FRANKFURT - Die Lufthansa ist im ersten Quartal wegen des Pilotenstreiks, heftiger Schneefälle und angeschlagener Auslandstöchter tief in die roten Zahlen geflogen. Aufgrund der anziehenden Nachfrage im Fracht- und Passagiergeschäft sieht sich der Vorstand dennoch in seinem Ziel bestätigt, den operativen Gewinn im Gesamtjahr 2010 zu steigern, wie Europas größte Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mitteilte.
Zuletzt notierten die Titel des Dax-Konzerns mit 3,48 Prozent im Minus bei 12,20 Euro. Während die Lufthansa bei Umsatz und Nettoergebnis etwas besser abgeschnitten hatte als von Analysten erwartet, war sie im operativen Geschäft überraschend stark in die roten Zahlen gerutscht.
Unter dem Strich verbuchte die Lufthansa von Januar bis März einen Verlust von 298 Millionen Euro, der damit rund zwölf Prozent höher ausfiel als vor einem Jahr. Damals war die Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft wegen der Wirtschaftskrise scharf eingebrochen. Dieses Mal lasteten die gestiegenen Kerosinpreise und Flugausfälle wegen Schnee und Pilotenstreik auf dem Ergebnis. Wegen des Ausstands der Piloten hatte die Lufthansa im Februar etwa 2.000 Flüge gestrichen. Den Schaden bezifferte der Vorstand zuletzt auf rund 48 Millionen Euro.
Zudem machten die Auslandstöchter Austrian Airlines (AUA) und British Midland (BMI) der Lufthansa zu schaffen. Der Umsatz von Januar bis März legte dank der beiden Zukäufe zwar um rund 16 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu, nachdem die Töchter im Vorjahreszeitraum noch nicht in den Konzernzahlen enthalten waren. Der operative Verlust des Konzerns wuchs allerdings von 44 auf 330 Millionen Euro. Schon im März hatte der Vorstand angekündigt, dass AUA und BMI nach 2009 auch im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben dürften.
Nachfrage wächstDennoch zeigte sich die Lufthansa-Spitze nun zuversichtlich. Die Entwicklung in diesem Jahr habe die Erwartung eines positiven operativen Ergebnisses über dem Vorjahresniveau weiter gestärkt, hieß es in der Mitteilung. 2009 hatte es bei 130 Millionen Euro gelegen.
Die Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft entwickle sich positiv. Im ersten Quartal hatten die Fluglinien unter der Marke Lufthansa trotz Streik und Schnee gut ein Prozent mehr Fluggäste gezählt. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo beförderte knapp ein Fünftel mehr Fracht und Post als ein Jahr zuvor. Im März fielen die Steigerungsraten mit fast zehn Prozent im Passagiergeschäft und gut 26 Prozent bei Cargo noch stärker aus.
Allerdings blieb die Entwicklung im April nicht ungetrübt. Tarifverhandlungen mit der Pilotenvereinigung Cockpit sind noch nicht abgeschlossen, auch wenn die Parteien weitere Streiks durch ein Schlichtungsverfahren abwenden konnten.
Die Flugverbote nach dem Vulkanausbruch in Island kosteten die Lufthansa 200 Millionen Euro. Die geplante Steigerung des operativen Gewinns in diesem Jahr hänge davon ab, "dass die Aktivitäten des Vulkans Eyjafjallajökull nicht zu weiteren Luftraumsperrungen führen, die den Betriebsablauf unserer Geschäftsfelder beeinträchtigen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht von Europas größter Fluggesellschaft. Weitere Beeinträchtigungen seien "unberechenbar".
Erster A380 am 19. MaiLufthansa beginnt in diesem Monat mit dem Aufbau ihrer Airbus A380-Flotte. Die erste Maschine wird am 19. Mai in Hamburg an den Konzern übergeben. Ab 11. Juni soll das neue Fluggerät auf der Verbindung Frankfurt - Tokio in den Liniendienst gehen.
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