Kein Ferienflieger mit Tuifly
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Air Berlin braucht einen Plan C

airberlin Niki Airbus A320
airberlin Niki Airbus A320, © Ingo Lang

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BERLIN - Air Berlin braucht eine neue Strategie für einen Weg aus der Krise. Ihr Großaktionär Etihad verfolgt das Ziel eines gemeinsamen Ferienfliegers von Air Berlin mit Tuifly nicht weiter. Zuvor hatte der Tui Konzern bekanntgemacht, dass die Verhandlungen über das geplante Joint Venture nicht fortgeführt würden.

Damit ist ein wichtiger Baustein der geplanten Sanierung von Air Berlin weggebrochen.

"Die Urlaubsflüge der Air Berlin Group werden nun als separate Geschäftseinheit weitergeführt, unter der Marke Niki", heißt es in einer Stellungnahme von Etihad. Weitere Details dieser Struktur würden "zu gegebener Zeit" von Air Berlin bekanntgegeben.

Air Berlin hatte das Touristikgeschäft an ihren österreichischen Ableger Niki abgegeben und dafür bereits im Dezember und Januar 300 Millionen Euro von Etihad erhalten. Niki sollte unter Führung von Etihad in einem Bündnis mit dem deutschen Ferienflieger Tuifly aufgehen, der zum Reisekonzern Tui gehört.

Etihad teilte mit, in monatelangen Verhandlungen hätten die Beteiligten keine Übereinkunft über die "endgültige Beschaffenheit eines solchen Joint Venture" erreicht. Air Berlin stellte fest, mit dem Abbruch der Verhandlungen sei ausschließlich eine Änderung der Gesellschafterstruktur verbunden.

Dies habe "keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Air Berlin Group". Der Winterflugplan der Tochter Niki sei freigeschaltet und Niki fliege ihre Ziele auch planmäßig an.

Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein, ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und hält sich seit langem nur noch mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft. Zuletzt hatte der deutsche Branchenprimus Lufthansa offen Interesse an einer Übernahme von Air Berlin bekundet.

Allerdings müssten dazu die Betriebskosten der Airline sinken, Etihad müsse die Schulden übernehmen und die Aufsichtsbehörden müssten zustimmen, stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar. Ein Teil von Air Berlin ist seit Februar bereits für die Lufthansa unterwegs. Der Konzern hat 38 Maschinen samt Personal für seine Töchter Eurowings und Austrian Airlines gemietet.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann fasst zumindest eine erweiterte Partnerschaft mit der Lufthansa ins Auge. "Wir müssen 2017 einen Partner finden, und die Lufthansa ist einer von einigen möglichen", hatte der Manager kurz vor der jüngsten Entwicklung der Wochenzeitung "Die Zeit" gesagt. "Ich prüfe alles, was für Air Berlin Sinn ergibt und die Arbeitsplätze langfristig sichert."

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zeigte sich am Donnerstag auch mit Blick auf Tuifly besorgt. Das Management müsse erläutern, welche Folgen der geplatzte Deal für die Belegschaft der Tuifly habe, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Da Tui bereits erklärt habe, an der eigenen Airline festhalten zu wollen, werde man diesen Prozess begleiten.

"Strategisch macht eine starke europäische Touristik-Airline weiter sehr viel Sinn, denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt", erklärte Tui-Vorstandsmitglied Sebastian Ebel. "Niki steht aber nicht mehr für ein Joint Venture zur Verfügung." Der Konzern werde daher die Neupositionierung der deutschen Tuifly weiter vorantreiben.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben des Tui-Konzerns an seine Mitarbeiter heißt es, Etihad habe offenbar mit Blick auf seine Investments in Europa, neue Pläne verfolgt und neu bewertet, wie sich die Airline künftig in Deutschland und Europa aufstellen wolle.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 08.06.2017 11:13

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Beitrag vom 09.06.2017 - 21:45 Uhr
Modhinweis
2 Beiträge gelöscht
Beitrag 1 wegen Verletzugn der Nutzungsregel, -Bedingungen.
Beitrag 2 leider, da durch diie vorgenannte Löschung der Bezug nicht mehr besteht.
Fly-away
Moderator
Beitrag vom 08.06.2017 - 22:14 Uhr
Air Berlin macht seit Jahren Verluste.
Kann mir mal einer sagen, warum sich das auf einmal ändern sollte, wenn Lufthansa das Sagen hat! Zahlen die Passagiere dann mehr Geld für die Tickets?
Ich vermute mal, AB bleibt nicht AB so wie man es kennt, wenn LH übernimmt.
AG hat sehr hohe Kapitalkosten durch die Unsicherheit. Das würde sich ändern.
AB hat hohe Leasingrate, die Unsicherheit muss kompensiert werden. Das würde sich ändern.
AB hat in unscharfes Image. Nicht LC und nicht Premium. Bezahlen für Getränke und dann diese unsägliche 1. Reihe C Class und so weiter. Keine Markenschärfe. Das würde sich ändern.
Kein Zubringer für EY mehr. Das bringt zwar Gäste, aber die zahlen nix. Der Ad-On für den LS von EY, da gibts nur ein paar Euro. Mit eigenen Gästen bliebe mher hängen. Das würde sich ändern.
AB ist im eigenen Markt verhaftet. Durch Dopplung mit LH und EW würden Kapazitäten frei für andere dezentrale Märkte wie SZG oder VIE oder PMI usw, oder AZ Lücke. Das würde sich ändern.
Man wäre nicht mit allem an das Netzwerk verbunden, könnte mit zB Niki europäisches Cherrypickinhg machen wie FR. Das würde sich ändern.
Die Verwaltung fiele zum Großteil weg wg. Dopplung mit EW. Das würde sich ändern.
Management fiele weg, wg Dopplung. Das würde sich ändern.
Vermute der VTV würde angepasst Richtung EW. Das würde sich ändern.

Im Q1 war CASK 5,7ct und RASK 5,01ct. Wenn der Ballast weg ist geht sich das aus und würde zumindest schwarz. Operativ ist das sooo schlecht nicht, aber der Ballast verursacht Kosten, siehe Kapital.

Ich sehe hier aktuell ein großes Schachspiel, die Figuren werden gerückt und in Stellung gebracht für das Finale. Die Strategienzur Umsetzung können wir kaum erahnen, obwohl man da Verdacht hat. Hoffen wir nur, dass sich LH nicht verhebt. Wenn es klappt war es genial und man ist richtig groß im Markt.


Dieser Beitrag wurde am 08.06.2017 22:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.06.2017 - 21:34 Uhr
Air Berlin macht seit Jahren Verluste.
Kann mir mal einer sagen, warum sich das auf einmal ändern sollte, wenn Lufthansa das Sagen hat! Zahlen die Passagiere dann mehr Geld für die Tickets?

Dieser Beitrag wurde am 08.06.2017 21:34 Uhr bearbeitet.


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