FRANKFURT/M. - Angesichts schärferer Sicherheitskontrollen nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug hat die Weltpilotenvereinigung IFALPA vor blindem Aktionismus gewarnt.
«Ich finde das, was jetzt passiert, ein bisschen verfrüht, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wir müssen doch erst einmal wissen, was dort auf dem Flug nach Detroit genau passiert ist, bevor wir über eine Veränderung der Kontrollen reden», sagte der IFALPA-Vizepräsident Georg Fongern in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt.
Fongern betonte, dass sich Anschläge auch durch stärkere Sicherheitsbemühungen nie ganz ausschließen ließen. «Ich sehe ein Problem darin, dass wir jetzt vermutlich noch mehr investieren in Dinge, die eventuell doch nicht den erhofften Gewinn an Sicherheit bringen, aber die Leute vom Fliegen abschrecken», sagte Fongern, der für die Lufthansa den Airbus A330 und A340 fliegt und seit 2003 im Vorstand der Weltpilotenvereinigung IFALPA arbeitet.
Wie es dem jungen Nigerianer gelang, den Sprengsatz in die Maschine nach Detroit zu bringen, ist unklar. Laut Fongern muss diese Frage aber geklärt werden, bevor striktere Kontrollen den Flugverkehr womöglich behindern und Fluggästen Angst einjagen. «Wir werden eine 100-prozentige Sicherheit nie hinkriegen. Auch nicht, wenn wir alle Passagiere nach dem Prinzip Gießkanne noch schärfer kontrollieren.»
Langfristig könne bessere Technik mit automatisierten Systemen eine Lösung sein. Bis dahin sei aber der Mensch als Fehlerquelle die größte Gefahr. «Grundsätzlich ist über Technik und die Verfahren an sich zu reden, aber zunächst auch über Training des Personals. Denn eine entscheidende Frage ist: Was können wir eigentlich von so einem Niedrigstlohnempfänger erwarten, der die Kontrollen durchführt?»
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