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Moskau: Gelder veruntreut

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Heftiger Aktionärsstreit nach Blue Wings-Insolvenz

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Blue Wings Airbus A321, © Dortmund Airport
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BOCHOLT - Nach dem Insolvenzantrag von Blue Wings eskaliert der Aktionärsstreit bei der kleinen deutschen Fluggesellschaft. Der russische Großaktionär Alexander Lebedew warf dem Management in Bocholt «Gaunerei» vor. Die Führung von Blue Wings habe russische Investitionen veruntreut, schrieb der Milliardär Lebedew am Freitag in einer Mail an die Deutsche Presse-Agentur dpa in Moskau. «Lebedews Vorwürfe sind haltlos», konterte ein Unternehmenssprecher in Münster.

Bei der Fluggesellschaft mit 250 Beschäftigten rumort es seit Monaten. Diskussionen ums Geld waren zuletzt Mitte Januar in der Einstellung der Flugbetriebs und einem Schlagabtausch zwischen Lebedew und Blue-Wings-Gründer und Vorstandschef Jörn Hellwig gemündet. Dazu gab es immer wieder gegenseitige Beschuldigungen, wer für das Chaos bei Blue Wings verantwortlich sei.

So wurde Lebedew von Hellwig vorgeworfen, Finanzierungszusagen nicht eingehalten zu haben, was auch zum Insolvenzantrag geführt habe. Dies wies der russische Milliardär, der knapp 50 Prozent der Anteile an Blue Wings hält, zurück. Am Donnerstag hatte die Fluglinie mit Heimatflughafen Düsseldorf Insolvenz beantragt.

Lebedew schrieb nun, Blue Wings weise aktuell Schulden aus, die durch nichts zu erklären seien. Seine Firma Nationale Reservegesellschaft NRK sei nur im Fall einer Absetzung von Hellwig in der Lage und bereit, Blue Wings weiter zu unterstützen. Gegen das derzeitige Management müssten russische und deutsche Behörden gemeinsam wegen Betrugs ermitteln, forderte Lebedew.

Zugleich betonte er, dass die russische Seite als einzige in den vergangenen vier Jahren erhebliche Mittel in die Fluggesellschaft investiert habe - insgesamt 120 Millionen Euro. Zudem seien 450 Millionen Euro für die Anschaffung neuer Flugzeuge ausgegeben worden, schrieb Lebedew.

Bei einer Überprüfung habe sich gezeigt, dass ein Teil der russischen Investitionen zweckentfremdet worden sei. «Es ergab sich der Verdacht, dass Mittel aus dem Unternehmen zugunsten dritter Personen mit Hilfe von Gaunerei entwendet wurden», hieß es in dem Brief von Lededew weiter.

2009 nur noch 270.000 Passagiere

Mit dem Flug-Aus Mitte Januar blieben die Blue-Wings-Maschinen - nach Unternehmensangaben sind es aktuell sieben Airbus A320 - zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres am Boden. Zwischenzeitlich konnten die Gehälter nicht mehr gezahlt werden. Blue Wings beförderte nach eigenen Angaben 2009 noch 270.000 Passagiere - nach 1,1 Millionen im Jahr zuvor.

Der Umsatz ging im Jahresvergleich von 154 Millionen auf 60 Millionen Euro zurück, die Mitarbeiterzahl von 400 auf 250. Hauptziele im Charter- und Linienverkehr sind von mehreren deutschen Flughäfen aus - darunter Münster/Osnabrück, Leipzig und Karlsruhe - Russland sowie der Nahe und Mittlere Osten

© dpa | Abb.: Dortmund Airport | 12.02.2010 15:19




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