Roll-out der 787-10
Vor 7 Tagen

Boeing feiert seinen Nachzügler

CHARLESTON - Bald zehn Jahre liegt die Weltpremiere der Boeing 787-8 inzwischen zurück und mehr als 500 Dreamliner sind weltweit im Einsatz. Jetzt ist die Modellfamilie komplett. Boeing rollte in Charleston, in Gegenwart von US-Präsident Donald Trump, den ersten 787-10 Prototypen aus der Halle.

"Was hier bei Boeing South Carolina geleistet wird ist eine echte amerikanische Erfolgsgeschichte", kommentierte Boeing Vorstandschef Dennis Muilenburg den Roll-out. Der 787-10 Prototyp mit Rolls-Royce Trent 1000 TEN Triebwerken werde in wenigen Wochen von hier zu seinem Erstflug abheben.

Boeing 787-10
US-Präsident Donald Trump, Boeing CEO Dennis Muilenburg, © Boeing

In der auf knapp 69 Meter verlängerten 787-10 finden, verteilt auf zwei Klassen, 330 Passagiere Platz - das sind 40 mehr als in einer typisch bestuhlten 787-9. Ein durch das höhere Gewicht auf 6.430 Meilen limitierter Einsatzradius reicht beispielsweise immer noch für Dubai - New York nonstop.

Durch eine modulare Bauweise teilt sich die "Ten" 95 Prozent ihrer Komponenten mit der 787-9. Boeing liegen 168 feste Bestellungen für die 787-10 vor, nachdem Singapore Airlines ihr Los gerade erst um 19 auf 49 Flugzeuge aufstockte. An der 787-10 wird sich der wirtschaftliche Erfolg des Dreamliner-Programms entscheiden.

Boeing 787-10
Boeing 787-10, © Boeing

Denn bei der 787-8, die Boeing seit 2011 ausliefert, zerschossen Pannen und Verzögerungen gleich mehrere Zeitpläne. Die wilden Anfangstage ließen die Programmkosten auf 27,5 Milliarden US-Dollar explodieren. In der laufenden 787-Produktion verliert Boeing erst seit kurzer Zeit kein Geld mehr.

Boeing startet finanzielle Aufholjagd


Um die Investitionen wieder einzuspielen muss Boeing bei den nächsten 800 Dreamlinern durchschnittlich 34,4 Millionen US-Dollar Gewinn pro Flugzeug erzielen, sonst bliebe die 787 ein Verlustgeschäft. Kosteneinsparungen in der Lieferkette und höhere Margen bei 787-9 und 787-10 sollen die Bilanz retten.

Boeing 787-10
Boeing 787-10, © Boeing

Boeing setzt die 787-10 im Katalog mit 306,1 Millionen US-Dollar Stückpreis 41,5 Millionen US-Dollar nördlich der 787-9 an. Der Abstand zum Einstiegsmodell 787-8 beträgt sogar 81,5 Millionen US-Dollar. Geht die Rechnung auf, wird die "Ten" der Regenmacher des Programms.

Erste 787-10 geht an Singapore Airlines

Singapore Airlines ist 2018 als erster Betreiber der 787-10 bestimmt. Während Prototypen aus der Flugerprobung der 787-8 längst in Museen parken, steht der 787-10 die Testphase noch bevor. Boeing ist zuversichtlich, dabei die dramafreie Vorstellung der 787-9 zu wiederholen.

Weil die verlängerte, mittlere Rumpfsektion der 787-10 zu lang zum Dreamlifter-Lufttransport nach Everett ist, baut Boeing die 787-10 nur im Werk North Charleston und liefert das größte 787-Familienmitglied nur von dort aus.
© aero.de, Bloomberg | Abb.: Boeing | 17.02.2017 19:40

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Beitrag vom 21.02.2017 - 00:22 Uhr
@sciing
Ok, habe 'gebucht' anstatt 'bilanziert' falsch verwendet.
Davon abgesehen geht es aber um folgende Kernaussage, die korrekt ist:
Das gesamte Programm liegt bei 27Mrd. USD in den Miesen und diese sind de facto noch nicht bilanziert. Und das steht in der angegeben und zig anderen Quellen und hat mit "Phantasterei" nicht im Geringsten zu tun. Von daher bitte wieder herunterkommen...

Übrigens hat Airbus beim A380 das gleiche Problem mit dem Unterschied, das dort eine Wende zum Besseren nicht mehr möglich ist. Bei der 787 schon, aber aus den genannten Gründen und der Höhes des Berges ist dies sehr unwahrscheinlich. Und deswegen ist die These nicht unmöglich, aber schon sehr steil.
Beitrag vom 20.02.2017 - 22:55 Uhr
@Weideblitz
Man sollte Zahlen (deffered cost) die man nicht versteht, nicht als Argument verwenden. Das was Sie schreiben ist nicht mal mehr eine steile These.
1. Berg aus R&D Kosten, falsch die sind abgerechnet!
2. Ausgleich aus Profit? Hier geht es um KOSTEN! D.h. da müssen 70Mio./Flieger geringere KOSTEN als der mittlere Planwert erzielt werden.
3. Das der Berg abgetragen werden muss, damit das Programm profitabel ist pure Phantasterei und wenn man 3 Sekunden nachdenkt.... ergäbe das wenig Sinn. Das hiese nämlich das Boeing den Planwert für die Kosten so angesetzt hat das sie null Profit machen! Der mittlere Verkaufpreis liegt also sicherlich weit über diesem Planwert.

Aber alle Zahlen um den Profit (Preis und Kosten) zu berechnen sind unbekannt, d.h. jede Disskussion darüber basierend aus einen Differenzkostenbetrag sind purer Nonsens.
Beitrag vom 20.02.2017 - 19:40 Uhr


Von den ersten 20 787 sind 12 noch nicht im Dienst. Das ist eine extreme Fehlleistung.


Wie kommen Sie auf 12 Stk.?
3 Stk.(Nr.: 1, 2 und 3) stehen im Museum da unverkäuflich. Grund: Dokumentation durch Umbau und Nacharbeit wohl nicht vollständig.
Nr. 4 dient zurzeit als Testflugzeug wird aber laut Boeing in 2018 an einen Kunden (Wohl BBJ) übergeben.
Nr. 5 diente ebenfalls als Testflugzeug und wird wahrscheinlich verschrottet.
Nr. 6 bis 9 sind ausgeliefert
Nr. 10 geht nächsten Monat an Ethiopian
Nr. 11 bis 15 sind bereits ausgeliefert
Nr. 16 geht diesen Monat an Ethiopian
Nr. 17 geht Ende März an Crystal Air
Nr. 18 geht Ende März an Ethiopian
Nr. 19 ist die letzte der “terrible teens“ und soll soweit mir bekannt ebenfalls an Ethiopian gehen.

Boeing muss also insgesamt 4 Maschinen abschreiben und wird die restlichen terrible teens wohl sehr günstig mit Verlust verkauft haben. Keine Frage das ist eine Fehlleistung an der Boeing noch sehr lange zu knappern hat. Letztlich wird das Programm aber auch diese Verluste wieder einspielen und langfristig profitabel sein.

Laut  planespotters.net geht MSN 19 an RwandAir. Außerdem ist MSN 11 glaube ich noch ein "White Tale"(wenn auch verkauft an Korean). Damit komme ich auf 11 bzw. 10 nicht ausgelieferte Maschinen unter den ersten 20.
Natürlich kann man das glücklicher formulieren, in dem man von nicht verkauften Maschinen spricht, dann sind es immerhin noch 6. Aber Airbus hat sich beim A380 in dieser Hinsicht auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wie schon erwähnt wurde. Man kann gespannt sein, wie reibungslos die Einführung der TEN abläuft.

Ich persönlich denke da z.B. an die Triebwerke mit denen beide Hersteller in letzter Zeit in diverser Form hadern.(A320n, B788)

Dieser Beitrag wurde am 20.02.2017 19:41 Uhr bearbeitet.


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