Aufsichtsrat Sondersitzung
Älter als 7 Tage

Austrian CEO Albrecht setzt auf Vernunft der Personalvertreter

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Aufsichtsratsvorsitzender von Austrian Airlines Stefan H. Lauer, Austrian CEO Jaan Albrecht, © Gerhard Vysocan

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WIEN - In einer Stellungnahme zur heutigen Sondersitzung des Aufsichtsrats sieht AUA-Vorstandssprecher Jaan Albrecht das neue Arbeitsprogramm gut auf Schiene. Mit einem Mix aus Kostenreduzierung durch effizientere Betriebsstrukturen und höheren Ertrag durch konzernweite Marktanpassungen will die Airline in den nächsten zwei Jahren ihr Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. Positive Signale gäbe es nun auch seitens der Personalvertreter.

Der Vorstand von Austrian Airlines betonte vor allem die Notwendigkeit zur strukturellen Reform des Unternehmens. „Die AUA kann nur an Flughöhe gewinnen, wenn wir unser Unternehmen modernisieren. Wir müssen für die notwendigen Investitionen – Stichwort Harmonisierung der Mittelstreckenflotte und Erneuerung der Kabine – alte Zöpfe abschneiden“,  beschreibt Jaan Albrecht die Situation.

Dazu wurde nun auch das Streckennetz der Airline weiter überarbeitet. Schwerpunkte bleiben Osteuropa und Nahost. Details sollen Anfang nächster Woche bekannt gegeben werden. Dass man mit dem Angebot am rechten Weg sei, zeige das Januarergebnis. Mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent bei den Passagieren, lag die AUA deutlich über dem Konzernschnitt von 3,9 Prozent.

Zufrieden zeigt sich der AUA-Chef auch über die Verhandlungen mit den Systempartnern: „Meine Gespräche waren alle von Vernunft und Verständnis getragen. Auch das neue Flughafenmanagement hat in den Erstgesprächen bewiesen, dass es die Austrian Airlines als zukünftigen Partner für Wachstum und Stärkung des Standorts Wien erkannt hat,“ so Albrecht.

Zur Umflottung auf der Mittelstrecke habe Austrian für ihre elf Boeing 737-Maschinen bereits potentielle Käufer gefunden. Gegenwärtig sondiert Austrian, gemeinsam mit Lufthansa, Angebote für die Beschaffung von sieben Airbus A319/A320 Jets, sowie für 2013/14 vier zusätzliche Langstreckenmaschinen vom Typ Boeing 777.

Noch wenig Bewegung gebe es in Richtung der dringend notwendigen Modernisierung der Kollektiv-Verträge. Immerhin liege aber inzwischen von Seiten der Personalvertretung Bord ein erster Verhandlungstermin am Tisch, ebenso habe auch die Gewerkschaft GPA für nächste Woche Gespräche zugesagt.

Nach zwei kurzfristig anberaumten Betriebsversammlungen haben die Belegschaftsvertreter zunächst den vom Management vorgelegten Entwurf schlicht als nicht verhandlungswürdig abgelehnt. Zum Hintergrund: Der neue Kollektivvertrag soll vor allem Automatismen, teure Abfertigungsregeln und alte Flug-Dienstzeiten 'modernisieren'. Der vorliegende Entwurf basiere auf dem Kollektivvertrag der Konzernschwester SWISS und der österreichischen Industriebranche. Jaan Albrecht dazu: „Ich habe höchsten Respekt vor Mitarbeitern und auch Mitarbeitervertretern. Die Mitarbeiter sind die Basis für unseren Unternehmenserfolg. Ich appelliere aber nochmals an die Vernunft der Vertreter. Die Lage ist zu ernst, um auf Zeit zu spielen.“

Zu den vom Betriebsrat eingeforderten Investitionen (u.a. in die Flotte und Ausbau der Langstrecke) ist die Position der Lufthansa unverändert: Ja, wenn die Löcher im Faß gestopft sind. Voraussetzung ist ein positiver Abschluß 2012.

Wie berichtet, soll das AUA-Management am 29. Februar dem Aufsichtsrat sein detailiertes 'Sparprogramm' vorlegen. Das Arbeitsprogramm ist Teil des konzernweiten Effizienzprogramms 'Score', dass LH-Vorstandsprecher Christoph Franz vergangenen Dienstag in Frankfurt vorstellte. 'Score' soll durch mehr Zentralisierung und eine bessere Netzkoordination konzernweit eine Ertragsverbesserung von jährlich 1,5 Milliarden Euro bringen.
© Bob Gedat, aero.at | Abb.: Ingo Lang | 10.02.2012 21:41


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