EVERETT - Boeing hat die Anlieferung von Rumpfsektionen für zwei 787 vom eigenen Standort Charleston um 24 Produktionstage gestreckt. Die Endmontage der Flugzeuge 23 und 24 am Werk Everett werde damit erst im Juni beginnen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Auch weitere Zulieferer seien um eine entsprechende Verlegung der Anlieferung von Komponenten gebeten worden. Boeing stellt gegenwärtig etwa zwei 787 im Monat fertig.
Die Aussetzung der Anlieferungen soll den an der 787-Fertigung beteiligten Unternehmen mehr Zeit geben, gewichtsparende Designmodifikationen an den Baugruppen umzusetzen, erklärte eine Konzernsprecherin. Die zusätzliche Zeit soll aber auch aufgelaufenen Teilemangel für einzelne Komponenten abfangen, um aufwändige Nacharbeiten in der Endmontage zu vermeiden.
Im Fertigungsprozess nicht vorgesehene Nacharbeiten an Baugruppen in der Endfertigung hatten die 787-Produktion in Everett mehrfach ausgebremst und Ressourcen gebunden. Im vergangenen Sommer übernahm Boeing schließlich den Vought Standort Charleston und stellte damit einen wesentlichen Teil der Rumpffertigung für das Programm wieder unter eigene Kontrolle.
Nach Informationen der "Seattle Times" hat Charleston zuletzt bereits wieder unfertige Rumpfsektionen nach Everett geliefert. In der Vormontage benötigte Rahmenkomponenten, Querträger aber auch Kleinteile seien nicht rechtzeitig in Charleston eingetroffen. Die Zeitung beruft sich auf eine mit der Fertigung am Standort vertraute aber ungenannte Quelle.
Die Aussetzung der Komponentenanlieferung für die Flugzeuge 23 und 24 erstreckt sich auch auf Tragflächen aus japanischer Produktion.
Erhöhung der FertigungsfrequenzBoeing will die erste 787 im vierten Quartal ausliefern. Bis dahin sollen um die 30 787 fertiggestellt sein, sagte Boeing Vorstandschef Jim McNerney im Februar. Ab August will Boeing die Fertigungsfrequenz im Programm hierzu auf 2,5 Flugzeuge monatlich einspielen.
Seattle liegen für die 787 gegenwärtig 866 Aufträge von 57 Kunden vor. Das Programm ist durch Stockungen in der über den Globus verteilten Fertigungskette und aufgetretene Mängel an der Konstruktion mehr als zwei Jahre hinter seinen ursprünglichen Zeitplan zurückgefallen.
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