"Der Spiegel"
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Airbus spielt mit der A380 auf Zeit

HAMBURG - Airbus kann die aktuelle Flughöhe der A380 nicht halten und bremst die Produktion 2018 hart ab. Ist das der Anfang vom Ende des Superjumbo? Tom Enders verneint. "Ich bin nach wie vor optimistisch, was die Zukunft der A380 angeht", stellt sich der Airbus-Chef im "Spiegel" vor das Programm.

Airbus werde "zwar bald nur noch 10 oder 12 Flugzeuge im Jahr bauen - statt bisher 25", sagte Enders "Spiegel Plus". "Aber das können wir einige Jahre durchhalten, weil wir die Produktionskosten des Fliegers in den letzten Jahren stark senken konnten."

Schätzungsweise 25 Milliarden US-Dollar flossen in die Entwicklung der A380. Aktuell macht Airbus mit jedem ausgelieferten Flugzeug ein kleines Plus.

Tom Enders
Tom Enders, © Airbus Group

Die Rücknahme der Produktion gebe Airbus "Zeit für weitere Verbesserungen und hoffentlich neue Aufträge für die A380", sagte Enders. Vor Investitionen in die von Emirates - die Airline stellt faktisch die Nachfrageseite des Programms - geforderte Neuauflage A380neo schreckte Airbus zurück.

Bis 2019 erwartet Emirates 25 A380 mit konventionellen Rolls-Royce-Triebwerken und nochmal 25 Flugzeuge ab 2021. Airbus habe Emirates angeboten, die letzte A380-Tranche eher zu liefern, sagte Emirates-Chef Tim Clark im November und bezeichnete die Zukunft des Programms als "leider ziemlich unklar".

Seit 2007 hat Airbus 200 A380 gebaut und ausgeliefert. Offiziell beziffert Airbus die Auftragsreserve noch mit 119 Flugzeugen, doch schließt diese Zahl noch einige Karteileichen ein. Neuaufträge blieben auch 2016 aus - Airbus konnte lediglich die beiden einmal für Skymark gebauten A380 bei Emirates platzieren. Nächstes Jahr drängen erste gebrauchte A380 auf den Markt.

Airbus A380 auf der FIA#16
Airbus A380 auf der #FIA16, © Airbus S.A.S.

Singapore Airlines wird 2017 mindestens eine geleaste A380 nach zehn Betriebsjahren abgeben. Airbus will bei der Suche nach Anschlussbetreibern helfen - denn die könnten sich nach gebrauchten A380 irgendwann vielleicht auch für neue Superjumbos entscheiden, hofft der Hersteller.

Airbus macht sich für "weichen Brexit" stark

Nicht nur bei der A380 spielt Airbus auf Zeit. Auch die Brexit-bedrohte Flügelproduktion in Großbritannien bereitet Enders Sorgen. Airbus setze sich für einen "weichen Brexit" ein, sagte der Manager. "Für einen harten Brexit mag es politische Gründe geben. Aber ökonomisch ist das unverantwortlich."
© aero.de | Abb.: Airbus | 20.12.2016 16:46

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Beitrag vom 21.12.2016 - 14:19 Uhr
Allein schon wegen der Reputation auf dem Golfplatz - aber keineswegs nur deshalb - könnte ich mir auch ein anderes Szenario vorstellen: man wartet auf eine Weiterentwicklung bei den Triebwerken, modifiziert den Rumpf und die Tragflächen und kommt irgendwann mit einer A380neo auf dem Markt. Oder gar mit einer A370 als "Riesentwin"
Denn die Kapazität der größten Flughäfen ist und bleibt begrezt, die Nachfrage nach sehr großen Flugzeugen wird also irgendwann wieder da sein.
Beitrag vom 21.12.2016 - 13:25 Uhr
Ich kann das fast nicht glauben das Airbus sich im Grunde auf 2 Familien (A320 & A350) zurueck zieht und keinen Schritt unternimmt um groessenmaessig etwas ueber/gegen B779x zu haben.

Ja, in der Tat schwer zu glauben und unwahrscheinlich, da es dem Ego des Top Managements auf dem Golfplatz bestimmt abträglich wäre!
Wirtschaftlich aber eine sehr attraktive Strategie: Mit zwei in ihrer Bandbreite Preis/Leistungsmäßig hervorragend aufgestellter Flieger den Markt aufzurollen und der Konkurrenz die Krümel zu überlassen.
Schade, dass es so nicht kommen wird.
Beitrag vom 20.12.2016 - 18:33 Uhr
Vorziehen?

D.h. Airbus bringt den A380neo nicht sondern will die Linie schnellstmoeglich dicht/frei machen?
Warum sonst sollte man schauen das man 202X fertig produziert hat, wenn man denkt das eine neo Version erst ab 2025 kommen kann?

Doch nur wenn man sich im klaren ist das der Rumpf zu schwer, zu gross ist und das kaum mehr Basatzchancen bestehen.

Das wuerde auch bedeuten das kein Betreiber wirklich daran Intresse hat die A380 weiter zu betreiben/zu ersetzen.

Und das obwohl die Aktie auf die Ankuendigung derEinstellung damals so eingebrochen ist.

Das Airbus beim A380 mit 12 Einheiten noch was verdient glaubt denke ich keiner. Emirates wird sicher nicht soviel zahlen.

Das doch noch ein A380neo um's Eck kommt glaube ich kaum mehr, auch der weitere Stretch der A350 wurde ja abgeblasen.
Scheinbar rechnet man mit einem Optimum irgendwo zwischen B789 und A359, wenn man sich das so anschaut?

Also wirklich der Trend zum mittelgrossen Twin?

Ich kann das fast nicht glauben das Airbus sich im Grunde auf 2 Familien (A320 & A350) zurueck zieht und keinen Schritt unternimmt um groessenmaessig etwas ueber/gegen B779x zu haben.


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