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Geringerer Aufschlag als geplant

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Flughafen München hebt Landeentgelte 2010 an

MÜNCHEN - Am Flughafen München soll ab dem kommenden Jahr eine neue Entgeltordnung für die Nutzung des Start- und Landebahnsystems sowie der beiden Terminalgebäude gelten. Im Durchschnitt sollen die von den Luftverkehrsgesellschaften zu entrichtenden Entgelte um 2,5 Prozent steigen.



Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Turbulenzen in der Airline-Industrie habe sich die Flughafen München GmbH (FMG) aber dazu entschlossen, das Inkrafttreten der neuen Entgeltordnung vom 1. Januar auf den 1. April 2010 zu verschieben, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag mit.

Dadurch werde die ursprünglich vorgesehene vierprozentige Erhöhung im Jahr 2010 deutlich verringert. Die FMG leiste als Systempartner der Luftverkehrswirtschaft damit auch einen Beitrag zur Krisenbewältigung. Die erzielten Flughafenentgelte dienen zum Betrieb und der Aufrechterhaltung der Flughafeninfrastruktur.

Die Erhöhung von Landeentgelten an deutschen Verkehrsflughäfen traf zuletzt auf heftigen Widerstand von Seiten der Fluggesellschaften. Im Juli hatte auch die Fraport AG eine Anhebung der Landeentgelte um durchschnittlich 8,4 Prozent ab 1. Januar 2010 angekündigt, um Teile des Flughafenausbaus zu finanzieren.

Lufthansa reagierte mit Unverständnis auf die Ankündigung aus Frankfurt. "Fraport muss begreifen, dass die Airlines eine solche Erhöhung nicht hinnehmen können", sagte der Chef des Frankfurter Lufthansa-Drehkreuzes, Karl-Rudolf Rupprecht, jüngst der Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat". Die Erhöhung vernichte Produktivität, statt sie zu schaffen, kritisierte auch Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow.

Grundsätzlich sind für die Höhe der Start- und Landeentgelte drei Faktoren ausschlaggebend: das Gewicht eines Flugzeuges, dessen Lärm- und Schadstoffemissionen sowie die Anzahl der Passagiere an Bord.

In den letzten Jahren hatte die FMG die fixen, auf dem Flugzeuggewicht basierenden Entgelte, schrittweise gesenkt, die variablen, von der Zahl der Fluggäste abhängigen Entgelte, dagegen angehoben. Auf diese Weise beteilige sich die FMG stärker als bisher am unternehmerischen Risiko der Airlines, teilte das Unternehmen mit.

Umweltleistung in Entgelten berücksichtigt

Die Entgeltpolitik sei darauf ausgerichtet, den Einsatz besonders leiser, umweltfreundlicher Flugzeuge zu fördern, schreibt der Flughafenbetreiber. Zur Berechnung der lärmabhängigen Entgeltanteile sind die in München verkehrenden Flugzeuge in insgesamt elf Lärmklassen eingeteilt.

Je nach tatsächlich gemessenem Lärmpegel zahlen die Airlines für ihre Maschinen zwischen 90 und 700 Euro Lärmentgelt pro Landung. Als weiteren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz hat die FMG im Januar 2008 Emissionsentgelte eingeführt. Damit soll der Schadstoffbelastung der Luft durch Stickoxide (NOx) entgegengewirkt werden.

© aero.de, FMG, dpa-AFX | 27.08.2009 16:38




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