HAMBURG - Endlich ist es soweit: Acht Jahre, fünf Monate und 13 Tage, nachdem sich die Deutsche Lufthansa zum Airbus A380 bekannt hatte, wurde der erste doppelstöckige Riese an das Unternehmen ausgeliefert. «Wir öffnen ein Fenster für eine große Zukunft des Unternehmens», sagte Lufthansa Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Airbus Werksgelände Finkenwerder. Die Arbeit vor der Übergabe an diesem Mittwoch war präzise terminiert.
Bereits bis zum 8. Mai mussten alle notwendigen Checks bewältigt werden. Als die Lufthansa am 6. Dezember 2001 ihre Order über 15 Airbus A380 verkündete, war die Überraschung weltweit groß - die Luftfahrtbranche wurde von einer schweren Krise erschüttert. Doch die Lufthansa blieb ihrem Erfolgsrezept treu: antizyklisch kaufen heißt die Devise.
Zudem bestätigte Lufthansa, dass man sich mit Airbus auf Modalitäten geeinigt habe, «die es dem Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage möglich machen, die Kaufentscheidung bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu treffen». Mit anderen Worten: Auch Lufthansa kam noch in den Genuss der Preisrabatte von Erstkunden.
Am 6. Juni wird Chefpilot Jürgen Raps die deutsche Fußball- Nationalmannschaft in der Maschine mit dem Kennzeichen D- AIMA zur Weltmeisterschaft nach Südafrika fliegen. Dann geht es Schlag auf Schlag: Ab Mai werden vier A380 im Monatsrhythmus an die Lufthansa ausgeliefert. Das weitere Programm sieht vor, dass im Jahre 2011 vier A380 und 2012 und 2013 noch je eine A380 an die Lufthansa übergeben werden.
Die erste Maschine (MSN038) trägt den Namen "Frankfurt am Main". Der zweite für Lufthansa vorgesehene A380, die «München», hat im Werk Finkenwerder gerade die Lackierung erhalten. Die dritte Maschine erhält derzeit die Innenausstattung.
Drei Klassen, 526 PassagierplätzeAlle Lufthansa-A380 werden in einer Drei-Klassen-Bestuhlung 526 Sitzplätze haben: Acht Erste-Klasse- und 98 Business-Class-Sitze im Oberdeck und 420 Economy-Class-Sitze im Hauptdeck. Also weit entfernt von der maximal möglichen und zulässigen Kapazität von 853 Plätzen.
Für bis zu 420 Fluggäste in der Economy-Class im unteren Deck ergibt
sich ein bisher aus Flugzeugen nicht gekannter Raumeindruck mit
senkrechten Wänden und ebener Decke. Der Fortschritt liegt im Detail:
Ein bisschen mehr Beinfreiheit und ergonomisch besserer Sitzkomfort, ein
Bildschirm für das neue Unterhaltungssystem an jedem Platz, die
bekannten Farben blau und grau.
Auf den 98 Plätzen der Business-Class im Obergeschoss geht es gediegener, gehobener zu. Doch besonders gerne berichtet der
Leiter Produktmanagement und Innovationen der Lufthansa, Christian
Körfgen, vom Prunkstück der Maschine. Acht zahlungskräftige Passagiere
in der First-Class können auf der Langstrecke sogar so etwas wie
Privatsphäre genießen. Aus dem Sessel wird ein vollwertiges Bett, mehr
als zwei Meter lang und 80 Zentimeter breit. Die einzelnen Schlafstätten
können von ausfahrbaren Wänden individuell getrennt werden.
Der Bettkomfort wurde bei zahlreichen Testflügen erprobt. «Wir hatten
von unseren Gästen Rückmeldungen, dass sie bei uns an Bord besser
geschlafen haben als im Hotel. Die Crew musste die Gäste häufig zur
Landung wecken», versichert Körfgen. Es gibt vollwertiges Bettzeug und
Lufthansa-Pyjamas. Jedem Fluggast steht ein abschließbarer Schrank zu
Verfügung, und nach dem Schlafen teilen sich die First-Class-Gäste zwei
Badezimmer, die mit normalen Flugzeugtoiletten nichts zu tun haben.
Was für die Fluggäste nur indirekt wichtig ist: Dem Kabinenpersonal, 21
Frauen und Männern, stehen in dem nach Listenpreis 346 Millionen
US-Dollar teueren Flugzeug neu durchdachte Küchen zur Verfügung. So gibt
es zum Beispiel ein besseres Entsorgungskonzept für Flüssigkeiten. Ihre
vorgeschriebenen Erholungszeiten verbringen die Crewmitglieder im
Untergeschoss, wo sie zehn Schlafkabinen nutzen können.
Tokio, Peking und Johannesburg sind erste A380-Ziele Trotz der verspäteten Auslieferung ihrer doppelstöckigen Giganten sieht man bei der Lufthansa der Auslieferung der ersten vierstrahligen Riesen mit großen Erwartungen und Hoffnungen entgegen. «Wir freuen uns natürlich darauf, aber wir haben uns auch sehr gründlich, gewissenhaft und verantwortungsbewusst vorbereitet. Wir haben von Anfang an mit einem eigenen Projektteam intensiv mitgearbeitet», erklärt Raps.
Dass andere Airlines vor der Lufthansa die neuen Großraumflugzeuge erhielten, berührt Raps nicht sonderlich: Manches Mal habe die Lufthansa mit den Kinderkrankheiten der Maschinen fertig werden müssen. «Diesmal hat es andere getroffen. Wir hatten diesmal wenigstens den Vorteil, dass wir in Ruhe abwarten und uns konzentriert auf die Auslieferung vorbereiten konnten. Trotzdem, wir hätten unsere ersten A380 schon gern früher bekommen.»
Die Einführung des Airbus A380 für die Lufthansa war eine logistische und technische Herausforderung. Rund ein Dutzend Ingenieure arbeiteten bereits 2001 an Spezifikation und Entwicklung mit. Für die Koordination aller Aufgaben wurde eine eigene «Task Force» aus Technik und Flotte von 20 Experten geschaffen.
Das Training für alle A380-Kapitäne und Ersten Offiziere wurde groß geschrieben. Raps: «Dieser Airbus ist doch ein ganz anderes Flugzeug, auch wenn es im Cockpit viele Gemeinsamkeiten gibt.»
Tokio, Peking und Johannesburg sind in diesem Jahr die ersten A380-Ziele, die regelmäßig angeflogen werden.
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Die 1. LH-A380 sei am Donnerstag den 27. Mai für etwa 5 Stunden zwischen 14:00 und 19:30 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen zu einem abschließenden Abfertigungstest am Terminal 2, von der dortigen Besucherterrasse aus gut zu sehen, mit Eintritt frei für Kinder, inklusive Vorfeldrundfahrten, "die unmittelbar an der Maschine vorbeiführen". ;-)
http://cms.frankfurt-live.com/front_content.php?idcatart=85433 mfg
Sie ersetzen die AFMR Laptop durch ihre EFB und nutzen das von Airbus eingebaut OIT inkl dem dazu gehörigen Keyboard, daher kein Touchscreen und keine KCCU/MFD Schnittstelle, wäre auch nicht erlaubt, weil das MFD/KCCU zur Avionics World gehört und das OIT bzw des EFB zur Open World, was physisch getrennt sein muss. Alles andere ist strikt verboten. Die Umrüstung macht LH selber, weil es ein LH System ist und Airbus dieses nicht verbauen kann. Airbus liefert die Maschinen ganz gewohnt mit drei AFMR Laptops aus und LH ersetzt diese dann durch ihr System. Das ist aber eigenverantwortlich und von Airbus losgelöst
Gruß aus EDHI
Wie sieht es mit dem Lufthansa EFB aus ?Wurde das schon in Finki eingebaut oder macht LH das selber ?
Wird die Bedienung über zusätzliche Monitore mit Touchscreen erfolgen (wie bei den anderen LH Fliegern),
oder interface mit KCCU/MFD ?
http://www.lhsystems.com/resource/document/pdf/br/br_efb.pdf
Gruß