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Langsame Erholung erwartet

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IATA-Jahresversammlung im Zeichen von Hoffnung und Ärger

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IATA-Chef Giovanni Bisignani, © IATA
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BERLIN - Die internationalen Fluggesellschaften gewinnen nach monatelanger Flaute wieder langsam an Höhe. «Es ist endlich Zeit für vorsichtigen Optimismus», verkündet der Generaldirektor des Weltluftfahrtverbands IATA, Giovanni Bisignani, am Donnerstag in Berlin. Vor allem kräftig anspringende Buchungen in Asien und Amerika nähren die Hoffnung unter mehr als 600 Managern, die sich von diesem Montag an in der deutschen Hauptstadt treffen.

Die prestigeträchtige Jahresversammlung der Vereinigung von 230 Fluggesellschaften tagt zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder in Deutschland.

«Unsere Industrie erholt sich schneller als zu erwarten war», konstatiert Bisignani und setzt dafür eine Spanne von zwei Jahren an. Allerdings waren die Erwartungen auch äußerst pessimistisch. Wegen der globalen Konjunkturschwäche blieben viele Sitzplätze leer. Unrentable Verbindungen mussten gestrichen werden. Insgesamt büßte die Branche 2009 nach IATA-Berechnungen rund 65 Milliarden Euro an Umsatz ein - etwa viermal so viel wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Dadurch dürfte nun ein Branchenverlust von mehr als 7,6 Milliarden Euro zusammengekommen sein.

Seit einigen Monaten zieht die Nachfrage aber zusehends an, wie auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin registriert. Im ersten Quartal zählte Vorstandschef Joachim Hunold 2,4 Prozent mehr Kunden. Vor allem Tickets für Europastrecken gingen wieder besser weg. Weltweit erwarten die IATA-Experten inzwischen ein Passagierplus von 5,6 Prozent in diesem Jahr. Bei der Fracht, die als ein Frühindikator gilt, sollen es sogar zwölf Prozent mehr werden.

Bei aller Erleichterung über das belebte Verkehrsaufkommen bleibt die Ertragslage aber angespannt. Sowohl Air Berlin als auch der deutsche Branchenprimus Lufthansa rutschten im ersten Quartal, in dem Verluste üblich sind, gerade tiefer in die roten Zahlen als im Jahr zuvor. Weltweit betrachtet, dürften viele Airlines auch 2010 nicht auf ihre Kosten kommen. Immerhin rechnet die IATA mittlerweile nur noch mit einem Branchenverlust von gut zwei Milliarden Euro - nach ersten Befürchtungen drohte er doppelt so hoch auszufallen.

Europa hinkt bei der Erholung aber hinterher, wie Bisignani moniert. Und das liege nicht nur am schwächeren Anziehen der Konjunktur. Der Politik fehlten Entschlossenheit und effektive Koordination. Auf die Palme gebracht hat die Airline-Bosse zuletzt die tagelange Sperrung des Luftraums wegen der Vulkanaschewolke. Die Regierungen und die EU-Kommission hätten in der Krisensituation «nicht verstanden, was passiert ist», schimpft der IATA-Vormann. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber forderte bereits Kompensationen.

Zur Sprache bringen wollen die Manager auch die hohen Hürden für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse. Immer noch gebe es «zu viele Fluggesellschaften», mehr als 1000, sagt Bisignani. Mancher Tagungsteilnehmer dürfte gleich in Berlin bleiben, das der IATA- Generaldirektor als charmanter Gast kurzerhand zur vorübergehenden «Welthauptstadt der Luftfahrt» gekürt hat. Am Dienstag beginnt am Flughafen Berlin-Schönefeld die größte deutsche Branchenmesse, die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA).

Von Sascha Meyer, dpa

© dpa | Abb.: IATA, Archiv | 03.06.2010 14:02




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