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Nach verlorenem Tankerauftrag

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Empörung in Europa - Paris und Berlin drohen USA

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Boeing 767 NextGen Tanker, © The Boeing Company
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PARIS / BERLIN - Das Aus für den europäischen Rüstungskonzern EADS beim Tankjet-Riesenauftrag in den USA wird ein politisches Nachspiel haben. Die Bundesregierung kündigte am Mittwoch an, den Fall bei der Welthandelsorganisation (WTO) zur Sprache bringen. Aus Frankreich will sich Präsident Nicolas Sarkozy persönlich einschalten. «Wir werden reagieren. (...) Diese Angelegenheit ist in keinster Weise erledigt», sagte Europastaatssekretär Pierre Lellouche.

Vorausgegangen war ein Treffen mit Ministerkollegen und Sarkozy in Paris. Der Präsident werde intervenieren.

Das von deutschen und französischen Anteilseignern dominierte Unternehmen EADS und sein US-Partner Northrop Grumman hatten am späten Montagabend ihren Rückzug aus dem Bieterwettbewerb über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar verkündet. Beide Konzerne begründeten dies mit unfairen Wettbewerbsbedingungen und beklagten, dass die Ausschreibung voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden sei.

Das europäisch-amerikanische Konsortium hatte den Auftrag zunächst eigentlich gewonnen. Boeing hatte dann aber wegen Fehlern beim Vergabeverfahren gerichtlich eine Neuausschreibung erzwungen.

Bei der Welthandelsorganisation WTO laufen seit längerem zwei Verfahren, in denen sich EADS und der US-Konkurrent Boeing wegen Staatshilfen beim Bau von zivilen Flugzeugen gegenseitig verklagt haben. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte dazu: «Dort hat Amerika ja Europa verklagt, angeblich wegen unfairer Praktiken. Jetzt haben wir einen Gegenbeleg. Das wird in das Verfahren bei der WTO einzubeziehen sein.»

Frankreich zeigte sich mit Blick auf die WTO vorsichtiger. Man habe es mit einem Rüstungsgeschäft zu tun und in diesem Bereich gelte nicht das klassische Recht der Welthandelsorganisation, sagte Lellouche. Dennoch werde man reagieren. Der französische Präsident reist Ende März zu einem Staatsbesuch in die USA.

Wie Frankreich will auch die Bundesregierung die angebliche Benachteiligung von EADS im Rennen um die 179 Tankflugzeuge bei demnächst anstehenden Terminen mit den USA thematisieren. Vize- Regierungssprecher Christoph Steegmans sagte, die Regierung bedauere den Ausstieg von EADS und Northrop Grumman.

«Generell sind offene Märkte und Wettbewerb der beste Weg hin zu einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis», sagte Steegmans. Darauf hätten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien US- Präsident Barack Obama bereits im Dezember in einem Brief hingewiesen. Auch Frankreichs Premierminister François Fillon unterstrich die Bedeutung einer beiderseitigen Öffnung der Märkte am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin.

© dpa | Abb.: Northrop Grumman | 10.03.2010 18:55




Leser-Kommentare (3)

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12.03.2010 10:16
Ich kann das Gejammere der Europäer nicht mehr hören. Tatsache ist das Europa die Amerikaner gar nicht beim A 400 M mitbieten liesen wie z.B. das PW Triebwerk das zum einen lieferbar gewessen wäre und bei weitem nicht so viel gekostet hätte wie das mit Proplemen behaftete Europäische Triebwerk.
Und zum Tankerauftrag zu kommen die Wahrheit ist das Airbus gar nicht das Flugzeug hat das die AF benötigt. Die erste Ausschreibung wurde nur gewonnen dank Lobbyarbeit von Airbus ( Ja auch die können das ) als plötzlich ein größeres Flugzeug gefordert wurde die zum Teil gar nicht Platz in den Hangern usw. haben.Deshalb hat Boeing die Vergabe mit Erfolg angefochten und jetzt wird auch das Flugzeug in der Ausschreibung gefordert wie ursprünglich geplant. ( Größer muß nicht immer besser sein )
Und diese Größe kann Airbus nicht anbieten.
Abgesehen davon würde ich so oder so keinen Auftrag an ein Staatsunternehmen aus Frankreich geben die bei einem Konflikt Überflugrechte womöglich verweigern und den Gegnern Waffen liefern die dann die amerikanischen Tankflugzeuge auch noch versuchen abzuschießen.
11.03.2010 14:53
Wenn es um die nationalen Interessen von "god's own country" geht steht alles andere hinten an; das war schon immer so ! Naiv, wer sich etwas anderes ausgerechnet hatte.
Ein gut geplantes und klar abgegrenztes joint venture zwischen Airbus und Antonov wg der AN70 hätte alle glücklich gemacht; nun haben aber die europäischen Steuerzahler die Verluste und den A400M und er wird sich noch exportieren lassen ! Ich wette darauf, daß trotz Besserungsscheines von Airbus kein EURO von den noch zu erwartenden Erträgen in die europ. Finanzkassen zurückfliessen wird.

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2010 14:54 Uhr bearbeitet.
11.03.2010 09:10
Naja Obama hat schon gleich nach der Wahl mehrmals gesagt man solle amerikanische Produkte kaufen..

Freie Marktwirtschaft gibt es nicht bei solchen Summen..
Europa hätte ja auch die Antonov An70 kaufen können statt den A400M...


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