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Messgerät bei Lufthansa-Ascheflug ausgefallen

Das fliegende Labor «Caribic»
Als Wissenschaftler 2004 erstmals einen Messcontainer im Bauch eines Lufthansa-Airbus A340-600 verstauten, dachten sie nicht an Vulkanasche und Flugverbote über Deutschland. Ziel des internationalen Projektes «Caribic» unter Führung des Max- Planck-Instituts für Chemie in Mainz sind Daten zum Klimawandel. Dabei erfasst die Technik bei regulären Passagierflügen über 50 klimarelevante Spurengase sowie Schwebeteilchen. Zudem werden über Sensoren das Sonnenlicht analysiert und Klimadaten protokolliert. Die Geräte sind in einem 1,5 Tonnen schweren Frachtcontainer verstaut, der im Gepäckraum der Langstreckenmaschine Platz findet. Von außen ist nur ein kleines Rohr zu erkennen, durch das die Luft eingesogen wird. Die Forscher kommen dank des fliegenden Labors an Daten aus großer Höhe. Bei den Messflügen zur Vulkanasche- Konzentration sind keine Passagiere an Bord. Neben der Lufthansa unterstützt der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport das Projekt. Die Abkürzung «Caribic» steht für Civil Aircraft for the Regular Investigation of the Atmosphere Based on an Instrumented Container.
MAINZ - Beim Aschemessflug mit einem Lufthansa-A340 am Wochenende ist ein wichtiges Gerät ausgefallen. Der optische Teilchenzähler habe wegen eines Rechnerproblems keine Daten geliefert.

Dies sagte Prof. Carl Brenninkmeijer vom Mainzer Max- Planck-Institut für Chemie am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Es könnten daher keine schnellen Aussagen über die Konzentration der Vulkanasche im untersuchten Luftraum gemacht werden. Alle Daten des Fluges werden ausschließlich für die Forschung erhoben.

Dennoch sei der Flug vom Sonntag wissenschaftlich ein voller Erfolg gewesen, da zahlreiche Luftproben genommen werden konnten, sagte der Forscher. Diese werden nun in einem Labor im schwedischen Lund ausgewertet, Ergebnisse sollen im Juni vorliegen.

Der Computerfehler sei in der Zwischenzeit gefunden und behoben. Das Gerät, das zu der Forschungseinheit «Caribic» gehört, sei wieder einsatzbereit. Es kann mit Hilfe von Laserstrahlen optisch Partikel in der Luft erfassen, vermessen und ihr Gewicht schätzen. Der 1,5 Tonnen schwere Caribic-Forschungscontainer war am Sonntag kurzfristig in den Lufthansa-Airbus «Leverkusen» verladen worden, der dann zu einem Rundflug über die britischen Inseln und Nordeuropa aufgebrochen war. Es war bereits der zweite Flug zur Klärung der Aschebelastung durch den isländischen Vulkan.

Allgemein sprach sich Brenninkmeijer für eine Ausweitung des Luftmesssystems aus. Es stünden europaweit nur wenige Geräte zur Verfügung. «Wir haben zu wenig Erfahrungen. Wir müssen mehr messen.» Mit dem bloßen Auge sei am Sonntag lediglich über Irland ein «diesiges Gebiet» auszumachen gewesen.

Ziel des internationalen Forschungsprojektes sind eigentlich genauere Daten zum Klimawandel. Dabei erfasst die Technik regelmäßig bei regulären Passagierflügen über 50 klimarelevante Spurengase sowie Schwebeteilchen. Zudem werden über Sensoren das Sonnenlicht analysiert und Klimadaten protokolliert.

© dpa | 17.05.2010 18:01




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