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Ryanair weist Vorwürfe zum Sozialdumping zurück

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Ryanair hat Vorwürfe zu schlechten Arbeitsbedingungen ihres fliegenden Personals zurückgewiesen. Insbesondere der Markt für Piloten sei hochreguliert und internationalisiert, sagte der Airline-Personalchef Eddie Wilson der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Frankfurt.

Letztlich könnten sich Piloten weltweit ihre Arbeitsstelle aussuchen. "Wir brauchen und haben attraktive Arbeitsbedingungen, damit die Leute überhaupt zu uns kommen."

Sowohl die deutschen Luftverkehrsgewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit als auch hessische Landtagsabgeordnete hatten der Fluggesellschaft vorgeworfen, ihre Kostenvorteile auch zulasten des Personals zu erreichen. Vom kommenden Frühjahr an will die größte europäische Low-Cost-Airline auch in Frankfurt starten und erhält dafür Gebührenrabatte des Flughafenbetreibers Fraport.

Wilson räumte ein, dass rund ein Drittel der Kapitäne und etwa 80 Prozent der Co-Piloten über Fremdfirmen beschäftigt sind. Insbesondere den jüngeren Kollegen sei allerdings die Flexibilität willkommen, weil nicht feststehe, wo sie einst als Kapitän stationiert würden. Das starke Wachstum der Gesellschaft biete zudem schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, sagte Wilson. "Wir stellen künftige Kapitäne ein - aus 31 Nationalitäten."

Ryanair habe mit der Änderung des entsprechenden EU-Rechts im Jahr 2012 den Grundsatz umgesetzt, dass das fliegende Personal in den Heimatländern ihrer Basen Steuern und Sozialabgaben zahlen muss, erklärte Wilson. Das gelte auch für das Vertragspersonal.

Selbstverständlich zahle man für in Deutschland eingesetzte Kräfte hier den Arbeitgeberanteil in die Sozialkassen. Es gebe höchstens bis 2022 konform zum EU-Recht Altbeschäftigte, die noch in das irische System einzahlten. Im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen deutsche Ryanair-Vertragspiloten gelte die Fluggesellschaft nicht als beschuldigt, stellte Wilson fest.

Mit der neuen Gebührenstaffel am Frankfurter Flughafen sei Ryanair zufrieden, ergänzte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Man könne nach der Entscheidung der hessischen Landesregierung wie geplant die neue Basis aufbauen und bei entsprechender Nachfrage schnell erweitern. Auch Flüge zu ausgesprochenen Business-Zielen seien künftig möglich.

Im kommenden März startet Ryanair am größten deutschen Flughafen zunächst mit Ferien-Verbindungen nach Spanien und Portugal. Lufthansa und andere Gesellschaften hatten gegen die hohen Flughafen-Rabatte für zusätzliche Passagiere protestiert.

"Die Situation für die europäischen Flughäfen hat sich total geändert. Wenn man als deutscher Airport wachsen will, braucht man Low-Cost-Airlines", sagte Jacobs. Seit der Bekanntgabe der neuen Verbindungen ab Frankfurt habe es im Internet sehr hohes Interesse und hohe Buchungszahlen gegeben. Man werde die Maschinen voll auslasten.

Grundsätzlich könne man in Frankfurt wie zuvor schon in Berlin sehr schnell wachsen, sagte Jacobs. Es gebe eine große Nachfrage, eine Menge nicht bedienter Ziele und hohe Ticketpreise der etablierten Fluggesellschaften. Bei der Stationierung weiterer Flugzeuge stehe Frankfurt aberin Konkurrenz zu anderen Ryanair-Basen.

Das Unternehmen werde prüfen, wo in Europa bis zum kommenden Sommer 40 neue Jets eingesetzt werden. Im kommenden Jahr werde Ryanair in Deutschland einen Marktanteil von rund 8 Prozent erreichen und weiter stark wachsen.

Dass Ryanair für seine Frankfurter Flugzeuge zunächst nur zwei Starts pro Tag plane, habe nichts mit der Leistungsfähigkeit des Flughafens zu tun, sagte Jacobs. Man sei wie an anderen vergleichbaren Airports in der Lage, die Flugzeuge ausreichend schnell nach der Landung wieder startklar zu machen.

Skeptisch äußerte sich der Manager über den kriselnden Hunsrück-Flughafen Frankfurt-Hahn. Die hohen Sicherheitsgebühren und die deutsche Luftverkehrsabgabe machten ihn teurer als einige wichtige Großflughäfen im europäischen Ausland. Wenn Deutschland die Ticketabgabe streiche, könne Hahn auch wieder leichter wachsen.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Ryanair | 06.12.2016 15:45

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Beitrag vom 06.12.2016 - 18:12 Uhr
Liebe Aero Redaktion,
ich vermisse über dem Artikel den Hinweis "Werbung", auch wenn das so aus dem Ticker kam...

Sonst hält man das versehenntlich noch für einen tatsächlich redaktionell bearbeitetem Artikel, bei dem ich im Gegensatz zum vorliegenden zumindest die ein oder andere Relativierung der tendenziösen Aussagen Ryanairs oder einen Faktencheck erwartet hätte.

Der Wolf hat im Interview behauptet 1) er frisst keine Schafe und 2) Schafe werden gerne gefressen, das sieht man schon daran wie viele Schafe so jedes Jahr gefressen werden.

Solche FR Gehinrwäsche sollte man nicht unkommentiert abdrucken, ehrlich ...

Dieser Beitrag wurde am 06.12.2016 18:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.12.2016 - 17:05 Uhr
Also Krankengeldfortzahlung machen sie einfach nicht und Lohnsteuern werden auch nicht in Deutschland bezahlt. Lediglich die Sozielabgaben werden hier getätigt. Die Lohnsteuer geht nach Irland.
Da sollte sich keiner Wundern, wenn er Piloten mit völlig roter Nase sieht....
Die Crews werden auch nicht für die Bodenarbeitszeiten bezahlt, nur für die errechnete Flugzeit. Da spielt es auch keine Rolle, wenn ein AOG das losfliegen verhindert. Dann betreut die Kabinencrew die Passagiere eben 1 Stunde umsonst...

Und so attraktiv ist Ryanair bestimmt nicht! In SXF haben in den letzten 4 Monaten 35 von 120 Kabinencrewmitglieder gekündigt. Dadurch werden andere mit leeren Versprechen nach Berlin gelockt...

Das ist Sozialdumping pur!



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