CS100 Lite
Älter als 7 Tage

Bombardier bot United eine CSeries nach Maß an

NEW YORK - Boeing zerrt Bombardier vor den Kadi. Der kanadische Hersteller habe sich mit Preisdumping einen Auftrag von Delta gesichert, klagt Boeing den Konkurrenten vor der US-Handelskommission ITC an. Für einen Deal mit United Airlines hätte Bombardier vielleicht sogar ein neues Flugzeug konstruiert.

United nahm 2015 Embraer E2 und Bombardier CS100 in die engere Auswahl, Anfang 2016 stach Boeing aber beide Mitbewerber aus.

"In den frühen Verhandlungsphasen sagte uns United, dass die CS100 zu groß für ihre Zwecke sei", gab Bombardier Manager Ross Mitchell in einer ITC-Anhörung seltenen Einblick in die vertraulichen Gespräche. "Daraufhin haben wir (United) eine kürzere Ausführung angeboten, die CS100 Lite."

Diese CS100 Lite hätte "mit der noch kleineren Embraer E190" um den Auftrag konkurriert, sagte Mitchell. Die reguläre CS100 deckt eine Spanne von 108 bis 133 Sitzen ab.

Bombardier CS100
Bombardier CS100, © Bombardier

Am Ende kam alles anders. Statt eines 100-Sitzers von Embraer oder Bombardier bestellte United, dem Vernehmen nach zu sehr günstigen Konditionen, schließlich 65 Boeing 737-700. Monate später änderte United den Auftrag in vier 737-800 und 61 737 MAX ab.

Die Verhandlungen mit United spielen in dem Handelsverfahren nur eine Nebenrolle. Boeing will von der ITC feststellen lassen, dass sich Bombardier "mit Hilfe illegaler und umfangreicher Staatshilfen" in den US-Markt gedrängt hat und das Preisniveau in laufenden Ausschreibungen gefährde.

Kurz nachdem das Geschäft mit United geplatzt war, konnte Bombardier im April 2016 nämlich doch noch einen US-Kunden von der CS100 überzeugen. Delta Air Lines bestellte 75 Flugzeuge und zeichnete 50 Optionen.

Boeing wittert Foulspiel

Laut Boeing verkaufte Bombardier die CS100 zu einem Stückpreis von 19,6 Millionen US-Dollar mit deutlichem Abstand zum Listenpreis von 76,5 Millionen US-Dollar an Delta. Gemessen an den Produktionskosten zahle Bombardier bei den Lieferungen ab 2018 pro Flugzeug 13,6 Millionen US-Dollar drauf.

Bombardier weist die Dumping-Vorwürfe als "absurd" zurück. Die CS100 ziele auf einen Markt, "den Boeing längst aufgegeben hat", heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Bombardier | 24.05.2017 11:38

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Beitrag vom 25.05.2017 - 09:24 Uhr
Wenn BBD schon eine gekürzte CS100 angeboten hat, wieso bieten sie noch immer keine gestreckte CS300 (a.k.a. CS500) an? Oder haben sie Delta evtl. die CS500 versprochen, um den Deal zum Ersatz der MD-88/MD-90 landen zu können?
Beitrag vom 24.05.2017 - 14:47 Uhr
Irgentwie schon komisch.

Zuerst war ein CS100 mit 108 bis 133 Sitzen zu Gross und es wurde lieber B737-700 mit bis zu 149 Plätzen bestellt um in B737-800 189 Plätze und MAX 138 - 204 Plätze (je nach Version) umgewandelt zu werden.

Gesucht ein Flieger mit 100-120 Sitzen, gekauft ein bis fast doppelt so grosser mit höheren Treibstoffverbrauch und laut Listenpreisen deutlich teurer.
Da würd ich gerne mal die Details von Boeings "Angebot" kennen.


Dieser Beitrag wurde am 24.05.2017 14:49 Uhr bearbeitet.


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