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Luftfahrt-Koordinator Hintze ruft USA im Tankerdeal zu Fairness auf

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BERLIN - Der deutsche Luftfahrt-Koordinator Peter Hintze hat am Dienstag die USA aufgerufen, bei der Vergabe des Auftrags für 179 Tankflugzeuge Airbus eine faire Chance zu geben. Er erwarte die Entscheidung über den größten Auftrag der Luftfahrtgeschichte am 13. November, sagte Hintze auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin. «Wir setzen uns dafür ein, dass es ein faires Verfahren gibt, in dem die technischen Fähigkeiten entscheiden.»

Airbus ist in den USA wegen des Vorwurfs, von den europäischen Staaten subventioniert zu werden, politisch unter Druck. Die Welthandelsorganisation WTO hat in einem Zwischenbericht bestimmte Hilfen für Airbus beanstandet. Gegen den Airbus-Konkurrenten Boeing läuft allerdings ein ähnliches Verfahren. Der endgültige Bericht zu Airbus werde Mitte, Ende Juni kommen, sagte Hintze. Bald werde die WTO auch ihren Zwischenbericht zu Boeing geben. Hintze zeigte sich zuversichtlich, dass der Streit danach in transatlantischen Gesprächen entschärft werden kann und auf den Tankerauftrag keinen Einfluss mehr hat.

Hintze hatte mit den Luftfahrt-Beauftragten aus Frankreich, Spanien und Großbritannien über den Flugzeugbau gesprochen und sich von Airbus über den Stand der Großprojekte informieren lassen. Anschließend verteidigte er die geplanten Starthilfen für das Langstreckenflugzeug A350. Deutschland werde gemäß seinem Produktionsanteil gut eine Milliarde beisteuern, sagte er. Doch die Details seien noch nicht geregelt. Frankreich gibt 1,3 Milliarden und Spanien 300 Millionen Euro.

Deutschland investiert auch bereits in den Nachfolger des Mittelstreckenflugzeugs A320, der nach 2025 auf den Markt kommen soll. «Die A320 ist das Brot-und-Butter-Flugzeug von Airbus», sagte Hintze. Bisher teile sich Airbus den Markt mit Boeings 737. In Zukunft würden neue Anbieter wie Kanada, China und Russland auf den Markt drängen.

Airbus müsse über die neue Motorisierung der A320 und zudem über die komplette Neuentwicklung eines Nachfolgers entscheiden. «Die vier Airbus-Länder haben sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Forschung und Entwicklung in Europa bleibt.» Deutschland stelle dafür eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung. «Das ist gut angelegtes Geld und steht nicht im Widerspruch zur Sparpolitik», sagte Hintze. Die neuen Technologien brächten Arbeitsplätze und würden auch in anderen Branchen wie dem Autobau Verwendung finden. «Diese Synergien müssen wir nutzen.»

Großes Lob fand Hintze für den Militärtransporter A400M. «Die A400M entwickelt sich vom Sorgenkind zum Erfolgsflugzeug», sagte er. Die Flugvorführungen auf der ILA hätten die erstaunliche Wendigkeit und die geringe Lärmentwicklung gezeigt. «Deutschland steht zur A400M», sagte Hintze. «Deutschland steht zur Vereinbarung» mit den anderen Partnerländern und Airbus. Allerdings müssten noch die Details der Vereinbarung geregelt werden. Dabei geht es um die Liefertermine, die Zahl der abzunehmenden Flugzeuge und die jeweiligen technischen Fertigkeiten.

© dpa | Abb.: Christoph F. Siekermann | 09.06.2010 07:55




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