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Japan Airlines-Langstrecken sollen in ANA-Netz aufgehen

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All Nippon Airways Boeing 777-200 in LAX, © Deutsche Lufthansa AG
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TOKIO - Die Langstreckennetze der schwer angeschlagenen Japan Airlines (JAL) könnten ihrem Wettbewerber All Nippon Airways (ANA) anfallen. Die japanische Regierung prüft nach Medieninformationen, den verlustreichen internationalen Japan Airlines Verkehr in den Netzen der ANA aufgehen zu lassen. Die Aufgabe der Langstreckennetze stelle ein zur Konsolidierung der Japan Airlines in Betracht gezogenes Szenario dar.

Dies schreibt die englischsprachig erscheindende Zeitung "Mainichi" unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Regierung in Tokio berät gegenwärtig intensiv über die Zukunft der von der Insolvenz bedrohten Fluggesellschaft. Eine Aufgabe des Langstreckenverkehrs würde eine drastische Verkleinerung der Japan Airlines bedeuten. Dennoch treffe der Vorschlag auch von Seiten der JAL auf Unterstützung.

"Wenn wir uns von den internationalen Strecken zurückziehen und uns auf den nationalen Verkehr konzentrieren, werden wir ein ausgezeichnetes Unternehmen sein", zitiert "Mainichi" einen ungeannten Japan Airlines Verantwortlichen.

Die hoch defizitäre Japan Airlines hat bereits im Dezember mit der Ausdünnung ihres Streckennetzes begonnen und streicht unrentable Verbindungen aus ihren Flugplänen. Nach Informationen des Blatts "Yomiuri" hat All Nippon Airways gegenüber der japanischen Regierung bereits Interesse an einer Übernahme des Langstreckenverkehrs ihres Wettbewerbers signalisiert.

Stärkung der Star Alliance

Werden die internationalen JAL-Netze tatächlich unter dem Dach der ANA konsolidiert, würde dies eine erhebliche Stärkung der Star Alliance im Japan-Verkehr bedeuten. Bislang hat sich Star Alliance in den Verhandlungen um die Zukunft der dem Bündnis oneworld angeschlossenen Japan Airlines weitgehend zurückgehalten.

Zwischen oneworld und SkyTeam - federführend vertreten durch American Airlines auf der einen und Delta auf der anderen Seite - zeichnete sich in den vergangenen Monaten hingegen ein erbittertes Schattenbieten um die Bündniszukunft der japanischen Fluggesellschaft ab.

Verkehrsministerium hegt Bedenken

Widerstand gegen einen vollständigen Rückzug der JAL aus dem internationalen Geschäft formiert sich allerdings im japanischen Verkehrsministerium. Das Ministerium will künftig auch weiterhin zwei miteinander auf der Langstrecke konkurrierende japanische Fluggesellschaften am Markt sehen, schreibt "Mainichi".

© aero.de | Abb.: oneworld | 01.01.2010 13:58




Leser-Kommentare (3)

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03.01.2010 03:25
Abwarten was die Japaner letztendlich entscheiden. Das ANA die A380 jetzt kurzfristig ordern wird, glaube ich aufgrund der derzeitigen Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers nicht. Vielmehr könnte ANA die Sitzplatzkapazitäten auf ihren vorhandenen Langstreckenfliegern nach Bedarf anpassen. Natürlich nur, wenn die entsprechenden Routen der JAL tatsächlich "veräußert" werden. ANA wird ansonsten wohl vielmehr auf verfügbare 747 und 777 setzen.
02.01.2010 16:54
Das ANA die ganze Langstrecke von JAL bekommt, würde ein Erfolg und eine Stärkung für die Star bedeuten. Ich frage mich nur, ob dann JAL überhaupt noch als Bündnispartner für Sky oder One World interessant ist?
Wie alt sind den die 744 von JAL? Könnte ANA nicht einfach diese mit übernehmen? Siche auf lange Sicht muss ANA neue Flugzeuge bestellen. Aber angesichts des Langstreckenmonopols würde auch ein A 380 gut ins Konzept passen.
01.01.2010 19:10
Könnte unter diesen Umständen ANA doch noch ein paar 748 für den Europa- und Nordamerikaverkehr gebrauchen? Bisher hatten sie sich ja eher in Richtung 777 als größtes Muster geäußert. Ansonsten scheint mir der Zug für Boeing bzgl. 748i-Vermarktung abgefahren zu sein.


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