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"Außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit"

Air Berlin Airbus A330
Air Berlin Airbus A330, © airberlin

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DÜSSELDORF - Air Berlin sagt am Dienstag zahlreiche Flüge ab, andere starten verspätet. "Aus operativen Gründen muss Air Berlin Flüge streichen", erklärte die insolvente Airline. Annullierungen verhageln auch Eurowings und Austrian, die Flugzeuge von Air Berlin mieten, den Flugplan. Streiken die Piloten?

Nach Informationen der "Bild" sind Sondierungen zu den Übergangsbedingungen für 1.200 Air-Berlin-Piloten auf einen Käufer am Montag geplatzt. Daraufhin schnellte der Krankenstand in die Höhe, war zunächst im Umfeld der Airline zu vernehmen.

Air Berlin hat die Zuspitzung der Lage am Morgen bestätigt: Grund für die Ausfälle seien "außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit", sagte ein Unternehmenssprecher.

Am Flughafen Berlin-Tegel fielen laut den online genannten Abflügen knapp 20 Flüge aus, etwa ebenso viele waren es am Flughafen Düsseldorf, darunter auch die Langstrecken nach New York und Boston. An den Abflugtafeln in Köln-Bonn, Stuttgart und Hamburg gab es ebenfalls lange Gesichter.

Das Bieterverfahren für Air Berlin endet am Freitag, rund eine Woche später soll der Gläubigerausschuss über die Zukunft von Air Berlin entscheiden.

Federführend verhandelt Lufthansa über eine Übernahme größerer Betriebsteile des Konkurrenten, der weitgehend in Eurowings aufgehen soll. Am 26. September könnte der Lufthansa-Aufsichtsrat grünes Licht geben und das Prüfverfahren der europäischen Kartellbehörde anstoßen.

Bei der tariflichen Integration des fliegenden Personals gebe es viele Spannungsfelder, "unter anderem in Hinblick auf Fragen des Senioritätsprinzips bei den Piloten", sagte ein Insider aero.de.

Cockpit: Sorge um die Langstrecke


Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) befürchtet sogar, dass der Langstreckenbetrieb von Air Berlin komplett eingestellt werden könnte. VC-Präsident Ilja Schulz sagte der "Rheinischen Post", es bestehe die Sorge, dass mit einer "enormen Preiserhöhung die Langstrecke so unattraktiv gemacht werden soll, dass sie noch vor der Übernahme eingestampft werden kann".

Hintergrund könnte Schulz zufolge sein, dass man insbesondere die gut bezahlten Langstreckenpiloten loswerden wolle, bevor es zu einer Übergabe von Betriebsteilen komme.

"Die könnte der Insolvenzverwalter bei einer Einstellung der Langstrecke sofort entlassen wollen", sagte Schulz der Zeitung. "Die Braut wird quasi für die Hochzeit hübsch gemacht. Das ist ein Skandal, den wir uns so nicht bieten lassen."

Erst am Montag hatte Air Berlin bekanntgegeben, ihr Karibik-Flugprogramm ab Düsseldorf zum 24. September einzustellen. Flüge auf die Niederländischen Antillen, nach Cancún in Mexiko, Havanna und Varadero in Kuba sowie in die Dominikanische Republik entfielen damit.

"SZ": AerCap kündigt A330-Verträge


Hintergrund sei die im Insolvenzverfahren nötige Reduzierung der Langstreckenflotte. Nach Informationen der "Sueddeutschen Zeitung" verlangt die irische Leasingfirma AerCap zehn Airbus A330-200 kurzfristig von Air Berlin zurück. Weder Air Berlin noch AerCap haben sich dazu bislang geäußert.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ihre arabische Großaktionärin Etihad die Zahlungen an die Berliner eingestellt hatte.

Flugausfälle kosten Air Berlin mehrere Millionen Euro

Update 13.38 Uhr: Mehr als 100 Flugausfälle wegen kranker Piloten bei Air Berlin am Dienstag verschärfen nach Angaben des Unternehmens die Lage der insolventen Airline. "Der heutige Tag kostet uns mehrere Millionen Euro", teilte Vorstandschef Thomas Winkelmann mit.

Ein stabiler Betrieb sei zwingende Voraussetzung dafür, dass die Verhandlungen mit Kaufinteressenten gelingen. Bisher seien die Beschäftigten professionell mit der schwierigen Situation umgegangen. "Das, was wir jedoch heute bei einem Teil der Belegschaft sehen, ist ein Spiel mit dem Feuer."

Rund 200 der 1500 Piloten hatten sich krank gemeldet, viele nach Unternehmensangaben erst unmittelbar vor dem Flug. Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus warnte: "Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen."

Nach Informationen der Zeitung "B.Z." verliert Air Berlin durch die Ausfälle vom Dienstag vier bis fünf Millionen Euro. Hinzu kämen drei bis vier Millionen Euro Verlust, die die Fluggesellschaft ohnehin pro Tag schreibe.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Andreas Wiese, DUS | 12.09.2017 08:42
#12127
Beitrag vom 17.09.2017 - 23:05 Uhr
Modhinweis
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Leider hat mein Hinweis vom 15.9. 14:25 nicht gefruchtet.
Weitere Beiträge zum eigentlichen Thema "Krankmeldungen...", Fehlanzeige. Das Diskussions-Thema "Gehälter" hatten wir schon in zahlreichen Threads.
Der Thread wird jetzt auf "read-only" gesetzt.
Ihren Dialog mit ausgewählten Diskussionspartnern können Sie jedoch jederzeit fortsetzen
indem Sie die "PM"Funktion wählen.
Fly-away
Moderator

Dieser Beitrag wurde am 17.09.2017 23:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.09.2017 - 21:10 Uhr
ich spare mir das zitat.

Eines muss ich ihnen lassen: sie sind aufrecht, ich glaube nicht einmal das folter sie von der meinung abbringen kann.

Aber nochmal, letzter versuch:
Es ist scheiss egal ob der Cpt. oder FO der per gelbem schein gestreikt beim sick out dabei war, 60k oder 180k oder 300k verdient. Nicht relevant. Das ist Themaverfehlung, 6 setzen.

Fakt ist, das es mega kritisch war und das die bestverdienenste Gruppe an angestellten mal wieder ihre macht nutzen wollte um einfluss zu gewinnen oder infos zu haben, oder dem management zu zeigen das sie nicht einverstanden sind oder alles zusammen, Begründung finden sich in diesem Thread genug.

Und damit haben sie leider das gesamte unternehmen risikiert, mit etwas pech wäre die AB aufgrund dessen komplett still gestanden, planinsolvenz ade, flugbetrieb zusammengebrochen und harte landung in der insolvenz. Alle Jobs weg. Halt auch die deutlich schlechter gestellter Tarifgruppen.

Sie legitimieren das, für sie ist das ok. Für mich ist das scheisse,
und leute die sowas noch legitimieren sind des gleichen geistes kind (ist nicht böse gemeint).

Glaube damit haben wir die Sache auch ausreichend behandelt,
sie können jetzt gerne über die Gehaltsstruktur schwadronieren, ich weiss eigentlich garnicht warum sie so pedantisch darauf rum reiten.
Der Fakt das nicht alle Spitzenverdiener sind ist klar und logisch, das macht die Aktion Streik via gelbem Schein aber nicht besser.
Piloten sind nunmal die bestverdiener bei den Airlines.
Beitrag vom 17.09.2017 - 20:00 Uhr

Das ist mal tatsächlich spannend.... Man wird sehen, ob man dann noch die 300.000€/Jahr (Wie zur Einführung A330 bei Sunexpress D) zahlen muss, um die EW-Langstrecke in die Luft zu bekommen oder ob man sich dadurch wirklich einen Überfluss an A330 Piloten selbst geschaffen hat und somit mal wieder den Markt selbst erschafft...

Vor diesem Hintergrund sieht es tatsächlich wieder orchestriert aus, nur dass dann das Management der Dirigent ist und die Piloten eher die 2ten Geigen....


Übrigens ist es sehr witzig, das sie diese 300k als erstes in diese Diskussion eingebracht haben.


Da Sie den Zusammenhang nicht verstehen WOLLEN, bedaure ich es zutiefst, dass ich das getan habe. Ist aber leider nicht mehr zu ändern.

Deshalb versuche ich, Ihnen seit Tagen vergebens mit Fakten zu begegnen.
Da das aber anscheinend ihrerseits weder gewollt, noch verstanden wird, hat es schon ein gewisse Komik, wenn Sie mir dann die Benutzung des Kopfes empfehlen, wo Sie doch so gerne Fakten, die Ihrer Meinung widersprechen könnten, so gewissenhaft ignorieren oder mal wieder relativieren. Ist immerhin konsequent.

Ich habe mir keinen Zacken aus der Krone gebrochen und anerkannt, dass es auch nach hinten hätte losgehen können. Ist es aber bislang nicht, aber wirklich wissen werden wir das wohl eher nicht...

Trotz aller Spitzen ihrerseits bestehe ich darauf, dass die Unfitmeldungen der AirBerliner legal und mit ein bisschen Empathie auch nachvollziehbar waren.
Daran "hänge" ich mich sehr gerne auf.

Über alles andere können wir gerne weiter streiten...

Wie z.B.: Dass Sie weiterhin suggerieren, dass es nur die 180k Bestverdiener waren, die sich unfit gemeldet haben.

"Die bestverdienenste Entgeltgruppe, Leute die fast 200k im Jahr verdienen (oder ihre 183k, falls es keine Zulagen und nix gibt) und die am einfachsten andere Anstellung finden, haben mit ihrem wilden Streik riskiert, das alle die noch bei der AB sind ihre Jobs verlieren."

Sie nehmen sich genau die Zahlen heraus, die in Ihr erwiesenermaßen falsches Weltbild passen. (Erst die 300k ohne zu verstehen, dann die 183k ...) Und tun dann noch so, als ob alle bei AirBerlin im Cockpit das gleiche Gehalt verdienen?!?
Das ist die Bullshit-Suggestion, die mich Ihnen deutlich und so lange es sein muss, immer wieder widersprechen lässt.

Und so lange Sie das maximale erreichbare Endgehalt einer einzelnen sehr speziellen Berufsgruppe immer wieder versuchen, in Relation mit einem Durchschnitt für alle Berufe in Deutschland zu setzen, bleiben Sie auch der Märchenerzähler! ;-)


Dieser Beitrag wurde am 17.09.2017 20:20 Uhr bearbeitet.


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