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Nach vereiteltem Anschlag

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Brüssel überprüft Sicherheitsvorkehrungen in Europa

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Airbus A330-300 der Delta / NWA, © Lemoto Kentaro
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WASHINGTON - Ein junger Nigerianer hat nach Angaben amerikanischer Medien versucht, eine einen Airbus A330-300 (Reg.: N820NW) mit fast 300 Menschen an Bord in die Luft zu sprengen. Der Mann habe kurz vor der Landung in Detroit versucht, eine «pudrige Substanz» zu entzünden, wurde aber von anderen Passagieren überwältigt, berichteten mehrere US-Fernsehsender überstimmend. US-Präsident Barack Obama ordnete von seinem Ferienort auf Hawaii verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an.

Zunächst hatte es über mehrere Stunden geheißen, der Nigerianer habe auf dem Northwest-Flug NW253 aus Amsterdam lediglich Feuerwerkskörper gezündet. Später hieß es, die Regierung gehe von einem versuchten Terroranschlag aus.

Der Mann sei mit Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es weiter. Er befinde sich in Haft. Zwei weitere Passagiere seien leicht verletzt worden. Zeitweise habe Angst und Panik unter den Passagieren geherrscht.

Unklar war zunächst, was für eine Substanz der Mann genau in Brand setzen wollte. Völlig unklar sei auch, ob der Mann allein handelte oder mit Terroristenorganisationen in Verbindung stand, berichtete der TV-Sender CNN. Die Bundespolizei FBI habe die Ermittlungen übernommen.

EU-Kommission überprüft Sicherheitsregeln

Nach dem versuchten Terroranschlag untersucht die EU-Kommission, ob alle Sicherheitsregeln in Europa eingehalten wurden. «Ich bin entsetzt über die versuchte Terrorattacke auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit am Weihnachtstag», erklärte EU-Innen- und Justizkommissar Jacques Barrot in einer am Samstag in Brüssel verbreiteten Mitteilung.

Die EU-Behörde sei mit den verantwortlichen Stellen in den Niederlanden und in den USA in Kontakt. Der Vorfall zeige, dass man im Kampf gegen den Terrorismus wachsam bleiben müsse.

"Ernsthafter terroristischer Anschlagsversuch"

Der TV-Sender NBC berichtet unter Berufung auf Geheimdienstexperten, der junge Nigerianer habe Agenten einer Anti- Terror-Einheit erklärt, er habe Sprengstoff zünden wollen. Weiter habe er behauptet, Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida zu unterhalten. Eine offizielle Bestätigung über den Vorfall gab es zunächst nicht. Völlig unklar war auch, warum der Mann den Sprengstoff erst kurz vor Landung zündete.

Augenzeugen berichteten von den dramatischen Minuten in dem Airbus. Eine junge Frau sagte dem TV-Sender CNN, ein junger Mann habe sich geistesgegenwärtig auf den Nigerianer geworfen, als dieser die «pulvrige Substanz» in Brand setzen wollte. Er habe den Mann innerhalb von Sekunden überwältigt. Der Mann sei darauf in die erste Klasse gebracht worden.

«Es ging alles ganz schnell», sagte die junge Frau. Mehrere Passagiere äußerten Zweifel, dass es sich tatsächlich um einen Terroranschlag gehandelt haben soll.

Das Intel-Institut in Washington, das sich auf die Auswertung von terroristischen Internet-Seiten beschäftigt, sprach von einem «ernsthaften terroristischen Anschlagversuch».

Der Täter habe offensichtlich Verbindungen zu El-Kaida- Organisationen im Jemen und in Nordafrika unterhalten. Nach dem vereitelten Anschlag ist die britische Polizei am Samstag den Spuren des mutmaßlichen Täters in London nachgegangen. Der 23-jährige Nigerianer Farouk Abdulmutallab soll demnach zwischen 2005 und 2008 am University College London Maschinenbau studiert haben.

Scotland Yard befragte Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen und durchsuchte mehrere Häuser, darunter auch die Wohnung, in der während des Studiums lebte. Premierminister Gordon Brown sprach von einer «ernsthaften möglichen Bedrohung» und wolle weitere Maßnahmen ergreifen, falls dies erforderlich sei. «Wir arbeiten eng mit den US- Behörden zusammen», sagte er.

Falls sich bisherigen Annahmen bestätigten sollten, handele es sich um den zweiten Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug zu Weihnachten seit 2001. Damals hatte der später als «Turnschuhbomber» bekanntgewordene Brite Richard Reid auf dem Flug von Paris nach Miami versucht, einen in seinem Schuh versteckten Sprengsatz zu zünden. Er wurde von der Flugzeugbesatzung und Passagieren überwältigt und im Januar 2003 von einem US-Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

© dpa, aero.de | Abb.: Lemtoto Kentaro | 26.12.2009 09:13




Leser-Kommentare (8)

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28.12.2009 10:23
Hm, angeblich hatte der Typ den Sprengstoff in einem Kondom in der Unterhose transportiert. Das ist doch das Brüllerargument, dass der flächendeckende Einsatz von Bodyscannern das einzige Mittel ist, um die Bevölkerung zu beruhigen. Abgestastet werden will ja keiner in diesem Bereich. Qui bono?
27.12.2009 22:53
Was so'n armer Spinner mal wieder hergibt als Weihnachtsente... - nicht falsch verstehen, sowas muss man ernst nehmen und eingehend untersuchen - was medienseitig daraus gemacht wird ist aber mehr als lächerlich. Wieder einmal wird die US-amerikanische Bevölkerung zielsicher in den effektivsten aller Zustände (zurück)gebracht: in den verängstigten. Schlimm...
27.12.2009 21:54
Der Typ hat sich Nitropenta ans Bein gebunden (ist übrigens verschreibungspflichtig). Uns hat man damals beigebracht, das man die Ladung odentlich verdämmen muss sonst passiert fast nichts. Der hatte wohl - glücklicherweise - keine Ahnung. Wüsste gerne ob der sich das Zeugs einfach in die Socken gekippt hat. (Mein Verdacht, das der Anschlag nur für die Presse ist, wurde aus meiner Sicht aber nicht ausgeräumt.)

 http://www.flightglobal.com/articles/2009/12/27/336624/fbi-identifies-explosive-petn-as-part-of-delta-a330.html

 http://de.wikipedia.org/wiki/Nitropenta


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