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Flugbetrieb in Europa stabilisiert sich schneller als erwartet

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Brussels Airlines Airbus A330-300, © Deutsche Lufthansa AG
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HAMBURG - Nach einer Woche massiver Einschränkungen als Folge der Aschewolke aus Island soll ab heute (Donnerstag) ein Stück weit Normalität in die europäische Luftfahrt einkehren. In Deutschland und den meisten anderen Ländern sollen alle planmäßigen Flüge stattfinden. Am Mittwoch war die bislang einmalige Sperrung beinahe des kompletten europäischen Luftraums wegen der Vulkanasche aus Island endgültig aufgehoben worden.

Etwa 80 Prozent aller planmäßigen Verbindungen wurden wieder geflogen, teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. Am Donnerstag sollen es 100 Prozent sein.

Damit löst sich eine der größten und teuersten Verkehrsbehinderungen der Geschichte nach einer Woche auf. Es dauert aber noch Tage, bis die Flugpläne komplett rund laufen. Zudem warten weltweit weiterhin viele gestrandete Urlauber auf einen Flieger nach Hause. Der Schaden ist enorm: Die Einnahmeausfälle der Airlines schätzt der Internationale Flugverband IATA auf knapp 1,3 Milliarden Euro.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erlaubte am Mittwoch flächendeckend Luftverkehr nach Instrumentenflugregeln (IFR) - zuvor war das Fliegen nur mit Sondergenehmigungen oder im Sichtflug erlaubt gewesen.

Bis Mittwochabend rechnete die DFS wieder mit rund 5.000 Passagier- und Frachtmaschinen auf IFR-Flügen - normalerweise gibt es im Schnitt täglich knapp 8.500. Seit Beginn der Sperrungen wurden knapp drei Millionen Passagiere nicht abgefertigt, schätzte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Zusätzliche Nachtflüge - darunter am größten deutschen Flughafen Frankfurt/Main - wurden genehmigt.

Luftraum wieder weiträumig offen


Mit wenigen Ausnahmen war der gesamte Luftraum über Europa am Mittwoch um 18.00 Uhr wieder freigegeben. Die Transatlantik-Flüge seien bereits wieder zum normalen Betrieb zurückgekehrt, meldete Eurocontrol. Auf dem Höhepunkt des Flugchaos am Sonntag waren 80 Prozent der Flüge ausgefallen. Innerhalb von fast einer Woche wurde an Europas Himmel mehr als jede zweite Verbindung gestrichen - 100.000 von 190.000Flügen fielen aus.

«Die Wolke hat sich verzogen», sagte DFS-Sprecher Axel Raab. Teilchen aus Vulkanasche können nach Expertenmeinung Flugzeuge beschädigen und Piloten die Sicht nehmen. Die Entscheidung, nun wieder uneingeschränkt fliegen zu lassen, stützte sich auf den Deutschen Wetterdienst (DWD). Strittig blieben nach wie vor Ausmaß und Dichte der Aschewolke über Mittel- und Nordeuropa.

Fluglinien hatten die Sperrungen als überzogen kritisiert. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verteidigte aber sein Krisenmanagement. «Die Sicherheit steht an allererster Stelle», sagte er in einer Regierungserklärung im Bundestag. Dieser Grundsatz habe bei allen Entscheidungen gegolten. Beim Luftfahrtbundesamt soll nun ein Meldezentrum für ähnliche Vorfälle eingerichtet werden.

Europas größte Airline, die Lufthansa, plant für Donnerstag wieder das volle Flugprogramm. Ihr Chef, Wolfgang Mayrhuber, kritisierte im ZDF erneut den DWD. Er habe sich «sehr stark auf ein Prognosemodell aus England kapriziert», das aber «nicht in Ordnung» gewesen sei.

Aschewolke zieht nach Norden ab

In den kommenden Tagen wird die Vulkanasche über den Atlantik nach Nord-Nordost getrieben, weil sich der Wind dreht. «Mitteleuropa wird nicht mehr betroffen sein», prognostizierte DWD-Wetterexperte Ansgar Engel in Offenbach. Auch ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik gab Entwarnung: Der Vulkan unter dem Eyjafjalla- Gletscher schleudere nur noch wenig Asche in die Atmosphäre. Die Rauchsäule erreiche nur noch maximal drei Kilometer Höhe.

Nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbands warteten zunächst noch 20.000 gestrandete Urlauber aus Deutschland auf ihre Rückreise. Es wurde erwartet, dass die meisten am Donnerstag bereits daheim sein würden. In den vergangenen Tagen hatte der Verband Tausende mit Schiffen, Bahn oder Bus und wo möglich auch mit Sondermaschinen nach Hause geholt. Weltweit waren Millionen Reisende betroffen.


© dpa, aero.de | Abb.: Air France | 22.04.2010 08:42




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