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British Airways bestätigt Fusion mit Iberia bis Ende 2010

Foto
British Airways am Flughafen London Heathrow, © British Airways, newscast
British Airways und Iberia im Vergleich
British Airways / Iberia
Zielflughäfen
148 / 117
Flugzeuge
245 / 174
Passagiere
33,0 Mio. / 28,5 Mio.
Fracht
777 t / 242 t
Mitarbeiter
40.000 / 22.500
Umsatz
10,0 Mrd. Euro / 5,45 Mrd. Euro
Gegründet
1924 / 1927
LONDON - Die spanische Iberia und British Airways (BA) wollen sich zu einer der größten Fluggesellschaften der Welt zusammenschließen. Die Vorstände der beiden Unternehmen hätten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, hieß es am späten Donnerstagabend in London und Madrid in einem gemeinsamen Kommuniqué. Die Fusion solle bis Ende 2010 vollzogen sein und Kosten von jährlich rund 400 Millionen Euro einsparen.

Beide Marken sollen erhalten bleiben. Mit dem Zusammenschluss entstehe am Umsatz gemessen die weltweit drittgrößte Fluggesellschaft nach Air France-KLM und der deutschen Lufthansa, hieß es in Medienberichten.

Die zwei Airlines hatten seit 16 Monaten über die Fusion verhandelt. Nach den Plänen soll BA 55 Prozent an dem neuen Unternehmen halten und Iberia 45 Prozent. Die neue Gruppe werde über eine Flotte von 419 Flugzeugen verfügen und 205 Ziele anfliegen. 2008 transportierten BA und Iberia nach eigenen Angaben insgesamt knapp 62 Millionen Passagiere und machten sie zusammen rund 15 Milliarden Euro Umsatz. Zum Vergleich: Die Lufthansa setzte rund 25 Milliarden Euro um und beförderte 70,5 Millionen Fluggäste.

Operativer Sitz in London

Im vergangenen Geschäftsjahr machten sie zusammen rund 15 Milliarden Euro Umsatz. Beide Unternehmen stecken jedoch tief in den roten Zahlen. BA hatte erst vor einer Woche einen Halbjahresverlust vor Steuern von 292 Millionen Pfund (323 Mio Euro) verkündet. Angesichts der Wirtschaftskrise flog auch Iberia im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von rund 165 Millionen Euro ein.

«Dies ist ein Riesenschritt in der Geschichte unserer Unternehmen. Wir haben die Basis zur Schaffung einer wahren globalen Fluggesellschaft gelegt», sagte Iberia-Chef Antonio Vázquez, der auch als Präsident des neuen Konzerns vorgesehen ist, zu der bevorstehenden Fusion.

Die Gruppe soll ihren operativen Sitz, also das Headquarter, in London haben, in Madrid aber den Geschäftssitz. Dort sollen dann zum Beispiel die Hauptversammlungen stattfinden. Das Unternehmen soll in London an der Börse gelistet sein und möglicherweise auch in Madrid.

Iberia behielt sich die Option vor, sich zurückzuziehen, falls BA das Milliarden-Pensionsdefizit nicht in den Griff bekomme. «Die Fusion wird eine starke europäische Airline schaffen, die im 21. Jahrhundert konkurrenzfähig sein wird», sagte BA-Chef Willie Walsh. Er soll bei der neuen Gruppe Geschäftsführer bleiben.

Stellenabbau in beiden Unternehmen


Eine Sprecherin von BA sagte, es werde vermutlich keine Stellenstreichungen geben, die über die bereits angekündigten hinausgingen. Sowohl BA als auch Iberia bauen derzeit tausende Jobs ab. Die meisten Kosten würden in den Bereichen IT und Beschaffung gespart werden, ergänzte die Sprecherin.

Die Vorstände beider Gesellschaften waren am Donnerstag zu getrennten Sondersitzungen zusammengekommen, um die Fusion unter Dach und Fach zu bringen. Die größten Hürden sollen zuletzt die Milliarden-Defizite bei den BA-Betriebspensionen sowie die hohen Schulden der britischen Gesellschaft gewesen sein.

An der Börse erlebten beide Unternehmen bereits am Donnerstag einen Höhenflug. Die Aktien Iberias legten in Madrid um fast zwölf Prozent zu, die von British Airways gewannen in London rund acht Prozent. Iberia hält bislang bereits zehn Prozent an BA, die Briten sind mit 13,15 Prozent an Iberia beteiligt. Beide gehören dem Luftfahrtbündnis Oneworld an.

Angesichts ihrer Verluste hatte Iberia den Abbau von 2.200 Stellen und die Streichung unrentabler Strecken angekündigt. Zuletzt hatte die spanische Gesellschaft, die Marktführer auf den Routen zwischen Europa und Lateinamerika ist, wegen eines Streiks des Kabinenpersonals Schlagzeilen gemacht. Fast 400 Flüge mussten am Dienstag und Mittwoch gestrichen werden, rund 40 000 Passagiere waren betroffen.

British Airways hatte angekündigt, bis zum Abschluss des Geschäftsjahres im März 4.900 Stellen zu streichen. Rund 7.000 Mitarbeiter nehmen zudem bereits an einem Sparprogramm teil, bei dem einige auch auf ihr Gehalt verzichten.

British Airways Vorstandschef Willie Walsh hatte im Vormonat seine Absicht bekräftigt, die Verhandlungen noch vor Jahreswechsel abzuschließen. Die Gespräche zwischen British Airways und Iberia seien seit Amtsantritt des neuen Iberia Vorstandschefs Antonio Vazquez im Juli erheblich vorangeschritten, hatte Walsh erklärt.


© dpa, aero.de | Abb.: Iberia, British Airways, newscast | 12.11.2009 14:17




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