"Sanierungsfusion"
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Lufthansa hat Übernahmechancen bei Air Berlin

Air Berlin
Air Berlin Flugzeuge, © Air Berlin

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DÜSSELDORF - Trotz einer teilweise deutlichen Marktbeherrschung sind die kartellrechtlichen Chancen der Lufthansa auf eine Übernahme der Air Berlin nicht aussichtslos. In Frage kommt nach Einschätzung des Düsseldorfer Kartellrechtlers Martin Gramsch insbesondere eine so genannte "Sanierungsfusion".

Dieses Instrument könnte eine eine Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde ermöglichen. "In diesem Fall müsste die Lufthansa im Verfahren belegen, dass die Air Berlin sonst von der Insolvenz bedroht wäre und aus dem Markt ausscheiden würde", erläuterte der Jurist der Kanzlei Simmons & Simmons.

Lufthansa hatte Interesse an einer Übernahme von Air Berlin bekundet, sofern auch kartellrechtliche Fragen geklärt werden könnten und Air Berlin zuvor entschuldet würde. Nach Einschätzung von Gramsch müsste eine Übernahme von der europäischen Kartellbehörde geprüft werden.

Dafür sprechen Größe und europäische Bedeutung der beiden Gesellschaften. Das Bundeskartellamt könne zwar einen Antrag stellen, die Sache selbst zu verhandeln. Das schätze er aber als wenig aussichtsreich ein.

Gegen eine Übernahme spreche auf den ersten Blick die starke Marktstellung der beiden Airlines insbesondere auf innerdeutschen Strecken. Die Situation auf einzelnen Strecken werde traditionell bei Kartellrechtsverfahren im Luftverkehr stark beachtet, erläuterte Gramsch.

Allerdings könnte die EU-Kartellbehörde von den Airlines verlangen, einzelne Start- und Landerechte abzugeben, um zusätzlichen Wettbewerb auf bestimmten Strecken zu ermöglichen. "Die Slots sind das eigentlich knappe Gut im Luftverkehr."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Air Berlin | 13.06.2017 08:27

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Beitrag vom 14.06.2017 - 19:26 Uhr

Dagegen ist es eine erwiesene Tatsache, das LH unglaubliche Preise fordert, sobald sie auf einer Strecke keine, oder nur unbedeutende Mitbewerber haben.

LH fordert die Preise, die sie erzielen kann. Wenn kein anderer Anbieter da ist, verlangt man natürlich höhere Preise. Das passiert im Luftverkehr genau so wie auf dem Wochenmarkt. Der erste Spargel in der Saison ist auch teurer als in der Hochsaison.

Deshalb ist es wichtig, dass AB im Wettbewerb bleibt.

Boeing757767 hat es doch klar beschrieben. AB ist doch in diesem Wettbewerb zugrunde gegangen. Soll AB preislich auf LH Druck ausüben auf Kosten der eigenen Wirtschaftlichkeit? Nicht Ihr Ernst!

Ob Sie es glauben, oder nicht: 3 Milliarden Euro Gewinn (LH) sind ein Indiz dafür, dass die Fluggäste im Schnitt deutlich mehr für die Leistung zahlen, als sie eigentlich kostet.

Die Preise haben auch nichts mit den Kosten zu tun. Der Markt (Angebot und Nachfrage) bestimmt den Preis. Wie beim Spargel.

Beitrag vom 14.06.2017 - 19:11 Uhr
@Boeing757767: Ich weiss nicht, was Sie von mir wollen. Ich habe noch nie (so wenig wie) 29 Euro für einen Europaflug bezahlt. Und diese Unterstellungen hinsichtlich "Hauptsache Fair Trade Bananen und Ökokaffee" können Sie sich auch stecken, Sie Vogel!

Übrigens: Die Ticketpreise in den USA unterscheiden sich kaum von denen in Europa. Rechnen Sie mal nach!

Dagegen ist es eine erwiesene Tatsache, das LH unglaubliche Preise fordert, sobald sie auf einer Strecke keine, oder nur unbedeutende Mitbewerber haben. Deshalb ist es wichtig, dass AB im Wettbewerb bleibt.

Ob Sie es glauben, oder nicht: 3 Milliarden Euro Gewinn (LH) sind ein Indiz dafür, dass die Fluggäste im Schnitt deutlich mehr für die Leistung zahlen, als sie eigentlich kostet. Da muss man die Aktionäre des Kranichs nicht auch noch mit einem Quasi-Monopol beglücken.
Beitrag vom 13.06.2017 - 16:33 Uhr
Es ist richtig, dass sich die Preise mal wieder erhöhen, denn der desaströse Preiskampf war nichts anderes als ein Verlustgeschäft. Und alle, die sich nun über steigende Preise beschweren, schauen Sie doch mal in das angebliche Billigfligerland USA und auch Canada. Dort gibt es zahlreiche LCC und deren Preise sind zum Teil doppelt und 3 fach höher, als ein LH Ticket hier auf vergleichbarer Distanz.

Alle wollen billigst fliegen, ok. Kann ich ja nachvollziehen, aber wenn es dann reihum die Airlines in den Ruin treibt, ist es nur marktüblich, dass die, die übrig bleiben am Ende die Preise wieder normalisieren.
Da müsste dem Normalpax doch auch mal klar werden, dass ein Flug für 29 Euro durch Europa genauso perfide ist, wie ein KG Fleisch beim Discounter für 3,99 Euro.

Da gilt für Kurzstrecke genauso wie für Langstrecke. ME 3 kriegen gerade ne Quittung, und die LCC ex EU auf der Langstrecke operierend, werden, genauso wie Ryanair auf Kurzsstrecke, auf Kosten ihrer MA wirtschaften ( prekäre Angestelltenverhältnisse )
Ob Sie es glauben oder nicht, IHREN Preisvorteil beim Ticket MUSS irgendwo jemand reinstecken. Aber das ist den meisten ja egal. Hauptsache Fair Trade Bananen und Ökokaffee. Das ist traurig.



Dieser Beitrag wurde am 13.06.2017 16:36 Uhr bearbeitet.


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