MAILAND - Ein Auftrag der Alitalia im Programm Sukhoi Superjet 100 ist noch nicht in trockenen Tüchern. Dies bestätigte der italienische Vertriebspartner Superjet International am Freitag gegenüber aero.de. Der Sukhoi-Konzern hatte Alitalia in seinem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht als Festkunden für 20 Flugzeuge gelistet. Der Bericht wurde am Freitag "wegen der fehlerhaften Nennung einiger Airlines im Backlog" aber zurückgerufen.
"Die Liste hat leider Festbestellungen mit der Vorhaltung von Lieferslots vermengt", teilt Sukhoi auf seinen Internetseiten mit. "Das Dokument wurde irrtümlich veröffentlicht und wird so schnell wie möglich ersetzt." Alitalia war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Der Sukhoi Vertriebspartner Superjet International bestätigte aber, dass der Fehler im ausgewiesenen Backlog Alitalia betrifft. "Es gibt gegenwärtig keine Festbestellung von Alitalia", erklärte eine Superjet International-Sprecherin am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. "Der Jahresbericht von Sukhoi wird an dieser Stelle korrigiert."
Alitalia verhandelt seit vergangenem Spätsommer mit über eine Bestellung des Sukhoi Superjet 100. "Es gab eine
Aufforderung zur Abgabe eines Angebots", sagte Finmeccanica
Vorstandschef Pier Francesco Guarguaglini im Oktober 2009.
Die Finmeccanica Tochtergesellschaft Alenia Aeronautica
hatte im Jahr 2009 einen Anteil von 25 Prozent
plus einer Aktie an dem russischen Flugzeugbauer Sukhoi Civil Aircraft
Corporation erworben. Alenia ist bereits über eine
strategische Partnerschaft im Programm Superjet 100 eng mit Sukhoi
verbunden.
Erste Auslieferungen gegen JahresendeIm Jahr 2007 gründeten Alenia und Sukhoi das
Gemeinschaftsunternehmen Superjet International (SJI) mit Sitz in
Venedig, an
dem Alenia einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent hält.
Superjet International ist unter anderem für Vertrieb und
Auslieferungen des Superjet 100 auf den Märkten in Europa, Nord- und
Südamerika, Afrika, Japan und Australien verantwortlich.
Der
italienische Finmeccania-Konzern und Sukhoi haben gemeinsam bereits mehr
als 1,6 Milliarden US Dollar in das Programm investiert. Ende Juni erteilte die EASA dem Programmtriebwerk SaM146 die Zulassung. Der neue Antrieb wurde im Konsortium Powerjet von Snecma und der russischen NPO Saturn entwickelt. Die ersten Superjet 100 sollen nach mehreren Verzögerungen gegen Jahresende an Aeroflot geliefert werden.
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