gleiche Geld wie bei easyJet & Co. einen besseren Service bekomme (nicht nur im Flugzeug, sondern auch beim Check-in, oder wenn mal ein Flug verspätet ist), dann ist für mich die Wahl klar.

Ryanair hat allerdings den Vorteil, dass sie Verbindungen anbieten, die sonst niemand im Flugplan hat, wie z.B. Memmingen-Trapani (beliebt bei Kitesurfern in Bayern und der Ostschweiz). Da können sie zur Hochsaison auch mal Tickets für mehrere hundert Euro verkaufen.


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