Drohende Insolvenz
Älter als 7 Tage

Flughafen Hahn bleibt liquide

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Tower am Flughafen Hahn, © Flughafen Frankfurt-Hahn

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HAHN - Der angeschlagene Hunsrück-Flughafen Hahn ist nach eigenen Angaben vorerst weiter liquide. In der Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag am Airport bestätigten Wirtschaftsprüfer die positive Fortführungsprognose für den Flughafen - vor allem mit Blick auf dessen laufendes Verkaufsverfahren, wie Hahn-Chef Markus Bunk mitteilte.

Damit könne noch im Dezember die erste 1,5-Millionen-Euro-Rate eines 34-Millionen-Euro-Darlehens des Landes Rheinland-Pfalz fließen, um die aufgelaufenen Fehlbeträge des Flughafens auszugleichen.

Mit dem Gesellschafterdarlehen stelle das Bundesland sicher, dass der Verkauf des Airports reibungslos über die Bühne gehen könne, betonte Bunk. "Bei dem Darlehen handelt es sich um einen Kredit mit marktüblichen Zinsen, also nicht um eine staatliche Beihilfe." Zur Laufzeit erklärte Hahn-Sprecherin Hanna Koch: "Die Rückzahlungen sind Teil der Verkaufsverhandlungen." Sie kommen auf den Käufer zu.

Für die Auszahlung weiterer Kreditraten werden laut Koch die Wirtschaftsprüfer mit Blick auf den Fortgang des Bieterverfahrens immer wieder erneut die positive Fortführungsprognose prüfen. "Ohne sie wäre der Flughafen von der Insolvenz bedroht", sagte die Sprecherin. Hahn-Geschäftsführer Bunk zeigte sich optimistisch: "Die Signale der für das Bieterverfahren zuständigen Unternehmensberatung sind positiv."

Im Verkaufspoker sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch die pfälzische Firma ADC mit dem chinesischen Partnerkonzern HNA, das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery sowie die kasachische MG Holding. Möglichst im Januar 2017 soll ein Kaufvertrag unterzeichnet werden. Noch gehört der Hahn größtenteils dem Land Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen.

Bunk erwartet 2016 einen geringeren Verlust als 2015. Damals betrug der Fehlbetrag des kriselnden Hunsrück-Airports 17,4 Millionen Euro. "Ich gehe davon aus, dass der Jahresfehlbetrag für 2016 geringer ausfallen wird als 2015", sagte er der dpa. "Genaueres können wir erst im Folgejahr abschätzen." Kürzlich war für 2016 noch ein Verlust von 18 Millionen Euro erwartet worden. Auch Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro sagte der dpa: "Es sieht so aus, als ob wir irgendwo zwischen 16 und 17 Millionen Euro landen werden. Das Sanierungsprogramm greift."

Dieses läuft schon seit etwa 2012. Dabei wurden unter anderem 80 Stellen gestrichen sowie die Passagierabfertigung und die Gepäckbeförderung neu strukturiert. "Ursprünglich wollten wir sechs Millionen Euro pro Jahr einsparen", sagte Barbaro, der nächstes Jahr Landrat im Kreis Mainz-Bingen werden will. Inzwischen liege diese Summe aber bei acht Millionen Euro pro Jahr.

"Mit dem Bieterverfahren beschäftigt sich der Aufsichtsrat nicht", ergänzte Barbaro, der im Hauptjob rheinland-pfälzischer Wissenschaftsstaatssekretär ist. Das sei Sache der rot-gelb-grünen Landesregierung und ihrer Berater. Die letzte Hahn-Aufsichtsratssitzung dieses Jahres dauerte etwa zweieinhalb Stunden.
© dpa-AFX | 10.12.2016 09:51


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