NTSB
Älter als 7 Tage

Boeing 737-900ER schert aus Anflugkorridor aus

ATLANTA - US-Unfallermittler sehen sich Fehlanflüge auf Atlanta Hartsfield-Jackson und New Yorker John F. Kennedy näher an. Nachdem der Flughafen San Francisco im Juli knapp an einer Katastrophe vorbei schrammte, prüft das NTSB ähnlich gelagerte Zwischenfälle nun mit besonderer Aufmerksamkeit.

Grau in grau: am Vormittag des 29. November 2017 schränkten tiefhängende Wolken die Sichtweiten aus Tower- und Cockpitfenstern am Atlanta Hartsfield-Jackson Airport erheblich ein. Unter diesen Bedingungen soll Delta 2196 auf Runway 09R landen, doch die Boeing 737-900ER aus Indianapolis schert aus dem Anflugkorridor aus.

Delta Boeing 737-900ER
Delta Boeing 737-900ER, © Boeing

"Die Piloten der 737-900ER haben den Instrumentenanflug verfahrenskonform in der Entscheidungshöhe beendet, nachdem sie keinen Sichtkontakt zur Landebahn oder der Befeuerung herstellen konnten", erklärte Delta zu dem Vorfall. In 200 Fuß Höhe gaben die Piloten wieder Schub auf die Triebwerke.

Der Copilot gab später an, er habe den Anflug unter widrigen Bedingungen zu sehr nach links korrigiert. Nach Erkenntnissen des NTSB geriet die 737-900ER eine Meile vor der Landebahnschwelle auf Abwege und flog auf Taxiway November zu, auf dem sich ein anderes Flugzeug aufhielt.

Delta 2196 näherte sich dem Boden bis auf 60 Fuß (18 Meter) und startete durch, nachdem die Boeing "den Beginn des Taxiway gekreuzt hatte", hält das NTSB fest. Die Boeing hat die Maschine auf dem Boden laut Bericht dabei nicht direkt überflogen.

Vor acht Jahren landete ein Delta-Flug in Atlanta versehentlich auf einem freien Taxiway. Eine Verwechselung, die das NTSB später auf nach einem Nachtflug ermattete Piloten zurückführte.

Piloten verwechseln Landebahnen


Vorfälle dieser Art sind nicht selten. Am 05. Dezember diesen Jahres testete eine A319-Crew von Volaris die Aufmerksamkeit der Fluglotsen am New Yorker Kennedy-Flughafen. Flug Y4-880 aus Mexiko-Stadt flog über den Canarsie Approach Runway 13R an, hatte allerdings eine Landefreigabe für 13L. Die Verwechselung hätte böse enden können.

Denn auf 13R startete gerade eine Embraer E170 von Delta. Der Tower ließ den Linienflug aus Mexiko durchstarten. Die Embraer-Piloten brachen den Start auf Anweisung des Fluglotsen ab und räumten die Startbahn, schreibt der "Aviation Herald" zu dem Vorfall.

Beinahekatastrophe in San Francisco

Den Zwischenfällen ging eine besonders gefahrenträchtige Situation in San Francisco voraus. Am 7. Juli hatten zwei Air-Canada-Piloten mit ihrem Airbus A320 beim bereits freigegebenen Landeanflug nach Sichtflugregeln auf die Landebahn "28 Rechts" irrtümlich den nochmals rechts davon liegenden Parallelrollweg angesteuert.

Dort warteten vier Flugzeuge, darunter eine vollbetankte und -besetzte Boeing 787-9 und ein Airbus A340. Eine Datenauswertung durch das NTSB ergab, dass sich der Airbus dem Boden bis auf 18 Meter genähert hatte und beim Durchstarten über die vier aufgereihten Flugzeuge hinwegzog.
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Boeing | 14.12.2017 13:31


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