LANGEN -Im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland greift seit Donnerstag eine neue Luftraumstruktur. "Das als AMRUFRA bezeichnete Projekt wird eine Verbesserung der Flugverkehrsströme im Luftraum zwischen Frankfurt und Amsterdam bringen", teilte die DFS Deutsche Flugsicherung in einer Erklärung mit. Betroffen sind der Amsterdamer Ostsektor, der Eurocontrol Ruhr Sektor und einige Sektoren der Kontrollzentrale Langen bei Frankfurt.
Aus dieser Zusammensetzung leitet sich auch die Projektbezeichnung AM-RU-FRA (Amsterdam-Ruhr-Frankfurt) ab. Der Luftraum im deutsch-niederländischen Grenzgebiet galt schon immer als einer der komplexesten Lufträume auf der Welt. Anflüge nach Amsterdam aus südöstlicher Richtung, Abflüge aus Amsterdam in entgegen gesetzter Richtung, Frankfurter An- und Abflüge in und aus Richtung Nordwesten, wie zum Beispiel der Transatlantik-Verkehr, durchqueren den Luftraum.
Hinzu kommen militärischer Luftverkehr, An- und Abflüge von und nach Brüssel sowie der Überflugverkehr von und zu anderen europäischen Metropolen. Nicht zuletzt trägt der Flugverkehr, der auf den Großflughäfen Düsseldorf und Köln startet und landet, zur Komplexität dieses Luftraums bei und das bei stetig gestiegener Anzahl von Flugbewegungen in den vergangenen Jahrzehnten. Für die Fluggesellschaften bedeutete dies oftmals Verspätungen und Umwege, die Zeit und Geld kosteten.
Bereits 2006 trafen sich daher Experten der niederländischen Flugsicherungsorganisation LVNL (Luchtverkeersleiding Nederland), der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, der Eurocontrol-Zentrale Maastricht, der niederländischen Luftwaffe RNLAF (Royal Netherlands Air Force) und der deutschen Luftwaffe, um angesichts weiterhin steigenden Luftverkehrsaufkommens eine Lösung für das Problem zu finden.
Ziel war es, die einzelnen Verkehrsströme zu entflechten und auf diese Weise die Kapazität in diesem stark beflogenen Luftraum zu erhöhen. Dies war nur durch die Zusammenarbeit und die Kompromissbereitschaft aller Partner möglich, denn einige Flugsicherungssektoren mussten restrukturiert werden und die Fluglotsen zum Teil neue Sektor-Lizenzen erwerben. In Simulationen wurden verschiedene Varianten getestet und die Fluglotsen für die neue Struktur trainiert.
Kapazitätsteigerung von 15 Prozent"Es ist davon auszugehen, dass AMRUFRA eine Kapazitätssteigerung von 15 Prozent nach sich ziehen wird, die mindestens bis zum Jahr 2015 ausreicht", erklärte die DFS.
AMRUFRA ist das erste grenzüberschreitende Projekt, das unter dem Dach des funktionalen Luftraumblocks FABEC (Functional Airspace Block Europe Central) umgesetzt wurde. Im FABEC haben sich die sechs Staaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und die Schweiz, deren Flugsicherungsorganisationen sowie die Eurocontrol-Vier-Staaten-Zentrale Maastricht zusammengeschlossen.
© aero.de, DFS | Abb.: world-of-aviation.de, Björn Schmitt Aviation Photography | 12.03.2010 11:04
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