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Airlines arrangieren sich mit steigenden Spritpreisen

Delta Airbus A320neo
Delta Airbus A320neo, © Delta

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ATLANTA- Es klingt paradox: Analysten erwarten trotz oder gerade wegen steigender Spitpreise ein äußerst profitables Jahr für amerikanische Airlines - wenn sie die Hoheit über die Preissetzung behalten. Während Passagiere sich über teurere Tickets ärgern dürften, sollten sich Investoren demzufolge freuen.

Airlines bereiten sich trotz steigender Spritpreise auf ein drittes Jahr satter Börsengewinne vor. Analysten rechnen damit, dass der Börsenwert von Delta Air Lines und Alaska Airlines 2018 um mindestens 20 Prozent steigen wird.

American Airlines, Southwest Airlines und United sagen die von der Agentur "Bloomberg" beauftragten Analysten ebenfalls einen - wenn auch geringeren - Kursanstieg voraus. Die US-amerikanische Airlineindustrie profitiere davon, dass sie die Zügel bei der Preissetzung wieder zunehmend in der Hand hat, sowie von Wirtschaftswachstum und Steuergeschenken.

Spritpreise kein Schreckgespenst

Nicht einmal der Anstieg der Spritpreise wird die Airlines nach Meinung der Analysten hart treffen, sofern sie ihr Angebot in Zaum halten. Schlechte Nachrichten für Passagiere, aber ein Segen für Investoren.

"Für 2018 sind wir für Airlines optimistisch, weil die Preise wegen höherer Spritkosten eher steigen und andere Produktionskosten werden wahrscheinlich auf ein historisches Tief sinken", schrieb Helane Becker, Analystin des Investmentunternehmens Cowen & Co. an ihre Kunden. "Zudem sollten die Airlines von der Steuerreform profitieren."

Normalerweise machen höhere Spritpreise Airline-Lenker eher nervös. US-Airlines wie American und Delta haben in den vergangenen Jahren das Angebot gedrosselt, um Überkapazitäten abzubauen und höhere Preise für ihre Tickets durchzusetzen.

Zwei Jahre lang verbissen sich die Airlines in einem Preiskampf. Nach einem vorerst letzten Höhepunkt im Sommer 2017 haben sie diesen Kampf im vergangenen Herbst beinahe beendet. Darryl Genovesi, Analyst bei der UBS Group AG, erwartet, dass der Gewinn pro Passagier und Flugmeile in der nahen Zukunft um zwei bis drei Prozent steigen wird.

"Wir glauben, dass die Aktien der Airlines eine gute Investition sind, wenn es ihnen gelingt, die Zügel bei der Preissetzung in der Hand zu behalten", sagte Genovesi.

Höhere Lohnkosten

Die Analysten machen dennoch einige Risiken aus, welche die positive Einschätzung für Investoren verhageln könnten: Die Arbeitgeberkosten sind gestiegen, nachdem die Airlines sich mit Piloten, Flugbegleitern und anderen Arbeitnehmergruppen auf Gehaltserhöhungen geeinigt haben. Bei manchen Airlines stehen größere Flughafenrenovierungen an, Flottenerneuerungen und technische Updates.

Der S&P 500 Airlines Index, der die fünf größten US-Airlines abbildet, ist 2017 um elf Prozent gestiegen. Laut Analysten liegt es nun an den Fluggesellschaften, zu beweisen, dass sie wirtschaftlichen Krisen und steigenden Spritpreisen standhalten können.

Einiges deutet auch darauf hin, dass die anstehende Steuerreform die Airlines entlasten wird. Southwest hat bereits angekündigt, das Geld, das sie bei den Steuern spart, in die Erneuerung der Flotte und in neue Arbeitskräfte stecken wird. Alaska Airlines dagegen verärgert derzeit Mitarbeiter und Passagiere mit Sparmaßnahmen.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Ingo Lang | 12.01.2018 08:25


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