BARCELONA - Auf die Einstellung des Flugbetriebs am vergangenen Wochenende folgte der Gang zum Insolvenzgericht: die katalanische Fluggesellschaft Spanair hat am Montag Gläubigerschutz beantragt. Auf der Star Alliance-Gesellschaft lasten nach Medieninformationen Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 300 Millionen Euro. Allein im Geschäftsjahr 2010 hatte Spanair einen Verlust von 115 Millionen Euro erlitten. Den etwa 2.000 Beschäftigten droht die Kündigung.
Spanair hatte zum vergangenen Samstag ihren Flugbetrieb komplett eingestellt. Laut Vorstandschef Ferran Soriano fehlten der Airline schlicht die Mittel für eine Aufrechterhaltung der Flüge.
Spanair gehörte bis vor wenigen Jahren dem skandinavischen Airlinekonzern SAS an. SAS hatte sich Anfang 2009 aber von 80,1 Prozent der Spanair-Aktien getrennt und nur noch einen Minderheitsanteil behalten. Seither liegt die Aktienmehrheit bei einem öffentlich-rechtlich angeführten Investorenkonsortium um die katalanische Regionalregierung und die Stadt Barcelona.
Die Investoren und SAS dürften zu größten Gläubigern der Spanair gehören. SAS gab bereits eine Gewinnwarnung heraus. Die Spanair-Pleite werde sich mit einer Abschreibung von umgerechnet etwa 190 Millionen Euro in der eigenen Bilanz für das Jahr 2011 niederschlagen, erklärte SAS am Montag. Die Airline geht jetzt von einem negativen Ergebnis im Gesamtjahr aus.
Spanair hatte im vergangenen Jahr noch 12,5 Millionen Passagiere befördert. Die Tickets der in diesen Tagen auf Spanair-Flüge gebuchten Reisenden sind mit der Einstellung des Flugbetriebs wertlos. Auch ein Ausweichen auf andere Linien ist schwierig - wegen eines Streiks ihrer Piloten musste die größte spanische Fluggesellschaft Iberia am Montag erneut mehr als 140 Verbindungen streichen.
© aero.de | Abb.: world-of-aviation.de, Björn Schmitt Aviation Photography | 31.01.2012 09:27
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