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Austrian kündigt Kollektivverträge mit ihren Crews

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Austrian Airlines Headquarters, © Ingo Lang, edition airside

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WIEN - Nach Scheitern der Dienstag aufgenommenen Verhandlungen über einen neuen Kollektivertrag für das Bordpersonal, machte der Austrian-Vorstand nun von dem Recht auf Änderungskündigungen Gebrauch und kündigte präventiv die derzeit gültigen Verträge. Führen die Verhandlungen mit den AUA-Crews bis Ende Februar zu keinem Ergebnis, kann die AUA ihr fliegendes Personal in ihre Regionaltochter Tyrolean 'auslagern'. Bei Tyrolean gilt ein rund 25 Prozent niedriger dotierter KV.

Wie berichtet, sind die neuen Kollektivverträge ein wesentlicher Bestandteil des 'Arbeitsprogramm 2012' von dessen Implementierung die Konzernmutter Lufthansa dringend erforderliche Investitionen aus der Konzernkasse abhängig macht, u.a in den Umbau der Mittelstreckenflotte.

Für den Fall einer einseitigen Kündigung der KV's haben Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften bereits im Vorfeld Arbeitsmaßnahmen angekündigt. Dagegen sei für die Lufthansa entscheidend, ob es für die AUA eine wirtschaftliche Basis für ihre Zukunft gibt. Die zeitgemäße und wettbewerbsfähige Anpassung der Personalverträge sei dazu unerlässlich.

Die Gangart in der Causa wird auf beiden Seiten zusehends härter. Auf die einseitige Kündigung reagierte der Gewerkschaftsprecher Rudolf Kaske (vida) via APA/OTS mit einem offenen Brief an AUA-Vorstand Peter Malanik, in dem er  u.a. beklagt, dass die gut 180 Änderungen im KV-Vertrag in der vorgegebenen Zeit bis zur nächsten Aufsichtsratsitzung am 29.Februar unmöglich abgearbeitet werden können. Der Abbruch der Verhandlungen wird auch damit begründet, dass der betriebsseitige Verhandler für die Pilotengewerkschaft VIDA Wolfgang Hable von der AUA zu dem vereinbarten Besprechungstermin statt der gewünschten Freistellung kurz zuvor per SMS zum Dienst abgerufen worden sein soll.

Beide Seiten werfen sich inzwischen gegenseitig taktische 'Spielchen' vor, die der Ernsthaftigkeit der Angelegenheit nicht angemessen seien. Die Gewerkschaft hat sich bis heute Donnerstag Bedenkzeit erbeten. Von der Aufkündigng des Bord-KV sind ca. 2.300 Mitarbeiter betroffen.

Sollte die Neuordnung der Personalverträge scheitern, könnten die Konsequenzen für beide Seiten drastisch sein. Bringt die AUA ihr Kosteneinsparungsprogramm von rund 200 Mio Euro nicht durch, droht ihr eine massive Reduzierung und damit auch ein weiterer, empfindlicher Personalabbau.
© aero.at | Abb.: Ingo Lang | 16.02.2012 13:58

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Beitrag vom 18.02.2012 - 22:07 Uhr
Was mich bei der ganzen Sache nur wundert: Austrian hat die niedrigsten Kosten im Vergleich zu LH und Swiss, warum geht der Laden trotzdem nicht?
Beitrag vom 17.02.2012 - 12:47 Uhr
@Roti Muc: Daran ist keiner interessiert, am wenigsten die Lufthansa, allem Pressegeschrei zum Trotz.

@airborn: So is es. Punkt.

LG Bob

Dieser Beitrag wurde am 17.02.2012 12:50 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.02.2012 - 12:45 Uhr
@Roti Muc
Ich denke, mit Deiner Befürchtung "Insolvenz" bist Du weit übers Ziel hinausgeschossen.
Lufthansa wird alles unternehmen, die Austrian in den "grünen Bereich" zu bringen. Etwas anderes können sie sich auch nicht leisten.
Um dies zu erreichen heißt es Kosten und nochmals Kosten sparen. Das betrifft auch zum wiederholten Mal die Personalkosten. Voraussetzung hierfür ist u.a. Kündigung der Kollektivverträge.

Dieser Beitrag wurde am 17.02.2012 14:15 Uhr bearbeitet.


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