Verteidigung
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Österreich mustert Eurofighter aus

Airpower 2016
Eurofighter des österreichischen Bundesheeres, © Helmut Mitter

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WIEN - Österreichs Militär will seinen Luftraum künftig ohne Kampfjets des Typs Eurofighter überwachen. "Der Eurofighter ist Geschichte", sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Freitag in Wien.

Eine im Frühjahr eingesetzte Sonderkommission habe dem Ministerium zu einem Umstieg geraten. Eine neue Flotte sei militärisch effektiver und deutlich kostengünstiger als der Erhalt der alten Maschinen. "Die Steuerzahler können sich dadurch bis zu zwei Milliarden Euro sparen", so Doskozil.

Der Umstieg auf 15 einsitzige und drei doppelsitzige Überschallflugzeuge einer anderen Marke soll in drei Jahren beginnen. Derzeit wird der Luftraum noch von zwei Flotten, neben dem Eurofighter auch von Jets der Marke Saab, geschützt. Die Saab-Flieger müssen aus Altersgründen spätestens 2020 ausgetauscht werden.

Aktuell prüft das österreichische Parlament in einem Untersuchungsausschuss den von Korruptionsvorwürfen überschatteten Kauf der Eurofighter. Die Republik fühlt sich über die Lieferfähigkeit und Ausstattung der Jets von den Anbietern Airbus und Eurofighter getäuscht. Der Schaden soll bei 1,1 Milliarden Euro liegen.

Airbus bestreitet die Vorwürfe. Das Verteidigungsministerium hat den Fall auch selbst vor Gericht gebracht. Die damalige Koalition aus konservativer ÖVP und rechter FPÖ hatte vor 14 Jahren den größten Rüstungsdeal der Geschichte besiegelt.

Gegenüber dem ORF erläuterte Doskozil am Freitag das neue Ein-Flotten-System. Anders als die dann 13 Jahre alten Eurofighter der umstrittenen Tranche 1 muss die Luftraumüberwachung künftig sowohl allwettertauglich als auch nachts voll einsatzfähig sein und über eine Bewaffnung mit Lenkwaffen verfügen.

Die Sonderkommission strebt aus militärischer Sicht einen uneingeschränkten Einsatz an, "um unbefugtes Eindringen nicht kooperativer Kampfflugzeuge" zu verhindern. Die Abfangjäger sollen ab 2020 von zwei Standorten aus operieren.

Nicht entschieden sei derzeit noch, welche Maschinen die Bestandsflotte ersetzen sollen. Kolportiert wird eine Auswahl zwischen der schwedischen Saab 39 Gripen, die auch in Tschechien fliegt, sowie der US-amerkanischen Northdrop F-16. Ebenfalls offen ist, was mit den ausgemusterten Eurofightern geschehen soll. Die Optionen reichen vom Flottenverkauf über eine Ersatzteilverwertung bis hin zur Verschrottung.
© dpa-AFX, aero.de, aero.at | 07.07.2017 15:01

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Beitrag vom 11.07.2017 - 08:35 Uhr
"Anders als die dann 13 Jahre alten Eurofighter der umstrittenen Tranche 1 muss die Luftraumüberwachung künftig sowohl allwettertauglich als auch nachts voll einsatzfähig sein und über eine Bewaffnung mit Lenkwaffen verfügen."

Was davon erfüllt der EF bitte nicht ???

DEN EF gibt es ja nicht, sondern nur die konkret in OE vorhandene Ausrüstungs-Variante. Und zu deren Leistungsumfang zählen diese Eigenschaften offensichtlich nicht.
Und das entsprechend nachzurüsten kann inklusive Umbauten und der Wartungsverträge durchaus teurer kommen als eine Neuanschaffung.

Dafür kann man aber doch nicht EFA blamen.

Nein, natürlich nicht.

Die Ösis müssen doch selber wissen was sie an Radar, Ausstattung und Bewaffnung gekauft haben.
Ich bezweifle das eine Umrüstung nur irgendwie in die Nähe einer Neuanschaffung kommt.

[1]


Der Umfang an gegengeschäften war damals auch sagenhaft, wie man hört.

Alle anderen sind mit EFA sehr zufrieden und haben ein verdammt gutes kampfflugzeug aus europäischer Produktion.
Jetzt Gripen oder F16 anschaffen zu wollen ist doch rein politisch.

Möglicherweise auch politisch - aber unter Umständen eben auch preiswerter, gerade wenn man [1] und die stark unterschiedlichen Kosten pro Flugstunde mit bedenkt ...


Dieser Beitrag wurde am 11.07.2017 08:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 11.07.2017 - 05:46 Uhr
"Anders als die dann 13 Jahre alten Eurofighter der umstrittenen Tranche 1 muss die Luftraumüberwachung künftig sowohl allwettertauglich als auch nachts voll einsatzfähig sein und über eine Bewaffnung mit Lenkwaffen verfügen."

Was davon erfüllt der EF bitte nicht ???

DEN EF gibt es ja nicht, sondern nur die konkret in OE vorhandene Ausrüstungs-Variante. Und zu deren Leistungsumfang zählen diese Eigenschaften offensichtlich nicht.
Und das entsprechend nachzurüsten kann inklusive Umbauten und der Wartungsverträge durchaus teurer kommen als eine Neuanschaffung.

Dafür kann man aber doch nicht EFA blamen.
Die Ösis müssen doch selber wissen was sie an Radar, Ausstattung und Bewaffnung gekauft haben.
Ich bezweifle das eine Umrüstung nur irgendwie in die Nähe einer Neuanschaffung kommt.

Der Umfang an gegengeschäften war damals auch sagenhaft, wie man hört.

Alle anderen sind mit EFA sehr zufrieden und haben ein verdammt gutes kampfflugzeug aus europäischer Produktion.
Jetzt Gripen oder F16 anschaffen zu wollen ist doch rein politisch.
Beitrag vom 10.07.2017 - 18:13 Uhr
"Anders als die dann 13 Jahre alten Eurofighter der umstrittenen Tranche 1 muss die Luftraumüberwachung künftig sowohl allwettertauglich als auch nachts voll einsatzfähig sein und über eine Bewaffnung mit Lenkwaffen verfügen."

Was davon erfüllt der EF bitte nicht ???

DEN EF gibt es ja nicht, sondern nur die konkret in OE vorhandene Ausrüstungs-Variante. Und zu deren Leistungsumfang zählen diese Eigenschaften offensichtlich nicht.
Und das entsprechend nachzurüsten kann inklusive Umbauten und der Wartungsverträge durchaus teurer kommen als eine Neuanschaffung.


Dieser Beitrag wurde am 10.07.2017 18:19 Uhr bearbeitet.


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