Flug MS-181
Älter als 7 Tage

Entführung eines Egyptair-A320 unblutig beendet

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Airbus A320 der Egypt Air, © Kurush Pawar, CC BY-SA 2.0
NIKOSIA / KAIRO - Nach einem stundenlangem Nervenkrieg ist die Entführung eines Airbus A320 der Egyptair in Zypern unblutig zu Ende gegangen. Der aus Ägypten stammende Täter ergab sich am frühen Dienstagnachmittag auf dem Flughafen der zyprischen Hafenstadt Larnaka widerstandslos. Alle Geiseln kamen frei und waren wohlauf.

Der zyprischen Regierung zufolge waren 72 Menschen an Bord des Flugzeuges der Gesellschaft Egyptair. Ob zu ihnen auch der Entführer zählte, blieb zunächst unklar.

Das Flugzeug war am Dienstagmorgen in Ägypten auf dem Weg von Alexandria nach Kairo, als der Mann es in seine Gewalt brachte. Er zwang die Piloten zur Landung in Larnaka. Nach Angaben des zyprischen Außenministers Ioannis Kassoulides trug der Entführer eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels.

Unklarheit herrschte bis zuletzt über das Tatmotiv. Zyprische Regierungsvertreter schlossen einen Terrorhintergrund aus.

«In den ersten drei Stunden der Verhandlungen erklärte der Entführer, er wolle einen Umschlag mit einem Brief an seine Ex-Frau übergeben», sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides. Dann habe er auch einige andere Forderungen gestellt. Diese habe er ebenfalls in seinem Brief niedergeschrieben.

«Wir warten jetzt auf die offizielle Übersetzung», sagte Christodoulides. Erst dann werde man mehr über die Motive des Mannes wissen.

Zyprischen Medien zufolge verlangte der Entführer außer einem Gespräch mit seiner Ex-Frau - einer Zyprerin - auch die Freilassung oppositioneller Frauen aus ägyptischen Gefängnissen.

Nach Angaben von Außenminister Kassoulides forderte der Ägypter ferner die Betankung des Flugzeugs und einen anschließenden Weiterflug nach Istanbul. «Wir haben dies ausgeschlossen. Dann hat er sich ergeben», sagte der Minister.

Der Entführer hatte bereits kurz nach der Landung in Larnaka um 8.46 Uhr Ortszeit (7.46 Uhr MESZ) fast alle Passagiere und Besatzungsmitglieder freigelassen. Nach ägyptischen Angaben befanden sich zuletzt noch der Flugkapitän, der Co-Pilot, eine Flugbegleiterin, ein Sicherheitsangestellter und drei Passagiere in seiner Gewalt. Bevor der Entführer sich ergab, verließen diese das Flugzeug.

Der ägyptische Minister für zivile Luftfahrt dankte der Besatzung. Die Crew habe mit großer Professionalität gehandelt, lobte Scherif Fathi in Kairo. Der Flugverkehr in Ägypten gehe mit Ausnahme einiger Verspätungen normal weiter. Das Ministerium gab an, an Bord seien 55 Passagiere gewesen, unter ihnen auch Ausländer.

Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war vergangenes Jahr in die Kritik geraten. Ende Oktober detonierte in einem vom Badeort Scharm el Scheich gestarteten russischen Urlaubsflieger eine Bombe. Alle 224 Insassen starben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich zu der Tat bekannt.

Flug MS-181 auf dem Rollfeld in Larnaka, © Twitter
 

Flug MS-181 am 29. März 2016, © Twitter/FlightRadar24

© dpa | Abb.: Kurush Pawar / CC BY-SA 2.0 | 29.03.2016 08:06

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Beitrag vom 30.03.2016 - 09:09 Uhr

Zugegeben, ein plus für die verriegelte Ckpt-Tür. Bin ja nicht so der Fan davon. Aber in diesem Fall hat sie wohl schlimmeres verhindert und der Crew vorne ein sicheres Umfeld geschaffen, um das Flugzeug sicher zu Boden zu bringen.


Woher wissen Sie das? Dass es die Vorschrift gibt, dass die Cockpittür geschlossen sein muss, heißt ja nicht, dass sie es auch tatsächlich gewesen ist. Vielleicht hat der Entführer unter Androhung von Gewalt an Passagieren oder Crew die Piloten dazu bewegt, noch im Flug die Tür zu öffnen.
Vielleicht wird es mal einen detaillierten Bericht geben, der veröffentlich wird. Bis dahin ist alles Spekulation.

Aber sicher ist, und da haben Sie recht, das es gut ist, dass die Entführung unblutig zuende gegangen ist, und auch dass es erschreckend ist, dass soetwas überhaupt noch möglich ist.

Gruß
Khaki
Beitrag vom 29.03.2016 - 23:44 Uhr
Gut das diese Entführung unblutig beendet werden konnte.

Trotzdem wieder einmal erschreckend, das es in der aktuellen Zeit des Terrors überhaupt möglich ist.

Zugegeben, ein plus für die verriegelte Ckpt-Tür. Bin ja nicht so der Fan davon. Aber in diesem Fall hat sie wohl schlimmeres verhindert und der Crew vorne ein sicheres Umfeld geschaffen, um das Flugzeug sicher zu Boden zu bringen.

Es hätte auch anders enden können ...




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