SEATTLE - Der US Flugzeugbauer Boeing baut für das Programm 787 eine zweite Endfertigungslinie im Süden der USA. Die Entscheidung gilt als Niederlage für die Gewerkschaft, die in den Südstaaten kaum Einfluss hat. Neben dem Werk Everett nahe Seattle im Bundesstaat Washington werde nun in North Charleston (South Carolina) eine zweite Endmontage entstehen, kündigte Boeing am Mittwochabend in Seattle an.
Dort soll es auch Möglichkeiten zum Test der Maschinen geben. Boeing hatte im Juli das vormalige Vought Werk
Charleston übernommen und damit einen wesentlichen Teil der
787-Fertigung wieder in die eigene Produktion integriert. Das Werk
fertigt die hinteren Rumpfsektionen
47 und 48 der 787 und untersteht nunmehr unmittelbar der
Programmleitung.
Die zweite Endmontagelinie ist erforderlich, um die 787-Produktion
zunächst auf zehn Einheiten im Monat hochzufahren. Boeing strebt diese
Fertigungsrate für Ende 2013 an. Die Kapazitäten der ersten FAL
sind bei sieben Einheiten im Monat vollständig ausgelastet.
Boeing kündigte an, am Werk Everett bis zur Fertigstellung der FAL in Charleston übergangsweise zusätzliche Kapazität zu schaffen. Dies soll die termingerechte Einführung der Ausbaustufe 787-9 sichern. Die 787-9 soll im vierten Quartal 2013 das erste Mal ausgeliefert werden.
Die 787 Endmontagelinie in Charleston soll im Juli 2011 fertiggestellt sein und den Betrieb aufnehmen. Das erste Flugzeug aus Charleston will Boeing im ersten Quartal 2012 ausliefern.
Am Mittwoch bestätige Boeing-Kunde Azerbaijan Airlines die Vergabe eines neuen Programmauftrags. Neben zwei 767 bestellte die Fluggesellschaft zwei 787 für ihre Langstreckenflotte.
Politisches TauziehenUm den Standort der neuen FAL hatte es auch ein heftiges politisches Tauziehen der beiden Bundesstaaten gegeben. Letztlich gewann South Carolina auch mit massiven Steuergeschenken den Zuschlag.
Das Programm 787 ist bereits knapp drei Jahre hinter den ursprünglichen Zeitplan zurückgefallen. Bis Ende dieses Jahres soll die 787 nun erstmals abheben und ab dem vierten Quartal 2010 an die Kunden gehen.
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