BERLIN - Israelische Sicherheitskräfte nehmen nach einem «Spiegel»-Bericht auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld zweifelhafte Personenkontrollen vor. Die Agenten des Geheimdienstes Schabak befragen demnach nicht nur Passagiere, sondern regelmäßig auch Begleitpersonen, die nicht auf einen Flug nach Tel Aviv gebucht sind. Dabei forderten sie auch Einblick in deren Personalausweis oder Reisepass.
Es soll auch zu unerlaubten Kontrollen gekommen sein.
Wiederholt sollen israelische Sicherheitskräfte auch außerhalb des ihnen zugeteilten Check-in-Bereichs Personen kontrolliert haben. Die Bundespolizei bestätigte auf Anfrage lediglich, dass die israelischen Fluggesellschaften El Al und Israir jeweils mit eigenem Personal gesondert kontrollieren.
Diese Kontrollen seien mit der Bundespolizei abgestimmt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Personal der Luftverkehrsunternehmen habe aber keine hoheitlichen Rechte. Die Befragungen seien daher für den Fluggast freiwillig. Auch Begleitpersonen seien rechtlich nicht verpflichtet, gestellte Fragen zu beantworten. «Das ist eine rein unternehmerische Sicherheitsvorsorge und keine polizeiliche Maßnahme», sagte der Sprecher.
Der «Spiegel» schilderte einen Fall, bei dem die Kontrolleure die Ehefrau eines Passagiers in den Buchladen des Flughafens verfolgten und dort nach den Reisegründen ihres Mannes befragten. Das Nachrichtenmagazin zitiert auch einen mit der Materie vertrauten israelischen Geheimdienstagenten, der das Gebaren seiner Kollegen als «seltsam» bezeichnete.
© dpa | Abb.: Günter Wicker (Photur), Berliner Flughäfen, Symbolbild | 24.10.2009 18:07
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