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Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg

Foto
Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg, © Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln
Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg
Benz Patent Motorwagen Modell 3 (© Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln)
Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg
Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg (© Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln)
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Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg (© Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln)
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Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg (© Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln)
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Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg (© Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln)
Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg
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LADENBURG - Die Erfindung des Automobils geht auf das Jahr 1886 zurück, als der damals 41jährige Karl (später Carl) Benz das kaiserliche Patent Nr. 37435 für seinen dreirädrigen Motorwagen erhielt.

Ein Original-Exemplar des Benz Motorwagens Nr. 3, steht zurzeit als Leihgabe in dem bedeutenden Privatmuseum von Winfried A. Seidel in Ladenburg, welches in der letzten historischen Benz-Fertigungsstätte zu besichtigen ist.

Hier stehe ich nun und empfinde Ehrfurcht vor der epochalen Erfindung von Dr. h.c. Carl Benz und der hier erlebbaren weiteren Entwicklung seiner Ideen.

Sein Motorwagen Nr. 1 wollte sich damals einfach nicht verkaufen lassen, bis seine Ehefrau Bertha Anfang August 1888 mit dem verbesserten Motorwagen Nr. 3 von Mannheim nach Pforzheim zu einem Verwandtenbesuch fuhr und damit nebenbei - sicherlich unbewusst - eine der spektakulärsten Werbekampagnen einläutete.

Rekordfahrt der Bertha Benz von 1888


Bevor ich weiter unten zu Carl Benz persönlich komme, möchte ich zunächst über seine bewundernswerte Ehefrau Bertha berichten, deren Leistung nahe an diejenige ihres Mannes heranreicht.

Die 38jährige Bertha fuhr - angeblich von ihrem Ehemann zunächst unbemerkt - mit ihren beiden 13- und 15jährigen Söhnen, Richard und Eugen, Anfang August 1888 die erste über 104 km lange Fernfahrt unter damals sehr schwierigen Umständen.

Welche Meisterleistung diese Fahrt war, kann man sich heute nur schwer vorstellen. Man muss sich dazu die damaligen Straßenverhältnisse vor Augen führen, größtenteils unbefestigt und von Pferdewagen ausgefahren, viel schlimmer als die heutigen Schlaglochstrecken.

Die Entfernung auf dem hochrädrigen Vehikel zurückzulegen, war auch deshalb nicht ohne, weil es ja weder Tankstellen noch Werkstätten gab. Als Treibstoff wurde das Reinigungsmittel Ligroin verwendet, welches in Apotheken erhältlich war, Hufschmiede waren für Reparaturen zuständig.

Dass Bertha zumindest zeitweilig selbst an der Steuerkurbel saß, erregte sicherlich doppelte Aufmerksamkeit. Die Fahrt löste allerdings statt Anerkennung meist Hohn und Spott, Angst und ungeahnte Aggressionen bei den Leuten am Wegesrand aus.

Hilfreiche Apotheken und Hufschmiede


Die Pferde, bis dahin die heftigsten Konkurrenten der neuen Motorkutsche, scheuten regelmäßig und gingen oft genug durch. Für denjenigen, der selbst einmal durchgehende Pferde auf einem Wagen erlebt hat, ist das, ob der plötzlichen und urgewaltigen Kraftentfaltung dieser sonstso gut lenkbaren Tiere ein unvergesslich erschreckendes Erlebnis!

Welche widrigen Umstände mögen die Drei wohl durchlitten haben, bis sie spätabends müde ihr Ziel in Pforzheim erreichten? Außer in Mannheim hatte ja bis dahin niemand ein solches pferdeloses und dazu noch qualmendes und laut zischend-knatterndes Vehikel gesehen. Der Motorwagen Nr. 3 war zudem mit 1,5 PS schwach motorisiert und musste gelegentlich geschoben werden.

Wir werden sicherlich am 25. Mai 2011 abends in der ARD einen bewegten Eindruck durch den Film "Carl und Bertha Benz" bekommen, der kürzlich in Gernsbach bei Baden-Baden gedreht wurde.

Wunderbares Ambiente in historischer Umgebung

Beim Betreten des Automuseums Dr. Carl Benz spürt man sofort den typischen Duft, eine Mischung aus Benzin, Öl, Gummi und Leder, ein besonderer Reiz für den Oldtimerfreund.

In mehreren Hallen befinden sich Original-Benzmobile und spätere Mercedes-Benz Wagen mit einer Rennsportabteilung. Man findet außerdem eine bedeutende Zweiradsammlung mit einem Drais´schen Laufrad, welches ja ebenfalls in Mannheim entwickelt wurde und einige wichtige Motorräder, Motor- und Kabinenroller. Das Areal enthält auch Räumlichkeiten für Festlichkeiten in automobilem Ambiente.

Zusammen mit weiteren Ausstellungsgegenständen aus der Zeit (Werkzeuge, Werkstatteinrichtungen, Zubehör und in historischer Kleidung drapierte lebensgroße Puppen), enthält das Museum über 70 historische Fahrzeuge mit unzähligen weiteren interessanten automobilen Zutaten in einem wunderbaren Einklang.

In der Sylvester-Nacht 1879 lief der neue Motor erstmals


Welche Freude wird das in der "Carl Benz Eisengießerei und mechanische Werkstätte" Mannheim ausgelöst haben, deren Alleininhaber Carl Benz seit 1872 ist? Bis dahin gab es noch einen Mitinhaber, den Mechaniker August Ritter, dessen Anteile durch die vorzeitige Mitgift der jungen Bertha abgelöst werden konnten. Neben seinen Stationärmotoren war es jedoch die Vision vom pferdelosen Wagen, die Carl angetrieben hat.

Der Motorwagen fand allerdings damals keinen sonderlich freundlichen Empfang bei der Bevölkerung, es war einfach zu ungewöhnlich, dass sich ein Wagen von selbst bewegte, ohne von Pferden gezogen zu werden. Aus mangelndem Vertrauen fehlte es deshalb auch öfters an Geldgebern, was zu häufigen finanziellen Schwierigkeiten der Familie führte.

Erst nach dem Beweis, dass das neue Gefährt für längere Fahrten tauglich war, ging es mit den Verkäufen aufwärts. Mit dem Modell "Victoria" stellt Benz im Jahre 1893 sein erstes vierrädriges Fahrzeug mit der von ihm entwickelten geometrischen Achsschenkellenkung vor. 1894 erscheint das vierrädrige leichte Benz "Velociped" mit der neuartigen Lenkung, das erste mit ca. 1.200 Stück in Serie produzierte Auto der Welt!

Aus der bewegten Lebensgeschichte von Carl Benz lässt sich erahnen, dass er ein unbeugsamer Visionär gewesen sein muss, es gab schließlich zahlreiche Zerwürfnisse mit Gesellschaftern und leitenden Mitarbeitern, die zu einigen relativ kurzfristigenBetriebsverlagerungen und -Umbenennungen führten. In kurzer Zeit wurden insgesamt drei Fertigungsstätten bezogen. Die erste war in dem quadratisch aufgeteilten Mannheim T6, 11.

© Univ.-Prof. Dr. Claus Schwarze, Köln | Abb.: Prof. C. Schwarze | 11.02.2011 11:24
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