WIEN - Die Vorgänge rund um das komplett aus dem Ruder gelaufene Terminalprojekt Skylink am Flughafen Wien fordern massive Konsequenzen bei den Verantwortlichen. Nach dem bereits im Frühjahr geschassten Vorstand Christian Domany dürfte der Abgang von Vorstandsprecher Herbert Kaufmann nach einem aktuellen Medienbericht nun bereits auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 17. Februar beschlossen werden.
Laut der Wiener Tageszeitung "Der Standard" geht es neben dem Procedere seiner Ablöse nun aber auch um die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats. So wird dem langjährigen Aufsichtsrats-Chef Johannes Coreth angelastet, der erst im letzten Herbst verfügten Vertragsverlängerung Kaufmanns um weitere fünf Jahre zugestimmt zu haben. Coreth, nach Berufung Christoph Herbst‘s an die Spitze des Aufsichtsrats nur mehr einfaches AR-Mitglied, will wie Kaufmann nicht freiwillig ausscheiden, sieht sich aber von politischer Seite zunehmend unter Druck gesetzt.
Hintergrund der Neuordnung von Vorstand und Aufsichtsrat sind Quereleien zwischen Niederösterreich und der Stadt Wien, die als Haupteigentümer jeweils 20% der Anteile vertreten. So drängt vor allem der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) auf eine politisch paritätische Besetzung der Führungsgremien.
Neben der Personal-Diskussion wird auch der Weiterbau zu einem immer dringlicheren Problem. Dabei geht es vor allem um die Bestellung eines Generalunternehmers, gegen den sich Kaufmann wie der gesamte alte Vorstand bisher stets gewehrt haben. Ungeachtet des Fehlens jeglicher Ressourcen versuchte der Airport bis zuletzt das Projekt in eigener Regie durchzuziehen.
Inbetriebnahme frühestens 2012 Der von Domany`s Nachfolger Ernest Gabmann verordnete Baustopp war letztlich eine unvermeidbare Notbremsung, um das Projekt noch auf Schiene zu halten und komplett neu zu strukturieren. Der Ansatz zunächst vor allem die Baufirmen für die Kostensteigerungen verantwortlich zu machen, entpuppte sich freilich schnell als Bumerang.
Um überhaupt weiterbauen zu können, mussten bereits aktive Baukonsortien zurückgeholt werden - mit neuen Verträgen und fixen Vorgaben. Die Bauarbeiten werden jetzt Schritt für Schritt wieder aufgenommen, bis im Herbst ein Generalunternehmer gefunden wird, der das Gesamtprojekt koordiniert und auch das Risiko der Fertigstellung zu den nunmehr auf 830 Mio. Euro eingefrorenen Gesamtkosten (statt wie veranschlagt 400 Mio. Euro) übernimmt. Mit der Inbetriebnahme des Terminals wird nun frühestens im Sommer 2012 gerechnet.
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