Flug FZ-981
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Boeing 737-800 von FlyDubai in Südrussland abgestürzt – 62 Tote

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flydubai Boeing 737-800, © The Boeing Company

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ROSTOW - Beim Absturz einer Boeing 737-800 (Reg. A6-FDN) in Südrussland sind nach Behördenangaben alle 62 Menschen an Bord getötet worden. Die Maschine der Low-Cost-Gesellschaft FlyDubai stürzte am Samstagmorgen beim zweiten Landeanflug auf den Flughafen der Stadt Rostow am Don unter schlechten Wetterbedingungen ab.

In der Region etwa 1000 Kilometer südlich von Moskau herrschte zu der Zeit stürmisches Wetter mit Regen und schlechter Sicht. An Bord der Boeing 737-800 waren den Angaben nach 55 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder. Offenbar gibt es keine Überlebenden.

Radardaten von FlightRadar24.com zeigen, dass die Boeing 737-800 nach einen erstem Landeversuch gegen 23.40 Uhr (UTC) fast zwei Stunden östlich von Rostow in einer Höhe zwischen 8.000 bis 15.000 Fuß kreiste, ehe sie beim zweiten Landeversuch um 1.43 Uhr (UTC) in steilem Winkel 250 Meter von der Landebahn entfernt abstürzte, zerbrach und in Flammen aufging.

Wie der "Aviation Herald" berichtet, hat die Boeing beim Aufsetzen mit der Flügelspitze den Boden berührt. Auftretende Windböen sollen eine Geschwindigkeit von rund 42 Knoten (22 m/s) gehabt haben. Das Flugzeug soll den Angaben zufolge Treibstoff für bis zu 8,5 Stunden Flugzeit an Bord gehabt haben. Der Absturz ereignete sich 6:02 Stunden nach dem Start.

In der Zeit versuchte eine Maschine der russischen Aeroflot aus Moskau dreimal vergeblich, in Rostow zu landen. Schließlich landete dieser Airbus sicher etwa 250 Kilometer entfernt auf dem Flughafen von Krasnodar. Auch ein Flug von Czech Airlines aus Prag wurde dorthin umgeleitet. Eine Maschine von Turkish Airlines kehrte nach Istanbul zurück.

Die Boeing 737 kreise laut Radardaten offenbar rund zwei Stunden nahe Rostov-on-Don., © Twitter/FlightRadar24


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Inoffizielle Radardaten der letzten beiden Flugminuten von Flug FZ-981: Die Boeing 737 steigt im Endanflug plötzlich rasant und verliert anschließend wieder an Höhe. Ihre Geschwindigkeit nimmt zu., © aero.de / flightradar24.com

«Wir wissen von einem Zwischenfall mit unserem Flug FZ981 von Dubai nach Rostow am Don», schrieb die Fluggesellschaft in einer ersten kurzen Stellungnahme auf Facebook. FlyDubai ist eine Billigfluglinie mit Sitz im Golfemirat Dubai, sie gehört nicht zur großen Fluggesellschaft Emirates.

«Das Flugzeug konnte unter schwierigen Bedingungen nicht sofort landen und drehte eine Schleife. Beim zweiten Anflug kam es zu dem Absturz», sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der Agentur Tass. Beim Aufprall auf die Landebahn sei die Maschine zerbrochen, sagte Igor Oder, regionaler Chef des russischen Zivilschutzes, der Agentur Interfax.

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Bergungarbeiten nach Absturz von Flug FZ-981, © mchs.gov.ru

Der Flughafen von Rostow wurde wegen der Bergungsarbeiten geschlossen, Flüge wurden nach Krasnodar umgeleitet. Nach Angaben von SkyNewsArabia wird die Schließung für mindestens 24 Stunden aufrecht erhalten. Der russische Fernsehsender Lifenews veröffentlichte eine angebliche Passagierliste von Flug FZ981. Danach waren die meisten Fluggäste russische Staatsbürger.

Die Boeing 737-800 von FlyDubai mit der Registrierung A6-FDN war erst fünf Jahre alt. Das bislang letzte schwere Unglück einer ausländischen Fluglinie in Russland war der Absturz eines Airbus A320 der armenischen Armavia im Mai 2006 bei Sotschi am Schwarzen Meer. Damals kamen 113 Menschen ums Leben.

Update 13:05 Uhr: Flugschreiber geborgen


Bei Tageslicht versuchten 700 Rettungskräfte, die Trümmer und die Opfer zu bergen. Sie fanden am Vormittag auch die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine.

Im Flughafengebäude kümmerten sich Notfallärzte und Psychologen um die verzweifelten Angehörigen. Die Passagiere waren nach Angaben von FlyDubai 33 Frauen, 18 Männer und 4 Kinder. Die meisten waren russische Touristen auf dem Heimflug. Außerdem saßen acht Ukrainer, zwei Inder und ein Usbeke in der Maschine.

Die Besatzung von Flug FZ981 kam unter anderem aus Griechenland und Spanien. Beide Piloten hatten nach Angaben der Airline etwa 5.700 Flugstunden Erfahrung.


Diese Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt den Absturz von Flug FZ-981 (unbestätigt), © YouTube


Flug FZ-981: Absturzstelle bei Tagesanbruch, © Twitter / ZaharSpotter URRR

© dpa, aero.de | Abb.: The Boeing Company, Archiv | 19.03.2016 05:33

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Beitrag vom 12.04.2016 - 09:40 Uhr
@swift1212,

gab es da wirklich CBs oder wollten die Wetterfrösche nur auf der sicheren Seite sein?
Angeblich ist Letzteres der Fall!
Z. B. heute: Metar und Taf:
URRR 120700Z 09002MPS 050V130 5000 BR SCT/// BKN100 15/12 Q1008 R04/CLRD70 NOSIG RMK QFE750/1000

TAF URRR 120501Z 1206/1306 03003G08MPS 2100 BR SCT007 SCT020CB
TEMPO 1206/1209 VRB01MPS 0300 FG SCT002 SCT020CB
BECMG 1209/1211 9999 NSW SCT010 SCT020CB
PROB40
FG SCT002 und SCT020CB passen nicht zusammen! Aufliegende Nebelfetzen gibt es nach schwerem Gewitter in den Tropen - bei fast Windstille.

Bei Verlust der ias (wg. Winscherung usw.) drückt man und die Trimmung läuft, wenn überhaupt nur sehr träge nach. Aber die Trimmung war am Anschlag!

Dieser Beitrag wurde am 12.04.2016 09:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.04.2016 - 08:17 Uhr

Der Wind ist mir schon aufgefallen, besonders im ersten Video. Da die Maschien nach dem durchstarten aber laut Radardaten wohl über 1000 Meter Höhe erreicht hat und vom Zeitpunkt des Durchstartmanövers bis zum Einschlag etwa eine Minute.verging dürfte das Wetter bzw. der Wind als Ursache nur eine geringfügige Rolle spielen.

Die Flugschreiber werden ja gerade ausgewertet, dürfte also nicht mehr lange dauern bis die Ursache geklärt ist.


@Godzilla7
.
Der Wind auf den Videos ist nur ein Marker. - Aus den andern Daten kann man das Gebilde schon recht deutlich erahnen, denn die passen wohl recht gut zusammen.
Die Auswertung des Flugschreibers alleine bringt nur einen kleinen Teil der Antworten.
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Gehen Sie einfach einmal davon aus, dass es mit diesem Durchstartmanöver keine Chance für die Menschen an Bord gab und dass alle Daten schlüssig sind.
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Gebe Ihnen später mal die Daten in einer anderen Reihenfolge der Aufstellung rüber und dann können Sie das mal mit Ihren Daten nachprüfen und überlegen, welches Gebilde da wohl stand und wie eine Prozedur zum Überleben denn ausgesehen hätte.
- Wenn das so ist, wie es im Moment aussieht, dann betrifft das wohl viele Piloten, die den gleichen Fehler gemacht hätten und war nicht unbedingt das, was man in die Kategorie "Pilotenfehler" sondern was man eher als "Systemfehler" einordnen müsste.
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Koennen sie das bitte erlaeutern?

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@Jasonbourne

Kann dem nicht folgen. Ich sehe in dem einem Video stark schwankende Baeume, im anderen scheint fast kein Wind zu gehen.
Weshalb soll dann das Durchstarten toedlich sein?

>
Wenn man aus einer Badewanne den Stöpsel herauszieht, dann spielt sich das Hauptgeschehen auch nur an einer signifikanten Stelle und da richtig heftig ab, während sich die anderen Strömungsverhältnisse sich in der Badewanne auch nicht großartig ändern! – Genauso wie ein Fluss, der ein Wehr überströmt. Davor und dahinter ist die Strömung auch vollkommen anders als in den Wirbeln und Rückströmungen im Bereich dieses Hindernisses. Der übrige Fluss ist dann wieder vollkommen anders.
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Wie sind denn die Daten?
Kaltfront im Winter
Wind aus 260°/60kt
Strömung mit >100km Anlaufstrecke über eine Energiequelle mit Luftbefeuchtung und Lufterwärmung in Richtung 260°
Auslösekante von ca. 25-30km quer zur Strömungsrichtung
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Wo und wie hat denn die Crew die Wartezeit abgeflogen und wo nicht?!
Wo standen denn die CBs, wenn man deshalb 2 Stunden in der Luft wartet?
Wie ist denn die Crew kurz vor dem Crash geflogen?
Was haben die Datenrekorder der 4 Maschinen ergeben?
Welche Wetterbedingungen haben die ganzen Überwachungskameras und Dashcams aufgezeichnet?
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Wenn die Bedingungen alle passen dann zeigt das Video das, was man da an der 25km Küstenlinie erwarten würde: – Interessant sind diese Stellen, wo sich die Blitze entladen!
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 https://www.youtube.com/watch?v=l0wU_19diNM
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– Wenn man das Gebilde sieht und dann die Wetterdaten dazu betrachtet dass, die Luftmasse mit 60kt irgendwie daran vorbei muss, weil so ein Gebilde an der Küstenlinie quer im Strömungsweg steht, dann sind die Strömungsverhältnisse vor und hinter einer solchen Störung eigentlich recht eindeutig, welche Strömungen sich da einstellen! – Das Gebilde steht dann wie eine Wand quer zur Lande- und Flugrichtung.
- Dann passen die unterschiedlichen Windstärken und -richtungen auf den Videos, das Durchstartmanöver, der Flugweg für die Wartezeit, die Windrichtung, und die Steuerbewegungen der Crew und der Crash zusammen!
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@ FW190

„…Sonst bleibt ja fast nur eine bewusste Herbeiführung eines Wertes jenseits des Normalen…“

 http://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/antworten/Neuer-Zwischenbericht-zum-FlyDubai-Absturz-/#formular
.
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Wenn jemand schon einmal in eine ähnliche Windscherung eingeflogen ist und sein Flugzeug einfach vom Himmel fällt, dann weiss man doch welche Steuerbewegungen man dann instinktiv machen muss, um da wieder rauskommen zu können! - SOFORT UND VOLL RÜCKEN, damit sich wieder eine ausreichende Strömung am Tragflügel einstellt. - Selbst wenn man da voll drückt so nimmt die Fahrtanzeige kaum zu und der Flieger fällt trotzdem erst einmal direkt vom Himmel! Es dauert gefühlt unendlich lange, bis man da wieder seinen Flieger im Griff hat.
Wie ist die B737 geflogen! - Und was haben die Piloten hier gemacht?
- Hat die Crew etwa genau das ganz bewusst zum Überleben gemacht?
.
Beitrag vom 23.03.2016 - 17:56 Uhr
Downburst zum Boden - so stark das eine 737 mit ca. 240 knt IAS in Schwierigkeiten kommt?
Dann muss aber am Boden schon ein mächtiger Orkan herrschen - und nicht ein Windchen mit ein paar läppischen 25 oder 30 m/sec!
Mir fällt dazu nur schwerste Vereisung ein. Aber ob es bei der Geschwindigkeit überhaupt einen nennswerten Eisansatz an einer 737 geben kann, weiss ich nicht...

Meine Gedanken gehen in die Richtung, dass es sehr starke Winde direkt Richtung Erdboden innerhalb der Wolken gegeben haben könnte. Wie würden sich in dem Fall die Instrumentenanzeigen verhalten. Würde den Piloten in dem Fall eine starke Steigrate zur Umgebungsluft angezeigt?

Falls den Piloten dadurch ein deutlich zu starker Steigflug angezeigt würde, wäre es doch nur Richtig den Winkel zu veringern um einen Stall zu vermeiden. In dem Fall zuviel gesenkt da garkein Steigflug real vorhanden sondern nur zur umgebenden Luftmasse, die aber selber schnell Richtung Erdboden strömt.

Im schlimmsten Fall würden die Piloten das erst beim Verlassen der Wolken bemerken und evt vorher nur an gestörte Anzeigen gedacht haben.

Nach dem Verlassen der Wolkenschicht hat es nur ca 4,5 bis 5 Sekunden bis zum Aufschlag gedauert. Nach 1-2 Schrecksekunden erste Reaktion die Maschine Hochziehen. Wie lange braucht eine 737 um auf die Steuerbefehle zu reagieren?

Aber ich vermute hier nur. Aber ich tippe auf starke Downwinde die bei den Piloten eine Desorientierung verursacht haben könnten, so ohne Sicht in den Wolken.

Eine Kombination aus Übermüdung und widrige Umstände.

Dieser Beitrag wurde am 23.03.2016 17:58 Uhr bearbeitet.


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