DÜSSELDORF - Die geplante Luftverkehrsabgabe sorgt laut einem Pressebericht für Differenzen zwischen Lufthansa und Air Berlin. Die neue Regelung werde die Lufthansa voraussichtlich entlasten, berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstag) unter Berufung auf Regierungskreise. Grund dafür seien die unterschiedlichen Geschäftsmodelle: Lufthansa verdient ihr Geld vielfach mit Umsteigegästen und Geschäftskunden. Air Berlin betreibt überwiegend Direktverkehr.
Wer in Deutschland auf einen anderen Flieger umsteigt, solle dabei nun keine Abgabe zahlen müssen, schreibt die Zeitung. Auch der Frachtverkehr solle außen vor bleiben.
Das "Handelsblatt" zitiert aus den Stellungnahmen beider Airlines für eine Anhörung, die an diesem Donnerstag im Bundesfinanzministerium stattfinden soll. Während die Lufthansa warne, dass der Umsteigeverkehr ebenso wie die Fracht ins Ausland bei einer weiteren Steuer abwandern könnte, will Air Berlin dem Bericht zufolge, dass Tickets für die Business Class um das Vier- bis Fünffache höher belastet werden als die der Economy Class. Dies trage auch dem Umweltgedanken Rechnung, weil Premium-Gäste wesentlich mehr Platz benötigen und damit der Spritverbrauch pro Passagier steige.
Grundsätzlich lehnt die Branche die Flugticket-Abgabe jedoch ab. An diesem Freitag wollen sich Flughäfen, Airlines und die Gewerkschaft Verdi zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) in Mainz darüber verständigen, wie sie die neue Steuer doch noch verhindern können.
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