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BEA nimmt Politik und Piloten in die Pflicht

germanwings Airbus A320
germanwings Airbus A320, © Ingo Lang

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PARIS - Medizinische Persönlichkeitsrechte einschränken, Piloten mit psychiatrischen Problemen aber umso mehr Unterstützung anbieten. Das ist die Essenz der Sicherheitsempfehlungen, die Frankreichs Flugunfallbehörde BEA im Abschlussbericht zu Germanwings-Flug 4U9525 ausspricht.

"In einigen Ländern ist es sogar vorgeschrieben vertrauliche medizinische Daten von Piloten an die Behörden weiterzugeben, falls die öffentliche Sicherheit gefährdet ist", wiesen die Ermittler am Sonntag auf internationale Diskrepanzen im Umgang mit dem Sicherheitsrisiko hin.

Piloten mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung sollen regelmäßig überprüft werden und dürfen sich nicht auf die ärztliche Verschwiegenheit verlassen. Im Gegenteil - das BEA schlägt bindende Meldepflichten für Ärzte vor, sofern sie ein evidentes Sicherheitsrisiko erkennen.

Doch an welchem Punkt überschreitet beispielsweise eine Depression die Schwelle zum auch heute schon (anonymisiert) meldepflichtigen Grenzfall oder gar zum Risiko für die Flugsicherheit?

Im Fall von Andreas L. erkannte ein Arzt laut BEA zwei Wochen vor der Katastrophe eine Psychose und habe die Einweisung in eine Fachklinik empfohlen. Eine harte Meldepflicht dürfte dazu führen, dass Gutachter die Behörden noch erheblich früher auf kritische Patienten hinweisen.

Nur eine Enttabuisierung psychischer Erkrankungen von Piloten kann verhinden, dass in einer Meldekette Verantwortlichkeiten durchgereicht werden. So soll laut BEA die Einnahme von Antidepressiva unter ärztlicher Aufsicht nicht zwangsweise flugmedizinischer Tauglichkeit entgegenstehen.

Wer aufgrund seiner Erkrankung jedoch aus dem Flugdienst ausscheiden muss, soll finanziell abgesichert sein. Das "Fehlen einer Versicherung, die das Risiko des Verlusts des Einkommens im Falle von Fluguntauglichkeit abgedeckt hätte", könnte Andreas L. an einer Selbstanzeige gehindert haben, merkt das BEA an.

Verpflichtende, regelmäßige "psychologische Tests aller Piloten, um schwere psychische Erkrankungen aufzudecken", soll es auch in Zukunft nicht geben - sie seien weder produktiv noch kosteneffektiv.

Pilotenvertretungen nahmen das mit gewisser Erleichertung auf - so sprach die Vereinigung Cockpit (VC) von einem "ausgewogenen Maßnahmenpaket", das das BEA vorgeschlagen habe.
© aero.de | Abb.: BEA | 14.03.2016 10:46

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Beitrag vom 14.03.2016 - 22:10 Uhr
Klar, 149 Tote ist natürlich ziemlich platt- sorry das ich so dumm bin, das zu begreifen.
Beitrag vom 14.03.2016 - 22:04 Uhr
Wenn man nicht versteht was damit gemeint war dann muss man eben auf platte Weise antworten ,ist ja klar ...............
Beitrag vom 14.03.2016 - 21:32 Uhr
Nun lassen Sie mal "die Kirche im Dorf"!
Es geht um eine Krankheit und um Menschen die Hilfe brauchen, diesen zu helfen und (hoffentlich) dramatische, schlimmste Folgen zu vermeiden.
Und Sie kommen mit " Mobbing".
Platter geht's wohl nicht?


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