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Krise abgehakt

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Analysten warnen Fluggesellschaften vor Überkapazitäten

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Luftfahrt erholt sich - Warnung vor Überkapaitäten, © Deutsche Lufthansa AG
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Kapazitätsentwicklung
Laufen europäische Airlines in eine Kapazitätsfalle?
Nein, die Kapazität kann abgesetzt werden.
Ja, das Angebot wird zu schnell hochgefahren.
Die Airlines werden schon wissen, was sie tun.
FRANKFURT - Die Luftfahrtbranche hakt die große Krise nach der globalen Rezession ab. Fluggesellschaften verbuchen jetzt wieder Gewinne und wollen ihre Kapazitäten teils drastisch erweitern. Schon drohen Überkapazitäten. Die Fluggesellschaften sehen sich vor neuen Höhenflügen. "Die (Luftfahrt-)Industrie erholt sich schneller als erwartet", verkündete der Chef der Luftfahrtorganisation IATA, Giovanni Bisignani, diese Woche.

Schließlich wurden im Juni fast zwölf Prozent mehr Passagiere auf internationalen Routen gezählt als im Juni 2009. Noch größer ist der Zuwachs bei der Fracht: Satte 26,5 Prozent Wachstum verzeichnen die Cargo-Unternehmen.

Auch die größte europäische Fluggesellschaft Lufthansa kann von der Trendwende profitieren. Nach einem tiefroten Auftaktquartal 2010 schrieb das Unternehmen im zweiten Quartal wieder 194 Millionen Euro Gewinn. Der Umsatz kletterte bedingt durch Zukäufe sogar innerhalb eines Jahres um mehr als 30 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

"Die Branche hat sich mit beeindruckender Geschwindigkeit von ihrer tiefen Krise erholt, weist wieder hohe Wachstumsraten aus und hat inzwischen sogar ihre früheren Rekorde bei der Verkehrsleistung übertroffen", sagte diese Woche Deutsche-Bank-Analyst Eric Heymann.

Auch Deutschland zweitgrößte Airline Air Berlin zeigt sich da selbstbewusst und will in eine neue Phase des Wachstums gehen. Im Bündnis Oneworld um British Airways will sich die bisher vor allem als Billig- und Charterflieger profilierte Fluggesellschaft nun auch direkt im klassischen Segment mit Geschäftskunden hervortun.

Der neue Optimismus der Branche zeigte sich jüngst auch auf der Luftfahrt-Messe im britischen Farnborough: Dort wurden von den Airlines gleich 400 neue Maschinen bestellt. Einer der größten Auftraggeber war die Fluglinie Emirates aus Dubai. Nach inzwischen 90 Bestellungen des Riesenjets Airbus A380 wurden auch noch 30 Boeing 777 geordert.

Kapazitäten auf Nachfragespitzen ausgelegt

Doch es gibt auch schon warnende Stimmen. "Die Branche dürfte die strukturellen Überkapazitäten dauerhaft nicht in den Griff bekommen", meint etwa Analyst Heymann. Schließlich machten die Airlines immer noch den Kardinalfehler, dass die Kapazitäten auf Nachfragespitzen ausgelegt würden. Außerhalb dieser Zeiten seien die Maschinen dann weniger stark ausgelastet. Auch Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow sieht in einem zu großen Kapazitätswachstum in der Golfregion ein Risiko.

Zu viele Flugzeuge können sich dann bitter rächen - denn die von Luftfahrtmanagern so gefürchteten «externen Schocks» sind in der Branche häufig. Da kann zum Beispiel ein Terroranschlag die Nachfrage kurzfristig drücken oder Krankheiten wie Sars die Gäste verschrecken. Auch der Ölpreis ist für die Airlines unberechenbar.

Und seit April gibt es in Europa das Schreckgespenst, dass ein Vulkanausbruch auf Island erneut tagelang zur Sperrung des Luftraums führen könnte.

Für die deutschen Luftfahrtunternehmen drohen mit der von der Berliner Koalition geplanten Flugticketsteuer zusätzliche Lasten. Lufthansa-Finanzchef Gemkow spricht bereits von einem «einseitigen Wettbewerbsnachteil». Denn Fluggäste können oftmals leicht auf benachbarte Flughäfen im Ausland ausweichen.


© dpa, aero.de | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 30.07.2010 09:03




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