DUBLIN - Aer Lingus ist tief in die Verlustzone gestürzt. Im vergangenen Jahr häufte die Fluglinie einen operativen Verlust vor Sonderposten von 81 Millionen Euro an - rund viermal so wie im Vorjahr.
Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Dublin nach vorläufigen Zahlen mit. Die Zahl der Passagiere wuchs um fast vier Prozent auf 10,4 Millionen. Der Umsatz sank um elf Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro. Sinkende Ticketpreise trugen dazu bei. Aer Lingus kündigte den Abbau von 670 Stellen in der Luft und am Boden an.
Aer-Lingus-Chef Christoph Müller sagte außerdem, bei den Arbeitsbedingungen und Gehältern werde sich einiges ändern. Die Verhandlungen mit Gewerkschaftern würden bald beginnen. Die Sparmaßnahmen seien notwendig, um das Unternehmen zu sichern. Der Verlust vor Steuern und Sonderposten lag 2009 bei 66,2 Millionen Euro nach einem Plus im Vorjahr von 18,8 Millionen Euro.
Die Fluglinie hatte bereits zwei Übernahmeversuche des Konkurrenten Ryanair abgewehrt. Sie soll mit einem radikalen Sparprogramm und Stellenstreichungen wieder auf Vordermann gebracht werden. Schon Ende 2009 hatte Aer Lingus angekündigt, in den kommenden zwei Jahren etwa jede sechste Stelle einsparen zu wollen. Die meisten Jobs sollten bis Ende 2010 im Cockpit sowie beim Kabinen- und Bodenpersonal wegfallen. Derzeit hat Aer Lingus etwa 3900 Mitarbeiter.
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