108 Flüge untersucht
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Lufthansa-Messungen: Kabinenluft sauber

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Lufthansa Europakabine, © Deutsche Lufthansa AG

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FRANKFURT - Die Luft in Flugzeugkabinen ist einer Messreihe der Lufthansa zufolge so sauber wie in Arbeitsräumen am Boden.

Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) habe man im Zeitraum von April 2013 bis Mai 2015 bei 108 Testflügen die Kabinenluft mit einem eigens entwickelten Messkoffer untersucht, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit.

Während der Flüge mit verschiedenen Airbus-Jets der Typen A380 und A320 sei es auch zu Geruchsvorfällen gekommen, ohne dass dabei die besonders schädlichen Trikresylphosphate (TCP) nachgewiesen werden konnten. Die Werte für alle mehr als 200 untersuchten Stoffen hätten unterhalb gültiger deutscher und internationaler Richtwerte gelegen, teilte die Lufthansa mit. Unter anderem wurde auch nach Kohlenmonoxid, Ozon und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) gesucht.

Zuletzt hatten Arbeitsmediziner der Universität Göttingen die VOC neben Organophosphaten als mögliche Ursache für eine Reihe gesundheitlicher Beschwerden des Kabinenpersonals benannt. Die Mediziner haben nach eigenen Angaben mehr als 140 Patienten untersucht. Umstritten ist insbesondere die Anerkennung der Beschwerden als Berufskrankheit.
© dpa | 09.03.2016 22:25

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Beitrag vom 12.03.2016 - 18:18 Uhr
Ja, es gibt mehrere vergiftete Besatzungsmitglieder.
Allerdings scheint das Ganze etwas aus der Relation zu geraten.
Bisher fehlt der Beleg das jeden Flug ein bisschen Vergiftung dazu kommt oder ob es eher einmalige Fälle oder mehrere Fälle kurz hintereinander sind. Das macht es ja so schwer hier eine Anerkennung als Berufsrisiko zu bekommen.

Bisher fehlt ein eindeutig nachgewiesener Wirkmechanismus, Grenzwerte, ab wann welche Substanzen (in Kombination?) giftig wirkten und welche akkumulierter Wirkung mehrerer Events nacheienander auf den Organismus ausüben und mit welcher Verzögerung physiologischer Wirkung nach einer Exposition auftreten.
Neuro-degenerative Erkrankungen haben ja oftmals einen mehrjährigen Verlauf, bevor Symptome überhaupt auftreten.

Nicht zuletzt fehlt immer noch eine eindeutige Kategorisierung von "Fume Events" mit potentiellen physiologischen Wirkungen, wobei heute da alles von schmorenden elektrischen Leitungen über Enteisungsflüssigkeit bis hin zu verbranntem Turbinenöl in der Klimaanlage drunter fallen kann.

Das soll das Risiko aber nicht kleinreden.

Einverstanden.
Und das ist der einzige Punkt, warum ich weiter oben so auf der LH rumgehackt habe. Beim aktuellen Kenntnisstand war diese Pressemitteilung überflüssig, falsch und sie verharmlost nicht nur eine bisher nicht klar abschätzbare Gefahr, sie erklärt diese Gefahr auch bei der Lufthansa für nicht existent.
Beitrag vom 11.03.2016 - 22:11 Uhr
Es gibt wohl auch kein Ereignis, bei dem mehre Personen (Passagiere und(!) Besatzungsmitglieder) akute Vergiftungserscheinungen hatten.
Möglicherweiser ist das auch ein schleichender Prozess. Es wird erst recht schwierig, falls noch eine entsprechende Disposition vorliegen muß.
Bei den medizinischen bzw. technischen Untersuchungen muß man auch genau wissen, wonach man suchen will. Man sucht doch nicht nach Elementen sondern nach Verbindungen bzw. möglichen Resten (vgl. POV).
Beitrag vom 11.03.2016 - 21:26 Uhr
Ja, es gibt mehrere vergiftete Besatzungsmitglieder.

Allerdings scheint das Ganze etwas aus der Relation zu geraten. Bisher tut man sich schwer die Häufigkeit der Belastung zu definieren. Es gibt mehrere Studien unterschiedlicher Institute und von einer generellen Gefährdung auf jedem Flug ist man weit entfernt.

Auch scheint es keinen eindeutigen Auslöser zu geben, den man ja dann abstellen könnte. Sicher ist nur, wenn es Kontaminationen gibt sind sie schwerwiegend. Sicher ist weiterhin, das System ist anfällig. Aber das Besatzungsmitglieder (wie auch Vielflieger) hier in selbstmörderischer Mission unterwegs sind, davon sind wir weit entfernt wenn man sich die nackten Zahlen (Passagieranzahl/Vorfälle) anschaut.

Bisher fehlt der Beleg das jeden Flug ein bisschen Vergiftung dazu kommt oder ob es eher einmalige Fälle oder mehrere Fälle kurz hintereinander sind. Das macht es ja so schwer hier eine Anerkennung als Berufsrisiko zu bekommen.

Das soll das Risiko aber nicht kleinreden.

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2016 21:30 Uhr bearbeitet.


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