TOKIO - Japan Airlines hat in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 2009/2010 (31. März) einen Milliardenverlust eingefahren. Nach Steuern steht ein Minus von 177,9 Milliarden Yen (1,46 Milliarden Euro) in den Büchern der insolventen Airline. Eine Prognose für das Gesamtjahr lehnte das Management unter Verweis auf die laufende Restrukturierung ab. Die ersten neun Monate waren von wegbrechenden Umsätzen belastet.
Japan Airlines nahm von April bis Dezember 414,4 Milliarden Yen weniger ein als im Vergleichszeitraum 2008/2009. Dieser massive Umsatzrückgang konnte durch konzernweite Einsparungen in einem Umfang von 302,5 Milliarden Yen teilweise wettgemacht werden. Der operative Verlust erhöhte sich unter dem Strich von 111,9 Milliarden Yen auf 120,8 Milliarden Yen.
Japan Airlines brach im Januar unter ihrer Schuldenlast zusammen und musste Gläubigerschutz beantragen. Unter staatlicher Aufsicht wird die Fluggesellschaft jetzt neu aufgestellt und erheblich verkleinert. Unterstützung erhält das Unternehmen von seinen Bündnispartnern in der Allianz oneworld. American Airlines und British Airways kündigten im Februar weitgreifende Kooperationen mit Japan Airlines im Nordamerika- und Europaverkehr an.
Japan Airlines hatte sich nach einem monatelangen Poker um ihre Bündniszukunft erst im Februar für einen Verbleib in oneworld entschieden und eine Offerte der Delta bei einem Wechsel in das Bündnis SkyTeam ausgeschlagen.
oneworld begleitet Sanierung oneworld wird unter Federführung von American Airlines, British Airways
und Qantas die Restrukturierung der Japan Airlines jetzt mit einem
Hilfsprogramm im Wert von 2,0 Milliarden US Dollar über die kommenden
drei Jahre unterstützen. Japan Airlines bildet den Eckpfeiler des
Bündnisses in Asien und ist damit für oneworld von erheblicher
strategischer Bedeutung.
Ein Bündniswechsel der JAL hätte vor
allem American Airlines den Wettbewerb mit Delta und den Star
Alliance-Carriern United Airlines und Continental Airlines auf den
Japan-Strecken erheblich erschwert.
.